GFR - der Große Freundliche RieseGFR/BFG ist gar nicht so groß - jedenfalls ist er der Kleinste und Schmächtigste im Riesenland. Dafür hat er als einziger einen Job - er fängt und verteilt Träume. Und er ist Vegetarier, im Gegensatz zu seinen Kollegen, die auch gern mal einen Menschenhappen verspeisen. Der frischgebackene Oscar-Gewinner Mark Rylance in der Titelrolle ist grandios, er allein kann dem Geschehen allerdings keine rechte Richtung geben. Seine Kapriolen sind aber nie weniger als amüsant, und der Brite hat die Wortspelunken des Reisen gut drunter.
BFG - Barely Funny Guys!Leider ist die Besetzung der zweiten Hauptrolle mit der unerfahrenen 11jährigen Ruby Barnhill nicht besonders gelungen. Es ist ja schön, dass hier keine Disney-Prinzessin agiert, aber vielleicht wäre Mut zu echter Häßlichkeit angebracht gewesen (wenigstens die für Briten traditionellen schiefen Zähne;-) So ist Sophie nur langweilig, und das Drehbuch tut ihr auch keinen Gefallen. Das Leiden unter dem Leben im Waisenhaus ist lediglich behauptet, und eine Lesebrille und eine Ausgabe von Nicholas Nickleby ergeben noch keinen überzeugenden Nerd.
GFR - Grusel-Faktor ReduziertÄhnlich wie in Scorseses Hugo Cabret kann ich hier nicht so recht eine Zielgruppe ausmachen. Die Verfilmung des Bilderbuchs von Roald Dahl (Charlie und die Schokoladenfabrik) ist technisch aufwändig, wirkt aber seltsam uninspiriert. Für kleine Kinder ist das vielleicht zu gruselig, für Größere aber schon zu langweilig. Die Geschichte ist geradlinig erzählt und bietet kaum Überraschungen. Die Spielberg-Magie ist trotz des (letzten) Drehbuchs der E.T.-Erfinderin Melssia Mathison kaum spürbar. Besonders müde ist der Score von Altmeister John Williams, der hier zum 24. Mal mit Spielberg gearbeitet hat.
BFG - Better Fart GreenIm dritten Akt wird dann endgültig jedes vernünftiges Maß von Albernheit überschritten. Wir befinden uns zwar in den 80ern, allerdings offenbar in einer Alternativwelt, in der die Queen (Penelope Wilton) Generäle befiehlt und zu den Klängen von "Rule Britannia" in Marsch setzt (von Prince Philip übrigens keine Spur). Rebecca Hall (Vicky Cristina Barcelona, Iron Man 3) darf als Kammerfrau mal unbeschwert lieb sein. Rafe Spall lädt immerhin zum Schmunzeln ein mit seinen Versuchen, auch beim Dinner mit einem Riesen das Protokoll aufrecht zu halten. Und keine Sorge, bei der Produktion dieses Films kam kein Riese zu Schaden.
Annehmbar (5/10).
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