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Samstag, 27. April 2019

Avengers: Endgame (7/3000)

Avengers: Endgame konzentriert sich auf die Ursprungs-Avengers und gibt ihnen einen würdevollen Abgesang. Captain Marvel hat eine überraschend kleine Rolle (aber trotzdem drei Frisuren) und spielt auch NICHT die befürchtete Dea ex machina. Was ist mit Thanos? Ohne zuviel zu verraten: Da der Titan das Hinspiel gewonnen hatte, muss er diesmal gleich zwei Rückspiele verlieren.

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Das Endspiel hat drei Halbzeiten, als da wären:

1. "The Revenge of the Avengers", oder "Die Suche nach Ant-Man", oder "The Day After" (dieser Tag dauert allerdings fünf Jahre). Hawkeye lässt seinen inneren Badass raus, Thor trinkt sich einen Bierbauch an, Steve Rogers gründet die Anonymen Hinterbliebenen, Romanoff gibt die zweiäugige Furie, Iron Man wird zum (3000fach geliebten) Familienmensch, und der Hulk - ist sich endlich grün. Der Rest ist Staub...

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2. "Zurück in die Zukunft" (nur ohne Gitarrensolo) - der Film mit den Walen. Nur dass diesmal die Unendlichkeitssteine die Rolle der Buckelwale übernehmen. Tony und Thor treffen verstorbene Familienmitglieder, der Hulk bekommt die Doktor-Seltsam-Lektion, Captain America infiltriert Hydra, Nebula prügelt sich mit sich selbst, Romanoff und Barton entdecken ihre Gefühle füreinander. Niemand möchte ein Selfie mit Scott Lang.

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Ein Paradoxon kann selbst Kevin Feige nicht lösen: Von Jarvis kannten wir bisher nur die Stimme. Paul Bettany sprach Tony Starks KI, und als diese mit Ultron verschmolz, wurde Bettany zu Vision. Das Vorbild von Jarvis war Howard Starks Butler. Den konnte man aber nicht mehr mit Bettany besetzen, also bediente man sich ausnahmsweise bei der leider nach zwei Staffeln abgesetzten Fernsehserie (pfui) Agent Carter und zog James D'Arcy aus dem Zylinder. Als Howard Stark selbst ist aber (wie in den Vorgängerfilmen) John Slattery zu sehen und keineswegs Dominic Cooper. Alles klar? Wenigstens Hayley Atwell bleibt eine Konstante.

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3. "Vom Winde verweht", oder "Die Rückkehr der Jung-Avenger". Hat irgend jemand geglaubt, das würde nicht passieren? Nicht nur, dass bereits im Juli mit Spider-Man: Far From Home die Coda der MCU-Phase III mit dem jüngsten Avenger anläuft (dessen Schulabschluss sich wohl um fünf Jahre verschoben hat), auch Fortsetzungen von Black Panther und Doctor Strange sind von der Disney-Buchhaltung fest eingeplant. Und für das Solo-Abenteuer "Rocket, Guardian of the Galaxy" hätte Disney James Gunn sicher nicht wieder angeheuert (leider müssen wir wegen dieser Komplikation noch Jahre auf Guardians 3 warten).

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Auch für die Avengers gilt die neue Diversitätsquote, und so ist der Eignungstest für schwarze Helden getürkt. Auch peinlich und manipulativ: Captain Marvel stöhnt: "Das schaffe ich nicht allein", und schon scharen sich all die über zehn Jahre und 22 Filme etablierten weiblichen Helden um sie. Als da wären - äh - Gwyneth Paltrow mit modischem Helm, die Damenriege mit den unaussprechlichen Namen aus Black Panther, die Walküre (Tessa Thompson - yay!) auf ihrem fliegenden Pferd Aragorn (haha), die Guardiandame mit den Antennen, die rote Hexe, die Wespe. War's das? Vielleicht - mehr möchte ich nicht spoilern...

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Für sich allein ist Avengers: Endgame ein heilloses Chaos, das keiner vernünftigen Dramaturgie folgt und ein Netz von Logiklöchern webt. Trotzdem bietet es drei recht kurzweilige Stunden. Und als Abschlussfilm für einige Alt-Avenger entlockt es auch den hartgesottensten Fans ein paar Tränen und ist bis dahin vor allem eine Retrospektive der MCU-Phasen I - III. Ehrenvoll ist immerhin das Fehlen einer Post-Credit-Szene. Auf das Teasern zukünftiger Bedrohungen wird diesmal verzichtet. Stattdessen steuert jeder der sechs ursprünglichen Avenger sein Autogramm bei. Einige werden wir wohl trotzdem in Zukunft wiedersehen, andere höchstens in Rückblenden. Mehr darf ich hier nicht verraten. Ach ja, die Bewertung. Keine Ahnung. Wie beim Vorgänger entscheide ich mich für einen Mittelwert. Gut (7/10).

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