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Sonntag, 28. Mai 2017

Fluch der Karibik 5 blablabla (5/10)

Nur ein paar Worte zum nunmehr fünften Teil der Captain-Sparrow-Show (mit dem Untertitel "Salazars Rache" oder "Dead Men Tell No Tales", je nachdem wo man wohnt). Ja, er ist besser als der vierte Teil (keine Kunst), und nein, er ist wieder nicht mehr als ein müder Abklatsch des Überraschungshits von 2003. Mehr ist nicht besser, und so hilft es weder, dass die Geisterpiraten  löchriger als zuvor sind, noch dass die Schiffe schneller sinken, als man sie den unterschiedlichen Parteien zuordnen kann. Es gibt einen Überschuss an Kapitänen, und dabei ist Captain Sparrow längst nicht mehr der interessanteste (auch wenn ich es liebe, wie Javier Bardem den Namen ausspricht).


Diese Ehre gebührt Geoffrey Rushs Barbossa. Der Oscar-Gewinner (für sein Porträt des schizofrenen Ausnahmepianisten David Helfgott in Shine) vermag es, dem wieder in Fleisch und Blut stehenden Verbündeten/Wiedersacher Sparrows ohne extravagantes Posieren Klasse und Pathos zu verleihen. Johnny Depp hingegen ist nur noch ein Gimmick, offenbar inzwischen in persona meist betrunken, mit unerträglichen Starallüren (seine Dialoge sollen ihm angeblich per Knopf im Ohr souffliert worden sein) - hier hat die Figur den Schauspieler überholt.



Zum Glück gibt es reichlich weitere Figuren, von denen mir nach Barbossa die "Hexe" Carina (Kaya Scodelario aus Maze Runner) am besten gefiel, die ihre dämlichen Dialoge immerhin mit Feuer und Leidenschaft rezitiert. Ihr romantischer Gegenpart hingegen (Brenton Thwaites aus dem trotz Jeff Bridges und Meryl Streep öden Hüter der Erinnerung) ist ein unsägliches Weissbrot, gegen den Orlando Bloom ein Schauspielgott ist (dieser taucht übrigens nebst Keira Knightley in einem Cameo auf, mit dem vagen Versprechen auf größere Rollen in der nächsten Fortsetzung).



Javier Bardem hat seit seinem Oscar von 2008 für das Meisterstück der Coens, No Country For Old Men, den Bösewicht mit spanischem Akzent perfektioniert (und in Skyfall auch zu viel Geld gemacht), ist hier allerdings hoffnungslos unterfordert. "Faramir" David Wenham dagegen wird mit zunehmendem Alter nur farbloser.



Mehr ist nur in einer Hinsicht besser: Die beiden norwegischen Regisseure Joachim Roenning und Espen Sandberg, deren schönes Meeresabenteuer Kon-Tiki 2013 Oscar-nominiert war, setzen den dürftigen Stoff der renommierten, wahrscheinlich überbezahlten Autoren ordentlich um, mit viel Karacho und ein paar ganz hübschen Szenen (etwa die zwischen dem frankophilen Johnny Depp und einer Guillotine). Ansonsten muss man sich von dem Blödsinn einfach überspülen lassen - Augen auf und durch! Annehmbar (5/10).



P.S.: Hier noch der Score für coole Cameos:
Rolling Stones 1 - Beatles 0

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