Suche im Blog

Freitag, 15. August 2014

Hail Caesar! Planet der Affen: Revolution (6/10)

Die gelungene Erstverfilmung von Pierre Boulles SF-Satire Der Planet der Affen (1968) ist noch heute sehenswert, trotz der flach wirkenden Parallelen zur amerikanischen Sklaverei . Viele Zuschauer ließen sich durch die spärlich bekleideten menschlichen Hauptfiguren gern von den offensichtlichen Affenkostümen ablenken. Beim Reboot (über Tim Burtons Remake von 2001 breiten wir den Mantel des Schweigens) erleben wir nun den umgekehrten Effekt: Die (zumeist mittels Motion Capture Computer-animierten) Affen wirken so verblüffend real, daß die menschlichen Figuren dagegen uninteressant erscheinen.

Dementsprechend verschwinden die eigentlichen Stars (Andy "Gollum" Serkis und Judy Greer) hinter ihren Kostümen, während Jason Clarke und Keri Russell als menschliches Paar blass bleiben. Ausnahme ist hier Gary Oldman, der in einer den wenigen seiner Figur zugebilligten Leinwandminuten seinen eigenen Rekord an Overacting einzustellen versucht, dann aber doch am eigenen Desinteresse scheitert.

Die Geschichte ist so schematisch wie die Figurenkonstellation (Vater-Mutter-Sohn-Rivale) und hält keiner logischen Überprüfung statt, macht aber aus unerfindlichen Gründen trotzdem Spaß. Der erste Film hatte seine Stärken in der Selbstfindung Caesars in der Gefangenschaft und der Entwicklung erster Strukturen einer Affengesellschaft. Hier sehen wir die konsequente Weiterentwicklung, und sie ist (vor allem in der ersten, ruhigen Hälfte) durchaus atemberaubend. Dann folgt Schlag auf Schlag die Action, die weitere Reflexion übertönt. Aber wer will nicht mal Schimpansen in tiefenscharfem 3D beobachten, wie sie sich an Lianen durch ihren "Ur"wald schwingen (sozusagen Spider Man und Tarzan in einem)!

Ordentlich (6/10).

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen