Suche im Blog

Donnerstag, 14. Januar 2016

Alan Rickman: 21.2.1946-14.1.2016

Er war nie für einen Oscar nominiert, und doch kennt ihn jedes Kind. Es scheint, als ob J.K. Rowling Severus Snape, ihre komplexeste Figur, extra für ihn erschaffen hätte. Nach acht Filmen kann sich niemand Harry Potter ohne ihn vorstellen.


Alan Rickman hatte die Art trauriges Gesicht, das je nach Rolle herzerwärmend oder furchteinflößend, melancholisch oder zynisch sein konnte. Dazu paßte seine unverkennbare kehlige Stimme, die genauso bedrohlich wie zärtlich klingen konnte.

Bekannt wurde er durch Schurkenrollen: In seinem Kino-Debut beeindruckte der Londoner 1988 als deutscher Meisterkrimineller Hans Gruber in Stirb Langsam, dann spielte er Robin Hood Kevin Costner als Sheriff von Nottingham an die Wand (und gewann dafür immerhin einen BAFTA). Daher gelang Ang Lee 1995 ein genialer Casting-Coup, als er Rickman in Sinn und Sinnlichkeit als Colonel Brandon besetzte, den hoffnungslosen älteren Freier Mariannes, der am Ende doch noch triumphieren durfte.

Reichlich Humor bewies Rickman, als er 1999 für Kevin Smith den Erzengel Metatron und ein Jahr später in Dean Parisots Galaxy Quest einen depressiven Alien-Darsteller mimte ("by Grabthars hammer..."). Dann brach er in Richard Curtis' Weihnachtsmärchen Tatsächlich...Liebe nicht nur Emma Thompson das Herz, als er für ein Küßchen von Heike Makatsch seine Ehe aufs Spiel setzte. Gern erinnere ich mich auch an seinen liebenswerten Auftritt in der unterbewerteten Autismus-Romanze Snow Cake von 2006, an der Seite von Sigourney Weaver.

Alan Rickman wurde nur 69 Jahre alt. Ich wäre ihm gern noch für Jahrzehnte auf der Leinwand begegnet.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen