Laut Douglas Adams hat der Genuß eines pangalaktischen Donnergurglers eine Wirkung, „als werde einem mit einem riesigen Goldbarren, der in Zitronenscheiben gehüllt ist, das Gehirn aus dem Kopf gedroschen“. So ähnlich habe ich mich beim IMAX-3D-Erlebnis von Jupiter Ascending gefühlt, der neuen Extravaganz der Wachowski-Geschwister. Nach diesem 200-Millionen-Dollar-Flop ist wohl endgültig klar, daß sie ihr kreatives Pulver bereits mit der Matrix (erstem Teil) verschossen hatten und höchstens noch durch starke Zügelung via Co-Regisseur und ergiebigem Quellmaterial wie bei Cloud Atlas zu Höchstleistungen fähig sind.
Das ist schon ein trauriger Abschied von Mila Kunis, die sich nach der Geburt ihrer Tochter ins Privatleben zurückziehen möchte. Sie spielt Jupiter, eine Putzfrau, die durch eine kosmische Fügung die EXAKT GLEICHE Genkonfiguration hat wie eine verstorbene galaktische Potentatin. Das ist etwa so wahrscheinlich, als ob sämtliche Putzfrauen der Welt gleichzeitig im Lotto gewinnen würden, aber sei's drum. Es beginnt ein großes Gezanke der drei Sprößlinge der Potentatin, denn Jupiter erbt DIE ERDE (warum kleckern, wenn man klotzen kann). Warum die so wertvoll ist, will ich hier nicht verraten, nur ein kleiner Tip: "Soylent Green is People!"
Der Film wurde lange vor Milas Schwangerschaft gedreht, und der Starttermin des Spektakels wurde sicher auch deswegen so lange verschoben, damit Eddie Redmayne im Jahr seines Oscar-Triumphes nicht auch noch ins Rennen für die Goldene Himbeere gehen muß. Er spielt den mit 14.000 Jahren ältesten Sohn jener gengleichen Potentatin, die er natürlich selbst umgebracht hat. Zugegeben würde er auch für 1.000 Jahre durchgehen, aber leider ist seine Figur mit unerträglich heiserer Stimme und britisch-aristokratischem Gehabe viel zu langweilig, um den Zuschauer zum Hingucken zu bewegen.
Die Handlung besteht dann darin, daß Jupiter vom ersten Sproß gekidnappt wird, mit viel Wirbel befreit wird, dann dem nächsten Sproß in die Hände fällt, wieder gerettet wird, nur um zuletzt beim Oberschurken zu landen. Es wäre ja schön, wenn sie dabei über sich hinauswachsen und aktiv zu ihrer Rettung beitragen würde, aber dazu gibt's ja den generischen Actionhelden: Channing Tatum ist spätestens seit Magic Mike der Lieblingsschwarm aller Frauen und der heimliche Schwarm vieler Männer, aber hier wirkt er mit Bärtchen und Hundeohren so unattraktiv, daß kaum eine Reinigungskraft sich für ihn begeistern könnte - selbst wenn man in Betracht zieht, daß er praktisch im Alleingang gegen eine komplette galaktische Zivilisation antritt. Nun, nicht ganz, denn Sean Bean kämpft gelegentlich auf seiner Seite, und stirbt dabei nicht mal. Wäre aber auch nicht aufgefallen, wenn man ihn rausgeschnitten hätte.
So bewegt sich der Film zwischen tosenden Actionszenen mit durchaus coolen Ideen, die aber schnell ausgereizt sind, und öder Exposition. Dazwischen gibt es eine surreale Hommage an Brazil, inklusive Cameo vom Meister Terry Gilliam selbst, bei dem Jupiter der galaktischen Bürokratie ihre Erbansprüche melden will. Dies und die tricktechnischen Schauwerte und Milas Charme machen das ganze gerade noch
Erträglich (4/10).
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