Natürlich verzichte ich auf viele Filme. Kinobesuche plane ich nach meinen Vorlieben und dem Kritikerspiegel im Vorfeld. Einiges spare ich mir fürs Heimkino auf, anderes kommt auf die Liste "Kann man sich vielleicht mal anschauen, wenn's auf Netflix verfügbar ist". So muss ich sicher nicht erklären, warum ich mir trotz gewisser Sympathie für den Regisseur Duncan Jones' Warcraft nicht antun werde.
Tim Burtons Alice im Wunderland ritt 2010 die Erfolgswelle von Avatar und wurde zum bis dahin erfolgreichsten 3D-"Familienfilm". Es steht immer noch auf Platz 23 im exklusiven Club der Dollar-Milliardäre (inzwischen von einigen Disney-Produkten überholt). Ich mochte den seelenlosen Film überhaupt nicht, wie ich auch die Hauptdarstellerin Mia Wasikowska höchstens mal als Schurkin ertragen kann (etwa bei Jarmusch in Only Lovers Left Alive). Der einst so innovative, stilsichere Tim Burton hat leider seit zehn Jahren (mit seiner fabelhaften Neuverfilmung von Roald Dahls Charlie und die Schokoladenfabrik) nichts sehenswertes mehr geliefert, allenfalls Durchschnittskost wie Big Eyes. Sein nächstes Projekt soll eine Fortsetzung seiner schräg-genialen Komödie Beetlejuice sein - was aufgrund des aktuellen Comebacks von Michael Keaton eher kommerzielle Erwägungen vermuten läßt...
Beim kommerztechnisch verspäteten Nachfolger Alice hinter den Spiegeln des Regisseurs James Bobin, der auch die uninspirierten Muppets-Revivals mitzuverantworten hat, passe ich nun und verweise beispielhaft auf die herrliche Kritik von Matt Zoller Seitz auf der (von Kollegen fortgeführten) Website des jüngst verstorbenen Roger Ebert: Alice Through the Looking Glass.
Auch das Mitleid (bei mir eher: Schadenfreude) für Johnny Depp, der sich im Scheidungskampf mit der Barbie Amber Heard befindet, wird seinen nervigen Auftritt als Mad Hatter nicht erträglicher machen.Hoffentlich ist Vanessa klug genug, ihn nicht zurückzunehmen. Ein Foto aus glücklicheren Zeiten mit der Mutter seiner beiden (bald erwachsenen) Kinder:
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