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Sonntag, 11. Oktober 2015

Gemischte Gefühle: Alles steht Kopf (6/10)

Und wieder so ein Kritiker-Juggernaut! Dieser 15. Pixar-Langfilm ist bereits auf Platz 63 der IMDB-Top 250 geschossen. Und doch häufen sich dort Kommentare frustrierter Eltern, deren Kinder sich gelangweilt und/oder überfordert gefühlt haben. Tatsächlich kann ich keine geeignete Altersgruppe für diesen Film identifizieren, und auch keine Eigenschaften, die über die gewohnte Basisqualität der Trickfilmschmiede hinausragen. Alles steht Kopf bietet weder die emotionale Achterbahnfahrt von Findet Nemo! noch die verspielte Originalität der Monster AG, weder die Eleganz von Wall-E noch die fröhliche Spannung der Unglaublichen, weder die aberwitzige Geschichte von Ratatouille noch den unendlichen Charme meines Pixar-Favoriten Oben. Überhaupt erzeugt Inside Out gerade für eine Geschichte über personifizierte Gefühle kaum eine emotionale Bindung zum Zuschauer (bis es zum Schluß dann arg sentimental wird). Natürlich gibt es ein paar sehenswerte Szenen (mein Favorit ist die Halle der abstrakten Gedanken, in der die Figuren kubistisch zerlegt werden), und die Gedankenwelt mit ihrem Kurz- und Langzeitgedächtnis und den durch Plattformen versinnbildlichten Schlüsselerlebnissen ist liebevoll ausgestaltet. Aber die handelnden Figuren bleiben blass: Freude, Kummer, Wut, Angst und Ekel (welches, durchaus plausibel, auch für die Eitelkeit zuständig ist) agieren weitgehend beliebig. Kritiker lieben es jedoch, wenn sie an einen Film ihre philosophischen Ergüsse andocken können, auch wenn diese mit dem Inhalt bald nichts mehr zu tun haben. Ich persönlich habe mich zwar nicht gelangweilt, kann aber auch nicht auf ein besonderes Erlebnis zurückblicken. Ordentlich (6/10).

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