Regisseur Adam McKay (Anchorman: Die Legende von Ron Burgundy) erzählt die Geschichte als tiefschwarze Komödie in halbdokumentarischem Stil. Die Darsteller wenden sich gelegentlich mit Hintergrundinformationen direkt an die Kamera. Protagonisten sind mehrere Gruppen von Akteuren, die die Krise früh vorhersahen und entsprechend von ihr profitiert haben. Dies gelang durch den Kauf sogenannter "Shorts": Wetten auf das Scheitern von Immobilienfonds. Am meisten erfahren wir über Michael Burry, einen autistischen Investment-Banker, der am Ende für sich und seine Kunden mehr als eine Milliarde Dollar Gewinn erzielen konnte. Christian Bale wurde für diese doch eher skizzenhaft porträtierte Figur gerade für seinen dritten Oscar nominiert (er gewann bereits 2011 für The Fighter). Daneben spielt Steve Carell den von ihm patentierten polternden Miesepeter, der (wenn ich das richtig verstanden habe) gegen sein eigenes Mutterunternehmen Morgan Stanley wettet und in wütenden Brandreden schon früh auf die kriminellen Machenschaften der Branche aufmerksam macht (die Figur basiert auf einer realen Person). Des weiteren gibt es ein paar Jungbanker, u.a. von Hamish Linklater und Rafe Spall porträtiert, die mit Hilfe eines zwielichtigen Branchenkenners (Produzent Brad Pitt in einer Gastrolle) ebenfalls ein paar Millionen aus der Situation herausschlagen.
All diese Profiteure haben durchaus ein schlechtes Gewissen, obwohl ihre Millionengewinne nur ein winziger Nebeneffekt beim Platzen der Billionen-Dollar-Blase sind. Das kann man von Ryan Goslings zynischem Manager der Deutschen Bank nicht sagen - der geschniegelte Jungstar verleiht dem Übel ein photogenes Gesicht.
Besonders schwierige Themen erklärt der Film mit Hilfe von Prominenten:
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The Big Short ist einer der wenigen würdigen Oscar-Kandidaten des Jahres, auch wenn es nicht der ganz große Wurf ist. Dazu sind die Figuren zu skizzenhaft gezeichnet und die Handlung zu redundant aufgebaut. Aber er überragt alle anderen Beiträge zu diesem Thema, wenn man etwa an das sentimentale Drama The Company Men von 2010 denkt (mit Ben Affleck und Kevin Costner). Sehr gut (8/10).

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