Hinter einem Deich nahe New Orleans lebt das sechsjährige Mädchen Hushpuppy mit ihrem saufenden, todkranken Vater in der "Badewanne". So wie die Bewohner dieses Sumpflandes dargestellt werden, mit fehlender Bildung, Aberglauben, Barbareien und unmotivierten Gewaltausbrüchen, würden sie ein schönes Argument für Douglas Adams' Standpunkt bieten, daß die Ahnen der Menschheit besser gar nicht erst von den Bäumen heruntergeklettert wären. Und so lobenswert es sein mag, das sturmgeplagte New Orleans mal im Kino zu zeigen, so wirkt "der Sturm" (Katrina?) hier doch eher wie eine Nacht mit kräftigem Regen.
Das ganze wird dann mit merkwürdiger Kameraführung und kaum nachvollziehbaren Handlungssprüngen gezeigt - falls man überhaupt von einer Handlung sprechen kann. Die fleischfressenden (!) Auerochsen sollen wohl Traumbilder sein, der Rest schien mir eher ein Alptraum. Die zivilisierte Welt wird dargestellt, als ob es sich um Aliens handelt - das Sprengen eines Deichs ist dann der Sieg der Dummheit gegen die Fremdherrschaft.
Das Gerede für eine Oscarnominierung für die sechsjährige Hauptdarstellerin setzt dem Blödsinn nun die Krone auf. Die Kleine hat Präsenz, wird in verschiedenen emotionalen Zuständen gezeigt und spricht ihre unsinnigen Texte ironiefrei und mit Überzeugung - aber genauso könnte man Megan Fox einen Oscar geben; die schaut man sich auch gern an und achtet nicht auf den Unsinn, den sie vielleicht von sich gibt...
Vielleicht bin ich nicht qualifiziert, diesen von der Kritik hochgelobten, angeblich so poetischen Film zu beurteilen. Aber bis auf ein paar wenige Szenen (die Louisiana-Variante vom Gasanzünder) möchte ich dieses Kinoerlebnis möglichst schnell wieder vergessen.
Mäßig interessant (3/10).
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