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Samstag, 23. Mai 2015

Abgefahren: Mad Max - Fury Road (5/10)

Max ist verrückt. Er hat Hallu/zina/tionen. Die Toten verfolgen ihn. Nicht wie im Sechsten Sinn. Nur als Erinnerung. An frühere Filme. Ist das Mel Gibson? Schwer zu erkennen unter all den Haaren. Und keine Zeit drüber nachzudenken. Schwupps hat er seine Karre angeschmissen. Er wird verfolgt. Von anderen Verrückten? Australien nach dem Atomkrieg. Sieht aus wie Namibia. Viel Staub und Sand. Max wird eingeholt. Gefangengenommen. Geschoren. Doch nicht Mel Gibson? Schwer zu erkennen hinter dem Maulkorb. Offenbar Standard für Blutspender (unfreiwillige). Fluchtversuch gescheitert. Aber verständlich. Brandeisen sieht schmerzhaft aus. Auftritt Blutempfänger: Nicholas Hoult in Ganzkörperweiß. Ist trotzdem noch hübsch. War er sogar als Zombie. In Warm Bodies (Geheimtip). Hier heißt er Nux. Will Anführer nach Valhalla folgen. Einziger Anhänger vom Unsterblichen Joe mit Persönlichkeit. Spoiler: Joe ist nicht wirklich unsterblich. Aber definitiv verrückt. Hat den größten Maulkorb. Den kleinsten Sohn. Und Zugang zum Großen Wasserhahn. Plötzlich Aufregung. Konvoi ist vom Weg abgekommen. Lenkräder werden verteilt. Nächste Verfolgungsjagd. Nux möchte mit. Ergattert Lenkrad. Max muß ihn als Blutbank begleiten. Als Galionsfigur auf dem Jeep installiert. Dann spielen alle Cowboys und Indianer. Nur mit Autos und Motorrädern. Und Geländepanzern und Öltransportern. Öl scheint es mehr als Wasser zu geben. Kann man nicht trinken. Ist aber effektiv als Schminke. Die Kavallerie kommt später. Wilde retro-futuristische Waffen. Coole zweihalsige Gitarre mit Flammenwerferfunktion. Und Trommler. Bloß den Takt halten. Chaos. Max kann sich befreien. Ist aber noch an Nux gekettet. Gigantischer Sandsturm kommt. Noch mehr Chaos. Dann ist plötzlich alles dunkel. All das in der ersten halben Stunde.

Wie eine Fata Morgana tauchen plötzlich diese fünf Models auf, von jeder Sorte eine, wenn man Frauen in Sorten unterteilen dürfte - blond und rot und dunkelhaarig, groß und klein, süß und zuckrig - was mich an die Neuauflage von Hawaii 5-0 erinnert, deren Produzenten uns lüsternen Männern alle paar Jahre eine Folge mit Victoria-Secret-Models gönnen, wobei hier von den fünf Wüstenschönheiten vielleicht nur zwei wirklich bei Victoria Secret posiert haben und eine (Zoe Kravitz) sogar schon als Schauspielerin aufgefallen ist, und eine weitere eine waschechte Enkelin von Elvis ist - das sind die Fakten, die einem die harte Nacharbeit zu einem Actionkracher verschönern, wenngleich man zur Würdigung der gebotenen Schauwerte denn doch auf die Heimkinoauswertung mit Zeitlupenoptionen warten muß, denn schon bald wird einem der Augenschmaus wieder durch Stakkatoschnitte verhackstückelt. Für weitere anderthalb Stunden.

Furiosa ist wütend. Charlize Theron! So häßlich war sie seit Monster nicht. Natürlich nicht wirklich. Nur mit unvorteilhafter Frisur. Und mißlungenem Makeup. Und einem Arm zu wenig. Prothese erinnert an ein frühes Terminator-Modell. Fun-Fact: Geboren nahe Johannisburg. Nun US-Bürgerin. Buchstäblich African-American. Wir lernen: Furiosa hat den Konvoi entführt. Um die Mädchen zu retten. Unterschiedlich sichtbar: die sind allesamt schwanger. Von Joe. Dem nicht wirklich Unsterblichen. Die Kinder sollen nicht unter seiner Fuchtel aufwachsen. Furiosa hat ein sentimentales Herz. Verbündet sich trotzdem mit Max. Der endlich die Infusionsverbindung zu Nux gekappt hat. Jetzt fällt auch der Maulkorb. Tom Hardy! Die Stimme hätte es schon früher verraten können. Nicht daß er viel gesprochen hätte. Bekannt geworden als Shinzon in Star Trek: Nemesis. Hat seitdem nichts dazugewonnen. Jünger als Mel Gibson. Aber nicht so australisch. Weitere Verfolgungsjagden. Irgendwann kommt doch die Kavallerie. Auch nicht mehr, was sie mal war. Mehr motorisierte Frauen. Auch mit weichen Herzen. Und Träumen von grünen Auen. Sogar Nux hat bisher überlebt. Dank der Rothaarigen. Der er schöne Augen macht. Und plötzlich keine Sehnsucht nach Valhalla mehr hat. Spoiler: Das hochschwangere Transformer-Weibchen hat's nicht geschafft. Joe ist nicht amüsiert. Mehr Kämpfe. Und Verfolgungsjagden. Explosionen! George Miller besorgt's uns richtig. Und das mit 70 Jahren. Neuerfinder des Action-Spektakels? Wohl kaum. Jedoch: Früher war's auch nicht besser. Wenngleich billiger. Und nicht in 3D. Aber genauso abgefahren. Annehmbar. Schon wieder (5/10).

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