George Takei, Jahrgang 1937, ist immer noch gefragt auf vielen Plattformen: Fernsehen, Kino, Bühne, Radio - Jimmy "Scotty" Doohan hatte vielleicht die vielseitigste, Takei aber sicher die sonorste Stimme der Originaldarsteller. Zusätzlich ist er profilierter Autor und seit Jahren ein Star der neuen Medien. Er hat Millionen Fans auf Twitter und Facebook. Auf seinen Aprilscherz mit der Nachricht, es sei ein Kinofilm mit Sulu als Kapitän der Excelsior geplant, fielen Tausende herein. Aber auch wenn er vor allem unterhalten möchte, nutzt er seinen Prominentenstatus auch für ernsthafte, insbesondere bürgerrechtliche Anliegen. So war er eine der führenden Stimmen im Kampf um die gleichgeschlechtliche Ehe und arbeitet das Unrecht der Inhaftierungslager für japanstämmige Amerikaner im Zweiten Weltkrieg auf - stets mit dem ihm eigenen unbekümmerten Humor:
Warum sind japanstämmige Amerikaner so gut in Mathe? - Weil sie Jahre im Konzentrationslager waren!
Ein großes Verdienst ist auch die Schlichtung im Streit zwischen den Lagern von Star Wars und Star Trek, personifiziert durch eine Fehde zwischen Carrie Fisher und William Shatner. Seine Vermittlung (übrigens auf Anregung von Roger Ebert) vereinte die Lager gegen den gemeinsamen Feind: das dümmliche Twilight-Franchise. Den vergnüglichen Schlagabtausch kann man bei YouTube nachverfolgen.
Als der Staat Tennessee in Grundschulen den Gebrauch des Wortes "gay" (schwul) und damit jede Erwähnung von Homosexualität verbieten wollte, stellte Takei selbstlos seinen eigenen Namen als Ersatzwort zur Verfügung, etwa für eine Takei-Parade. Dazu verkaufte er T-Shirts mit der Aufschrift "Proud to be Takei". Das umstrittene Gesetz kam nicht zustande.
In Oh Myyy! (There goes the Internet) berichtet Takei nun von diesen und anderen Abenteuern mit den neuen Medien. Ohne Ghostwriter, in elegeganter, klarer Sprache, gelingt es ihm dabei zu unterhalten und zu informieren. Ich persönlich habe viel über die mir unbekannten Welten von Twitter und Facebook gelernt, aber auch Experten können sicher von seinen Erfahrungen profitieren. Seine Facebook-Seite ist eine der beliebtesten überhaupt, und er hat sogar einen direkten Draht zu den Entwicklern gefunden, um technische Probleme zu diskutieren.
Die Fernsehwelt hat Sulu eine Tochter spendiert. In der Realität begnügt sich George Takei damit, der schwule, freche Lieblingsonkel von Tausenden zu sein, und geht nicht den Weg von Elton John, der mit seinem Ehemann im Rentenalter noch ein Kind adoptiert hat.
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