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Samstag, 6. April 2019

Klassische Rezension: Se7en (1995, 6/10)



Eine packende, originelle Geschichte, mit Schwächen in der Charakterisierung der Figuren. Leider fehlen Fincher sowohl Vorstellungskraft als auch das Gefühl für Schauspieler und Dialoge, um daraus ein Meisterwerk zu machen. Ein Beispiel dafür ist die nichtssagende erste Begegnung der beiden Cops. Ein weiteres, gravierenderes die mißlungene Darstellung der  Beziehung des jungen Polizisten zu seiner Frau, die ja ein wichtiges Element für die Handlung ist. Wenn man jedoch die Liebe zweier Menschen durch einen trivialen Dialog zeigen muß ("Ich liebe dich wahnsinnig" - "Ich weiß"), zeugt das schon von viel Hilflosigkeit des Regisseurs. Auch der große Morgan Freeman weiß seiner Rolle keine Tiefe zu verleihen - als einziger beeindruckend ist Kevin Spacey als kühler Psychopath. Und wenn sich keine Sympathie für die Charaktere entwickelt, ist dem Zuschauer der Ausgang der Geschichte auch schon fast egal. Was bleibt, ist eine gute Grundidee, die einigermaßen spannend, wenn auch ohne Zuspitzung auf die Höhepunkte, ziemlich konventionell verfilmt wurde - die offenbar für Fincher typische negative Grundhaltung scheint aber eine große Fangemeinde anzuziehen. Die eigentlich passende "7" als Bewertung kann ich  leider nicht vergeben.

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