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Samstag, 22. Juni 2013

Kästner "endlich" als eBook - mit unverschämten Preisen

Die frohe Kunde erreichte mich als Werbebotschaft: Kästner jetzt endlich in elektronischer Form. Prima, dachte ich - meine Werkausgabe, die ich als Student mal für ein paar Mark erworben hatte, landete bereits vor einigen Jahren wegen zunehmender Zerfledderung im Müll. Meine Suchergebnisse bei Amazon liefern nun u.a.:
  • Emil und die Detektive: 9,99€
  • Das fliegende Klassenzimmer: 9,99€
  • Drei Männer im Schnee: 15,99€!

Zum Vergleich: Das Taschenbuch von "Drei Männer im Schnee" kostet 7,90€. Alle Preise sind vom Verlag festgelegt, Buchpreisbindung läßt grüßen. Die Kosten für Druck und Vertrieb eines Papierbuchs sind mit Sicherheit höher als die Provision, die Amazon für die Kindle-Edition einstreicht. Daraus schließe ich zum wiederholten Male: Deutsche Verlage möchten keine eBooks verkaufen. Ich persönlich jedenfalls mache bei diesem Nepp nicht mit. Über Heinrich Bölls gesammelte Erzählungen für 9,99€ hatte ich mich vor Jahren noch gefreut, muß aber nun feststellen, daß eine gebundene Ausgabe zum gleichen Preis erhältlich ist!

Über Vor- und Nachteile elektronischer Bücher ist ja schon viel geschrieben worden. Ich persönlich genieße es, auch auf Reisen und in der U-Bahn eine komplette Bibliothek parat zu haben. Und ich spare Regalplatz, den ich dann für Blu-rays und CDs nutzen kann. Trotzdem muß das Preisniveau sich m.E. deutlich unter dem für Taschenbücher einpendeln. Auf ein gewichtiges Argument hierzu bin ich neulich aufmerksam geworden: Was passiert mit meiner Sammlung nach meinem Tod? Die meisten Kindle-Bücher sind per DRM geschützt und nur auf meinen Geräten lesbar. Eigentlich müßte es möglich sein, ein Amazon-Konto auf einen Erben umschreiben zu lassen. Andernfalls löst sich meine Sammlung mit dem unvermeidlichen Ausfall meiner Geräte in Luft auf...

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