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Sonntag, 11. Mai 2014

Die Hugo-Nominierungen 2014 (Dramatische Präsentation, Kurzform)

Während der ersten Jahren nach der Aufteilung der Kategorie ab 2003 präsentierte sich die Kurzform  zunächst als spannendes Feld, mit Nominierungen u.a. aus den Whedeon-Shows Buffy, Angel und Firefly. Erste Gewinner waren eine Episode aus der letzten Buffy-Staffel, Gollums Preisrede bei den MTV-Awards (ok, welcome to Nerdtown) und die Premiere der großartigen ersten Staffel von Battlestar Galactica. Leider entwickelte sich die Kategorie ab 2006 dann zunehmend zur Lachnummer. Sechsmal gewannen Dr.-Who-Folgen, durchbrochen nur durch den (fragwürdigen) Preis für Joss Whedons amüsantes Internet-Musical Dr. Horrible's Sing-Along Blog. Insgesamt gab es seitdem über 20 Nominierungen aus dem Reboot einer BBC-Kinderserie aus den 60ern, bevor letztes Jahr dieser Lauf durch den Höhepunkt der zweiten Staffel von "Game of Thrones" (Blackwater) gebrochen wurde. Nur wenige Folgen der weitaus komplexeren Shows Galactica, Lost, Dollhouse und zuletzt Fringe schafften es überhaupt in die Auswahl.

Tatsächlich gibt es momentan einen Mangel an preiswürdigen Genre-Shows. Die genannten Highlights haben bisher noch keine ebenbürtigen Genre-Nachfolger gefunden, abgesehen von der alles überragenden Fantasyserie Game of Thrones. Ich könnte ein paar unterhaltsame Fantasy-Shows nennen, unter ihnen die (trotz offenbarer Vorliebe für Whedon-Shows nicht nominierten) Agents of Shield, Grimm, Arrow (obwohl die zweite Staffel immer mehr überdreht) und sogar, trotz des religiösen Unsinns, Sleepy Hollow. Gute Science Fiction aber fehlt völlig, da gibt es nur Rohrkrepierer wie Continuum, Under The Dome und Almost Human sowie indiskutable Teenie-Seifenopern unter dem SF-Deckmantel (Star-Crossed). Daher habe ich auf eigene Nominierungen verzichtet. Herausgekommen ist folgendes (selbst die Moderatoren konnten sich bei der Bekanntgabe ein Schmunzeln nicht verkneifen):
  • An Adventure in Space and Time, written by Mark Gatiss, directed by Terry McDonough (BBC Television)
  • Doctor Who: “The Day of the Doctor”, written by Steven Moffat, directed by Nick Hurran (BBC Television)
  • Doctor Who: “The Name of the Doctor”, written by Steven Moffat, directed by Saul Metzstein (BBC Televison)
  • The Five(ish) Doctors Reboot, written & directed by Peter Davison (BBC Television)
  • Game of Thrones: “The Rains of Castamere”, written by David Benioff & D.B. Weiss, directed by David Nutter (HBO Entertainment in association with Bighead, Littlehead; Television 360; Startling Television and Generator Productions)
  • Orphan Black: “Variations under Domestication” written by Will Pascoe, directed by John Fawcett (Temple Street Productions; Space/BBC America)
Der erste Eintrag ist ein TV-Film über die Entstehung von Dr. Who (mit 90 Minuten Länge gerade noch in die Kurzform gerutscht). Dann gibt es zwei Standardfolgen und ein Special von Dr. Who (Steven Moffat und Mark Gatiss zeichnen übrigens auch als Hauptautoren für den BBC-Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman verantwortlich). The Rains of Castamere hat meine Stimme natürlich sicher und wird auch gewinnen, darüber braucht man keine Worte mehr zu verlieren. Bleibt eine mir bislang unbekannte Show mit nur nominellem SF-Aspekt: Orphan Black. Die Nominierung ist rätselhaft, solange man nicht weiß, daß die Serie direkt nach Dr. Who im Programm lief. Ansonsten ist mir unklar, warum sich die Fans gerade auf diese 6. Folge verständigt haben.

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