Warner Bros.: Why did Harry Potter have to end? He was only 17, and we need a success...
Rowling: Pottermore - em - More Potter?
Warner Bros.: Say Potter no more. Make us a franchise to rule them all!
Rowling: I want to bring fantastic beasts to the screen.
Warner Bros.: You will need some cash for the CGI. What did Jurassic World cost? Here's more.
Rowling: We'd better hire some actors, too. No more children, though.
Warner Bros.: Not even some ugly kids? We need to make Ezra Miller famous, he will be our new Flash!
Rowling: Ok, but I want an Oscar winner for the lead.
Warner Bros.: Agreed, but make his character childish.
Eddie Redmayne hat ausgesorgt. Das Publikum für die auf fünf Filme ausgelegte neue Kinoserie ist garantiert, und niemand geht irgendwelche Risiken ein. Dafür sorgen die Potter-erfahrenden Davids Heyman (Produktion) und Yates (Regie), Auch wenn die Geschichte 1926 in New York spielt, wird sie doch mit dem bekannten Schriftzug und John Williams' berühmten Thema eingeleitet. Leider ist der bisherige Adapteur Steve Kloves zwar noch als Produzent beteiligt, doch seine Handschrift ist nicht zu erkennen. Rowling wäre gut beraten gewesen, wieder nur eine Vorlage zu liefern. Ihr Drehbuch bietet zwar tolle Ideen, ist aber schwach strukturiert, und die Figuren sind lange nicht so plastisch wie erwartet. Gerade Newt birgt mit seiner offenbar tragischen Vorgeschichte zwar dramatisches Potential, das aber bisher nicht ansatzweise zum Tragen kommt. Sein Love Interest (Porpen)Tina kommt noch schlechter weg.
Im Quartett der Protagonisten sind Newt und Tina (Katherine Waterston) nominell die Hauptfiguren, wirken aber eher langweilig im Vergleich zu Tinas Charme versprühender Schwester Queenie (Alison Sudol) und vor allem Muggle/NoMag Kowalski (Dan Fogler), der den Magiern wieder und wieder die Show stiehlt (etwa wenn nicht Alohomora, sondern seine kräftige Schulter eine Tür öffnet). Die beiden bislang recht unbekannten Darsteller gehören übrigens zu den wenigen Amerikanern der britischen Produktion, was mich gelegentlich schon irritiert hat: Was bringt den Iren Colin Farrell oder die Engländerin Samantha Morton nach New York? Was die Nebenfiguren betrifft, hat die Besetzung auf mich ohnehin einen merkwürdigen Effekt. Zum Vergleich:
Harry Potter: Oh, Professor McGonagall, eine faszinierende Figur. Sie kann sich in eine Katze verwandeln! Übrigens toll gespielt von der zweifachen Oscar-Preisträgerin Maggie Smith.
Fantastische Tierwesen: Oh, das ist Jon Voight (Asphalt-Cowboy). Ist der alt geworden! Ob Tochter Angelina in 30 Jahren auch so aussehen wird? Wen spielt der Oscar-Gewinner hier noch mal?
Der Schauplatz New York bringt interessante Satire-Möglichkeiten, die leider fast alle verschenkt werden. Gerade mal erwähnt wird das Verbot von Misch-Ehen (zwischen Magiern und Muggles). Der Subtext von Samantha Mortons "Mary Lou" (ernsthaft?) sektenartig geleiteter Suppenküche und der fast faschistisch anmutenden amerikanischen Zauberervereinigung geht im bunten Geschehen unter. Rowlings Touristensicht auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt dadurch eher bitter rüber. Geradezu garstig fand ich die beiläufigen Todesurteile durch Auror Graves und die Todeskammer des Magischen Kongresses mit den sadistischen "Kranken"schwestern. Dann doch lieber Dementoren! Völlig unglaubwürdig ist auch eine schwarze Präsidentin des Kongresses. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die magische Gesellschaft derart progressiv gewesen sein sollte. Selbst einer besseren Schauspielerin hätte ich das nicht abgenommen - erst seit 1920 hatten Frauen in den USA überhaupt das Wahlrecht, Schwarze in vollem Umfang erst 1965!
Eigentlich befinden wir uns in den Goldenen Zwanzigern - Prohibition, Gangster - aber bis auf ein kleines Zwischenspiel in einer Untergrundbar (mit einem gelungenen Cameo von Hellboy Ron Perlman als Kobold) ist davon nichts zu spüren. Und auch wenn wir uns an die Zauberei gewöhnt haben und ein "Petrificus Totalis" höchstens für ein Schmunzeln gut ist, wurde für mich die Glaubwürdigkeit durch Newts wundersamen Koffer doch arg strapaziert. Hermines Tasche (mit Zelt, Büchern, Klamotten) konnte ich gerade noch akzeptieren, aber das? Immerhin reitet niemand auf einem Besen. Und über allem liegt die aufdringliche Musik von James Newton Howard, die uns wohl einhämmern soll, wie phantastisch das alles ist. Nur gelegentlich lockern Jazz-Klänge die Atmosphäre auf. Die 3D-Effekte sind dagegen schön, wann immer es phantastisch wird, und nervig, wenn Menschen im Vordergrund stehen.
Die nächste Folge soll in Paris spielen. Gibt es jetzt ein munteres Städtehüpfen? Klar ist jedenfalls, dass in der Fortsetzung ein gewisser abgehalfterter Star den Schurken spielt. Der wird in den letzten fünf Minuten aus dem Hut gezaubert, was in Fankreisen bereits für Empörung gesorgt hat. Und Albus Dumbledore, man kann es in der Potter-Wikipedia nachlesen, ist 1926 bereits 45 Jahre alt (er starb also mit zarten 116 Jahren). Er wird diesmal nur als Newts Hogwarts-Mentor erwähnt, das Casting ist aber bereits im Gange. Vielleicht nimmt das Franchise dann Fahrt auf. Mit 133 Minuten hat die Einführung einige Längen, bietet ansonsten aber gediegene Unterhaltung. Ordentlich (6/10).
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