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Mittwoch, 17. Juli 2013

Die Unfassbaren (7/10)

Jesse Eisenberg (The Social Network), Veteran Woody Harrelson (der herrlich unkonventionelle Reporterkollege von Justin Timberlake aus Freunde mit gewissen Vorzügen), Dave Franco (jüngerer Bruder von Medienstar James) und Isla Fisher (die Gespielin von Vince Vaughn in Die Hochzeits-Crasher) spielen die "Vier apokalyptischen Reiter", Magier und Trickbetrüger, die in einer monumentalen Vegas-Show erstmals gemeinsam auftreten und gleich live per Teleportation eine Pariser Bank ausrauben - oder scheint es nur so? Ihre Gegenspieler sind Mark Ruffalo (einer der coolsten Schauspieler seiner Generation) und Mélanie Laurent (die bezaubernde Kinobesitzerin Shosanna aus Tarantinos Inglorious Basterds) als FBI- bzw. Interpol-Agenten. Dann gibt es da noch Michael Caine als zwielichtigen Multimillionär und Morgan Freeman als desillusionierter Fernsehstar, der von der Enthüllung von Tricks seiner Magier-Kollegen lebt.

Im Original heißt der Spaß Now You See Me (Now You Don't), und in der Tat geht es um doppelte Böden, Spiegeltricks und kunstvolle Ablenkung vom Wesentlichen. Nebenbei gibt es noch Verfolgungsjagden, Prügeleien  und etwas charmantes Knistern in der amerikanisch-französischen Aufklärungsarbeit. Auf diese Achterbahnfahrt muß man sich einlassen, dann ist sie ein Riesenjux. Tiefgründiges darf man allerdings nicht erwarten - mit Christopher Nolans virtuosem Kunstwerk The Prestige haben Die Unfassbaren nur das Milieu gemeinsam. Das Drehbuch der Amerikaner Ed Solomon (Men in Black), Boaz Yakin (Prince of Persia) und Neuling Edward Ricourt bietet aber genug Schauwerte und Abwechslung für einen vergnüglichen Kinoabend.

Von den vier Magiern kommen Eisenberg mit seinem gut geölten Mundwerk und Harrelson als sarkastischer Hypnotiseur noch am besten weg - sie brillierten bereits gemeinsam in der wunderbaren Splatterkomödie Zombieland. Die alternden Oscarpreisträger Freeman und Caine sind in letzter Zeit eher durch Schlummern am Set in die Schlagzeilen gekommen und geben ihren Nebenrollen gerade genug Gravitas. Islas Fisher genügt leider nur der Frauenquote (sie kann mehr!), und Franco gibt (am wenigsten gelungen) den jungen Actionheld. Überhaupt scheinen die Actionszenen im Mittelteil recht überflüssig und nerven mit ihren schnellen Schnitten und übertriebener Akrobatik. Hier zeigen sich die Wurzeln des Regisseur Louis Leterrier in mäßigen französischen Actionfilmen, u.a. hat  der Schüler Luc Bessons den zweiten Transporter-Film gedreht. Ironischerweise zeichnete er auch für das spektakulär gescheiterte Hulk-Reboot mit Edward Norton von 2008 verantwortlich; fünf Jahre später liefert er nun diese erfolgreiche Komödie mit dem aktuellen und überzeugendsten Hulk Mark Ruffalo ab.

Gelungene, kurzweilige Unterhaltung - Gut (7/10).

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