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Dienstag, 16. September 2014

Flach: Maps to the Stars (3/10)

Der inzwischen 71jährige Kanadier David Cronenberg hat uns in seiner Karriere bestimmt schon so manchen Mist zugemutet, vor allem in seiner frühen Splatter-Phase (mit dem mittelmäßigen Die Fliege-Remake von 1986 mit Jeff Goldblum als "Höhepunkt"), Aber eine Hollywood-Satire so flach wie ein Nicholas-Sparks-Melodram, vorhersehbar wie ein Disney-Produkt und völlig ohne doppelten Boden - das hätte ich nicht erwartet. Waren seine klugen und unterhaltsamen Filme des letzten Jahrzehnts, mit Viggo Mortensen als seiner Muse, nur ein Versehen? Jedenfalls kann ich nur raten, statt Maps to the Stars lieber A History of Violence (2005) oder Tödliche Versprechen (Eastern Promises) (2007) nochmals anzuschauen.

Die vierfach Oscar-nominierte Julianne Moore (auch Arthouse-Hassern sicher wenigstens als Nacktkünstlerin Maude Lebowski im Gedächtnis geblieben) gewann für ihre Rolle einen Darstellerpreis in Cannes, was wohl bedeutet, daß verdiente Schauspielerinnen dort für die mutige Präsentation ihren nackten Körper und möglichst emotionales Chargieren belohnt werden. Auch alle übrigen Figuren sind weder sympathisch noch interessant, ein Kunststück bei einer Traumbesetzung u.a. mit John Cusack (High Fidelity) und Olivia Williams (Leiterin von Joss Whedons Dollhouse). Tim Burtons Alice Mia Wasikowska konnte mich hingegen noch nie begeistern - hier gibt sie ein gemäß Hollywood-Maßgaben"entstelltes" Mädchen, was sich auf ein paar unauffällige Narben beschränkt und sie weder mehr noch weniger attraktiv wirken läßt. Ein Cameo von Carrie "Prinzessin Leila" Fisher ist vertan, bevor man diese überhaupt erkennt. Und was ist mit Cronenbergs Obsession mit dem vielleicht langweiligsten Schauspieler seiner Generation? Bereits zum zweiten Mal besetzt er hier Robert "Vampir Edward" Pattinson, nach dem (gemäß Kritikerkonsens, ich hab's mir gespart) ebenso drögen Cosmopolis.

Man sollte meinen, Hollywood böte genug glaubwürdige Geschichten, die man satirisch ausschlachten kann - stattdessen gibt uns das Drehbuch des wenig profilierten Bruce Wagner ein unwahrscheinliches, inzestuöses Geschwisterpaar, dessen schizophrener Nachwuchs bereits im Kindesalter Trauungszeremonien nachspielt - wie originell! Mäßig interessant (3/10).

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