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Dienstag, 23. Mai 2017

Einer der letzten Gentlemen: Roger Moore 1927 - 2017



Dass er mein Lieblingsbond war, habe ich bereits ausführlich dargelegt: Nobody does it better. In Deutschland wenig bekannt ist, dass Roger Moore in den 60ern bereits ein berühmter Fernsehstar war. Als Simon Templar (im Original The Saint) spielte er zwischen 1962 und 1969 bereits einen Playboy/Detektiv, und nur aufgrund seiner vertraglichen Bindung an diese Serie musste er dem übrigens drei Jahre jüngeren Sean Connery den Vortritt als James Bond lassen. Beliebt war Moore in Deutschland allerdings durch seine Folgeserie Die 2 ("The Persuaders", 1971/72), seit einigen Jahren als schöne Blu-ray-Edition erhältlich  Die gut ausgestattete, an phantastischen Schauplätzen gedrehte Abenteuerreihe bietet auch heute noch gediegene Unterhaltung, wenngleich ich kein Fan der für die 70er typisch überdrehten deutschen Synchronisation bin. Auch im Original sprühen da oft die Charme-Funken zwischen Roger Moore und seinem Co-Star Tony Curtis, auch wenn dieser am Set meist betrunken gewesen sein soll.



Natürlich spielte Moore gelegentlich auch in Nicht-Bond-Filmen mit, auch wenn nichts herausragendes dabei war. Ich persönlich schätze etwa das kriegerische Abenteuer vor Apartheits-Hintergrund  Die Wildgänse kommen von 1978, wo er an der Seite von Richard Burton, Richard Harris, Hardy Krüger und Stewart Granger Teil eines unglaublichen Ensembles war. Das ist sicher ein Stück Kitsch, das man jung gesehen haben muss; ich habe mich jedenfalls gefreut, als es vor zwei Jahren nach etlichen unbefriedigenden Versionen endlich in einer schönen Fassung wiederveröffentlicht wurde.



Nach 1985 nutzte Moore seine Popularität vor allem für Wohltätigkeitsarbeit, so für UNICEF und PETA. Seit 2003 durfte er sich Sir Roger nennen - er war ein Gentleman durch und durch (um dem auf den Grund zu gehen, müsste man natürlich auch seine vielen Frauen befragen). Mir ein Vorbild ist er vor allem durch seinen Humor - er nahm sich und die Welt nicht zu ernst. Moore wäre im Oktober 90 geworden. Es ist wohl passend, dass er als zwar nicht erster, aber als ältester "offizieller" Bond-Darsteller nun als erster die Bühne verlässt (zählt man Casino Royale von 1967, so wären da allerdings noch David Niven, Peter Sellers und Woody Allen zu erwähnen). Harald Schmidt hat er übrigens 1996 erzählt, er sei schon mit Frack geboren worden.



Welch ein feiner Mensch Roger Moore war, erhellt am besten eine Anekdote, die momentan über Twitter verbreitet wird. Ich versuche mal, das Original frei in Deutsch zusammenzufassen:
1983 wartete ein 7jähriger Junge mit seinem Großvater am Flughafen Nizza und erkannte plötzlich am Gate den zeitungslesenden James Bond. Opa, Opa, bitte besorg mir ein Autogramm? Der Opa kannte den Herrn zwar nicht, fragte aber höflich im Namen seines Enkels und bekam auch die Unterschrift. Der Junge war allerdings enttäuscht, denn es war die falsche: "Roger Moore" stand da, nicht "James Bond". Also schickte er den Opa erneut los, mit der Bitte um Korrektur. Da rief der Herr den Jungen zu sich und flüsterte ihm ins Ohr: Ich muss als "Roger Moore" unterschreiben, denn sonst könnte mich Blofeld finden! Bitte erzähl auch niemandem, dass du mich getroffen hast. Danke, dass du mein Geheimnis bewahrst!

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