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Dienstag, 1. Januar 2013

Kino-Jahresrückblick 2012

Die Frequenz meiner Kinobesuche ist in den letzten Jahren stetig zurückgegangen. Waren es 2005 noch 80 Filme, so blieben 2012 noch 40 Filme übrig, für die ich mich ins Kino bemüht habe. Alles übrige verlagere ich ins Heimkino oder spare es mir gleich.

Dass viele Prestige-Objekte der Filmstudios, in den USA rechtzeitig für die Oscars veröffentlicht, in Deutschland immer noch verspätet ins Kino kommen, erklärt die Häufung guter Filme zu Anfang und Ende des Jahres, mit dem einen oder anderen gelungenen Sommer-Blockbuster.

3D fand ich eigentlich nur für den "Hobbit" (HFR), "Life of Pi" und vielleicht noch "Die Vermessung der Welt", "Hugo Cabret" und "Merida" sinnvoll. Ich glaube, es ist noch lange nicht entschieden, ob sich diese Technik durchsetzen wird.

Meine besten Filme des Jahres


MEISTERWERK (10/10)

The Artist (Michel Hazanavizius/Frankreich)


Ein Glücksfall: Manchmal paßt einfach alles zusammen. Eine tolle Idee super ausgeführt, brillante Hauptdarsteller, wundervolle Musik, schwarzweiße Bilder ohne Dialoge. Und das alles von einem Regisseur, der vorher mit "OSS 117" mäßigen Klamauk (übrigens mit den gleichen Darstellern) produziert hatte!

HERAUSRAGEND (9/10)

Life of Pi (Ang Lee/USA)


siehe meine ausführliche Kritik

Cloud Atlas (Andy & Lana Wachowski, Tom Tykwer)


Eine überwältigende Bilderflut, allerdings ist es hilfreich, sich vorher durch das (längst nicht so gute) Buch gequält zu haben. Schade, daß wir Europäer uns so zieren, auf diesen Meilenstein des europäischen Kinos stolz zu sein.

The Avengers (Joss Whedon/USA)


Eine Genugtuung für alle Fanboys - nur James Cameron war erfolgreicher. Niemand schreibt so gut für Ensembles wie Joss. Jetzt beginnt bereits das Bangen, daß die Fortsetzung scheitern könnte, und die Hoffnung auf die parallel entstehende TV-Serie...

Der Hobbit - Eine unerwartete Reise (Peter Jackson/USA, Neuseeland)


siehe meine ausführliche Kritik

SEHR GUT (8/10)

Cabin in the Woods (Drew Goddard/USA)


Ein außergewöhnliches Drehbuch, das Goddard gemeinsam mit Joss Whedon (angeblich an einem Wochenende) geschrieben hatte und mit tollen Schauspielern, teilweise Bekannte aus dem Whedonverse, teilweise frische Gesichter, spannend und kompromisslos inszenierte.

Ted (Seth McFarlane/USA)


Der herrliche unkorrekte Teddybär, im Original vom Regisseur gesprochen, kompliziert Mark Wahlbergs Beziehungsleben. Mila Kunis kann hier zwar nicht mit so tollem Material wie in "Freunde mit gewissen Vorzügen" brillieren, ihre Vorzüge sind aber trotzdem gut inszeniert.

To Rome With Love (Woody Allen/USA, Italien)


Vielleicht der leichtfüßigste Eintrag in Woody Allens Tetralogie aus europäischer Kulturzentren (nach London, exemplarisch mit "Match Point" vertreten, Barcelona und Paris). Keine Episode hat mich enttäuscht. Roberto Benigni hat ein paar herrliche Szenen, und ich habe mich auch über den Auftritt des Meisters selbst gefreut. Dieser hat übrigens immer noch ein Auge für photogene junge Darsteller, in diesem Fall möchte ich die hinreißende 25jährige Alessandra Mastronardi hervorheben, die in Italien bereits viel beschäftigt ist, den meisten Zuschauern aber wohl unbekannt sein sollte.

GUT (7/10)

7 Psychos (Martin McDonagh), Argo (Ben Affleck), Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Lorene Scafaria), Hugo Cabret (Martin Scorsese), Magic Mike (Steven Soderbergh), Monsieur Lazhar (Philippe Falardeau), Moonrise Kingdom (Wes Anderson), The Descendants (Alexander Payne), Verblendung (David Fincher), Young Adult (Jason Reitman), Ziemlich beste Freunde (Olivier Nakache, Eric Toledano)

Enttäuschungen


Merida ("Brave") - 6/10: Der erste Pixar-Film mit einer Prinzessin als Heldin wirkt eher wie ein mäßiges Disney-Produkt
Skyfall - 6/10: Nur noch der Name ist Bond, James Bond. Da hilft es auch nicht, daß am Ende die Traditionen wie mit der Brechstange wiederhergestellt werden: M ist wieder männlich, Moneypenny wieder zugeknöpft...
The Amazing Spider Man - 6/10: Die Chemie zwischen Andrew Garfield und Emma Stone stimmt, aber ansonsten ist dieser Reboot ziemlich überflüssig. Angeblich wurden nachträglich die interessantesten Szenen rausgeschnitten, um sie für die Fortsetzung aufzuheben...

Hier noch ein Bild der Profi-Kollegen, das ich aus Copyright-Gründen bestimmt nicht hier reinkopieren darf:

Große Verantwortung

Dark Shadows (Tim Burton) - 5/10: Die Fernsehserie aus den 60ern war zwar lachhaft, hatte aber eine Art unbeholfenen Charme. Dieses Projekt ging im Nirvana zwischen Hommage und Persiflage verloren. Schlimmster Effekt: Chloe Moretz als Werwolf.
Prometheus (Ridley Scott) - 5/10: Es wurde soviel Energie auf die Ankopplung an die Alien-Saga ver(sch)wendet, aber: Mit Plausibilität oder Spannung hätte man den Zuschauern einen größeren Gefallen getan. Toll allerdings Michael Fassbender als Android, zumindest in der ersten Hälfte.
Die Vermessung der Welt (Detlev Buck) - 5/10: Ambitioniert gescheitert, aber immerhin ein deutscher 3D-Film mit schönen Bildern. Buck, mach mal wieder eine kleine Komödie wie Karniggels!

Schlecht (zum Glück nur im Heimkino ertragen):


Snow White and the Huntsman: Ich weiß nicht, ob ich mich mehr über die öde Darstellung von Kristen Stewart als Schneewittchen aufregen soll oder über die Kolportagen, daß ihr Knutschen mit dem Regisseur ihre Twilight-Romanze mit Vampir-Boy gefährdet hat... Selbst das andere Schneewittchen-Projekt mit Julia Roberts als böser Hexe war etwas besser.
Die Piraten (Aardman): Leider trotz Stopmotion ziemlich leblos.
Rock of Ages: Einige witzige Momente, ansonsten blasse Jungstars, die Rockhits aus den 80ern zombifizieren. Mußte mir danach erst mal Foreigners "4" in voller Lautstärke auflegen, um den Schmalz wegzuspülen.

Im Heimkino entdeckt:


Best Exotic Marigold Hotel (John Madden) - 7/10: Topbesetztes britisches Schauspieleraltenheim
Ein Monster in Paris - 7/10: Ein süßer französischer Animationsfilm mit Liedern von M(athieu Chedid), gesungen gemeinsam mit Vanessa Paradis (und Sean Lennon in der englischen Variante).
Lachsfischen im Jemen (Lasse Hellström) - 7/10: Ein Feelgood-Movie mit sympathischen Darstellern und Satire ohne Widerhaken.
My Week With Marilyn - 7/10: Michelle Williams und Kenneth Branagh als Monroe und Olivier - ein Fest für Cineasten, ansonsten etwas oberflächlich.

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