Bei True Detective hält sich der Aufwand immerhin in Grenzen, da es sich um acht einstündige Episoden handelt, die ähnlich wie bei Sense8 ein erzählerisches Ganzes ergeben und anders als dort sogar in sich abgeschlossen sind - die zweite Staffel soll eine völlig neue Geschichte mit frischen Figuren und Darstellern erzählen (und kam nicht mehr so gut an). Hier also meine bescheidene Meinung dazu: Ich fand das nicht so doll. Woody Harrelson und der frischgebackene Oscar-Gewinner Matthew McConaughey sind zwar stets sehenswert. Auch Ausstattung, Kameraführung und sonstige schauspielerische Leistungen sind erste Sahne. Ich bin auch nicht (wie manche andere) eingeschlafen vor Langeweile, aber inhaltlich gibt es eine Menge Probleme:
- Die komplizierte Erzählstruktur erfüllt im Nachhinein keinen Zweck außer der Erzeugung von künstlicher Spannung. Die beiden interviewenden Polizisten in der "Gegenwart" bleiben Staffage, sie haben schlußendlich mit der Aufklärung nichts zu tun.
- Es wird eine Verschwörungstheorie postuliert und verfolgt. Am Ende mag es eine solche Verschwörung gegeben haben, in der Auflösung wird aber lediglich ein dritter Täter dingfest gemacht. Das ist für mich Verrat am Zuschauer.
- Die hochgelobten Charakterisierungen bleiben für mich fragmentarisch, vor allem die des Familienvaters Marty. Die Darstellung der Beziehung zu seinen Töchtern fand ich nicht mehr elliptisch, sondern nur noch kryptisch.
- Rusts "philosophische" Monologe wirbeln nur altbekannte Klischees auf. Alles wiederholt sich? Wir sind doch nicht im Wheel of Time!
Für mich ist True Detective damit leider nur ein schwarzes Loch am Firmament (wer die Staffel bis zum Ende verfolgt hat, wird den Bezug verstehen).
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen