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Sonntag, 11. Mai 2014

Zwiespältiger Kritikerliebling: die kanadische TV-Serie Orphan Black

Orphan Black ist eine spät zum Kritikerliebling gewordene Serie von BBC Kanada, die gerade auch in Deutschland angelaufen ist. Nachdem auch noch eine Folge für den Hugo nominiert wurde, habe ich mir die zehn Teile der ersten Staffel (à 45 Minuten) mal angeschaut (die zweite ist in Amerika bereits angelaufen). Das kanadische Fernsehen hat sicher eine Reihe unverbrauchter Schauplätze und Gesichter zu bieten, allerdings oft auch nur einen Bruchteil des Budgets der vergleichbaren US-amerikanischen Serien, mit für mich ein wenig zwiespältigen Ergebnissen. Mir scheint allerdings, daß gerade europäische Kritiker gern "anders" mit "besser" verwechseln. Wenn schon Toronto, hätte ich lieber noch weitere Staffeln der intelligenteren Heroes-Variante Alphas mit David Strathairn gesehen.

Im Mittelpunkt der hochgelobten SF-Serie steht die Kleinkriminielle Sarah Manning, eine junge Frau Ende Zwanzig mit mysteriöser Vergangenheit, die plötzlich in ein Netz von Intrigen gerät. Sie entdeckt, daß sie einer von mindestens neun genetisch identischen, gleichaltrigen (?) Clonen ist, alle übrigens bravourös, wenngleich nicht gerade mit subtiler Differenzierung gespielt von der bislang unbekannten Tatiana Maslany. Leider dient diese SF-Idee nur als Grundlage für eine zugegeben meist unterhaltsame Mischung aus Action, Thriller, Krimi und Sozialkomödie/-drama sowie einem Schuß Erotik/Romantik. Die wissenschaftlichen Aspekte werden nicht nur vernachlässigt, sondern sind teilweise eher lachhaft und wenig fundiert. Hinzu kommen bereits nach wenigen Folgen die inzwischen üblichen überraschenden Wendungen, die mehrfach die Geschichte auf den Kopf stellen und gähnende Logiklöcher erzeugen. Zudem ist mir nicht ganz klar, wie das ganze auf längere Sicht konsistent weitererzählt werden kann, ohne ins Lächerliche oder Abstruse abzugleiten. Bisher jedenfalls nicht übel, aber auch nichts Besonderes.

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