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Samstag, 27. August 2016

Now You See Me Again: Die Unfassbaren 2 (3/10)

Lumos


Nachdem die Geschichte der vier apokalyptischen Reiter vor drei Jahren ein Überraschungshit wurde, der weltweit immerhin das fünffache seines Budgets einspielte, mußte natürlich eine Fortsetzung her. Louis Leterrier gab die Regie an den Tanzspezialisten und Justin-Bieber-Fan Jon M. Chu ab, und vorab kann ich bereits bestätigen, dass alle Tanzszenen des Hokuspokus-Spektakels gelungen sind. Nach einem ähnlichen Zuschauerzuspruch wie beim ersten Mal ist der dritte Teil bereits beschlossen. Ob dann Mélanie Laurent wieder auftaucht?



Confundo

Aufgrund ihrer Schwangerschaft musste die ohnehin blasse Isla Fisher hier den Zauberstab an TV-Sternchen Lizzy Caplan weitergeben, die allerdings auch keine magische Aura aufbauen kann. Für den Erfolg am chinesischen Markt garantieren Tsai Chin (Man lebt nur zweimal) und das taiwanesische Musiker-Idol Jay Chou sowie Macau als zentraler Drehort des zweiten Akts. Der eigentliche Besetzungs-Coup ist allerdings der Auftritt von Daniel Radcliffe als Schattenguru der Technikwelt mit modisch gestutztem Vollbart , zu Beginn durchaus spaßig, bis die Darstellung des emeritierten Harry Potter etwa ab der Halbzeit wie die seiner Kollegen in sich zusammenfällt (er spielt übrigens - Spoiler-Rätsel - den illegitimen Sohn eines der Altstars). Vermisst habe ich nur Mélanie Laurent.



Geminio

Zwei Steaks schmecken besser als eines - das müssen sich die Autoren wohl eingeredet haben, als sie Woody Harrelson verdoppelten. Sein Wunder-Hypnotiseur hatte selbst im Orginal schon die Glaubwürdigkeit der Tricks strapaziert. Diesmal ist es unmittelbar albern, wie sich die Zwillingsbrüder gegenseitig über den paraphysischen Tisch ziehen. Wenn schon, dann hätte ich mich über ein Spiegelbild von Mélanie Laurent gefreut.



Riddiculus

Dann gibt es da die Szene mit der magischen Codekarte, die irgendwie alle Computer der Welt aufschließen kann, von der es aber offenbar nur eine Kopie gibt, die in einem superfuturistischen Gebäude aufbewahrt wird. Hätte ich dem Film ja alles abgekauft! Selbst dass plötzlich alle vier Zauberer Spielkarten wie Gummibälle jonglieren können. Aber auch dem arglosesten Zuschauer wird sich wohl nicht erschließen, warum die gestohlene Karte immer am Körper desjenigen Reiters versteckt sein muss, der gerade die Leibesvisitation über sich ergehen lässt. Schade - das hätte die schönste Szene des Jahres werden können (sie enthält übrigens die einzige Tanzeinlage). Und wo war Mélanie Laurent?



Arresto Momentum

In China wurde gerade eine spezielle 3D-Version von Jason Bourne gezeigt, die Übelkeit und Ärger verursacht hat. Die Unfassbaren schaffen das ganz ohne eine dritte Dimension, nur mit Handkamera und Stakkatoschnitten. Da gibt es in Macau eine Prügelei mit Mark Ruffalo, die durchaus Ansätze von Coolness hatte. Leider erinnere ich mich nur an ein paar verwischte Bewegungen und Kampfgeräusche, die wohl aus einem Jackie-Chan-Film entliehen waren. Ansonsten war ich enttäuscht von Ruffalo, der völlig uncool durch die Kulissen stolpert. Wahrscheinlich hat er Mélanie Laurent vermisst.



Alohomora

Dann findet sich Ruffalo im Tresor seines Vaters wieder. Aha, dachte ich, jetzt zeigt uns Dylan endlich mal, was ein Houdini ist. Leider Fehlanzeige - er befreit sich zwar aus dem Kasten, nur um danach zu "ertrinken". Spoiler: ein Kollege rettet ihn - das wäre ein genialer Zeitpunkt gewesen, um Alma alias Mélanie Laurent ins Spiel zu bringen.



Wingardium Leviosa

Der Erfolg des ersten Films beruhte auf den spektakulären, trotzdem irgendwie nachvollziehbaren Tricks und der genialen Show, die die Hauptdarsteller auf die Bühne brachten. Davon ist nur noch eine Hülle übergeblieben. Vielleicht ist diese laue Fortsetzung ja eine Reflexion auf unsere moderne Medienwelt, in der eine Berühmtheit einfach nur auftreten muss, um tosenden Applaus zu ernten - die Performance ist zweitrangig. Während die laffe Handlung dem Drehbuch geschuldet ist, muss ich dem Regisseur das Talent zur Schauspielerführung absprechen - wie sonst ist es zu erklären, dass die Stars teilweise wie aufgescheuchte Hühner im Bild umherlaufen (vielleicht waren sie nur auf der Suche nach Mélanie Laurent).

Avada Kedavra

Diese Totgeburt reiht sich nahtlos in die gescheiterten Sequels des bislang bodenlos schlechten Kinojahrs ein, das zudem nicht einen einzigen Film mit Mélanie Laurent zu bieten hat (Angelina Jolie Pitts By The Sea habe ich mir wie alle anderen auch gespart). Mäßig interessant (3/10).

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