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Freitag, 2. August 2013

Hugh Jackman Superstar: The Wolverine (7/10)

Chronologisch als Überleitung zwischen X:3 und dem für Mai nächsten Jahres angekündigten X-Men: Days of Future Past angelegt, ist The Wolverine der fünfte Film mit Hugh Jackman als Logan, dem Mutanten mit grenzenlosen Selbstheilungskräften, dem Adamantium-Skelett und den ausfahrbaren Stahlklauen. Dabei nicht gezählt: ein herrliches Cameo in X-Men: Erste Entscheidung. Damit ist Hugh Jackman neben Robert Downey Jr. (Iron Man) der erfolgreichste Comicdarsteller der letzten Dekaden. Es ist nur zu hoffen, daß dem bald 45jährigen demnächst die Computertechnik zur Seite steht, denn es muß doch langsam eine Qual sein, für jeden Dreh diesen eindrucksvollen Oberkörper eines Bodybuilders mit herkömmlichen Mitteln aufzubauen.

Nach einem kurzen Flashback ins Jahr 1945 setzt die Erzählung direkt nach den Ereignissen von X:3 an, als Logan gezwungen war, die Liebe seines Lebens zu töten, nachdem ihre telekinetische Kräfte unkontrollierbar geworden waren. Jetzt führt er ein verzotteltes Einsiedlerleben in der kanadischen Wildnis, mit einem Grizzlybär als gleichgesinnten Nachbar. Hier spürt ihn die bizarre junge Japanerin Yukio auf, die mit ihrem ausdrucksstarken Gesichtchen, ihren grellroten Haaren und ihren artistischen Kampfkünsten direkt einem Manga entsprungen sein könnte. Sie überredet ihn, sie nach Japan zu ihrem Boss Yashida zu begleiten, dem Logan in Nagasaki einst das Leben rettete, und der sich vor seinem Tod endlich bei seinem Retter bedanken möchte. In Japan gerät Wolverine in ein dichtes Intrigenspiel mit der mächtigen Industriellenfamilie Yashidas, korrupten Politikern und der Yakuza. Eine wichtige Rolle scheint die aparte Enkelin Mariko des alten Freundes zu spielen, und schon bald sprühen in jeder Hinsicht die Funken. Zudem scheinen Logans Heilungskräfte nachzulassen, was die Identitätskrise des ewigen Soldaten zu einem Höhepunkt bringt...

Technisch ist The Wolverine eine willkommene Rückbesinnung auf altmodische Stunts, mit so wenig CGI wie möglich. Die Kämpfe sind packend und nachvollziehbar. Ausnahme bleibt genrebedingt das explosive Finale, das mal wieder übertrieben und unlogisch erscheint. Daneben gibt es erstaunlich viele leise Charaktermomente, so etwa Traumszenen mit Famke Janssen als Jean Grey, in denen die Todessehnsucht des Unsterblichen zum Ausdruck kommt. Japan mit seinen traditionellen Pagoden und hochtechnisierten Verkehrsmitteln ist eine wunderbare Kulisse und bietet ungesehene Landschaften (auch wenn vieles wohl in Sydney gedreht wurde) und frische Gesichter. Die beiden so unterschiedlichen jungen Frauen Tao Okamoto und Rila Fukushima  waren laut IMDB zumindest noch in keinem westlichen Film zu sehen, können es an Attraktivität und Talent aber mit den meisten Mittzwanzigern aus Hollywood aufnehmen.

Nach der enttäuschenden Ursprungsgeschichte von 2009 war die Erwartungshaltung für dieses zweite Soloabenteuer eher gering. Vielleicht deshalb hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Es ist nicht die dem Material innewohnende große Tragödie geworden, aber doch ein recht vielschichtiger Film. Regisseur James Mangold (bisher berühmtester Film: Walk the Line, die bewegende Johnny-Cash-Biographie) hat hiermit die X-Men-Saga nach langem Stillstand erfolgreich fortgesetzt. Für mich (da ich Erste Entscheidung nur mittelmäßig fand) ist dies sogar der beste Beitrag seit dem herausragenden X:2. Gut (7/10).

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