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Montag, 23. Februar 2015

Mein Oscar-Tip 2015

In diesem Jahr findet sich bei durchaus guten Beiträgen kein einziger herausragender Kandidat. Die Akademie hat sich keinen Gefallen damit getan, den unterhaltsamsten und erfolgreichsten Film von 2014 fast vollständig zu ignorieren. Guardians Of The Galaxy stand gerade mal für Makeup und Visuelle Effekte auf dem Wahlzettel. Mit einem gewissen Konsens wird die Einzigartigkeit von Boyhood anerkannt, was Regisseur Richard Linklater mit ziemlicher Sicherheit einen Oscar einbringen wird. Aber ob die Mehrheit dies auch als "Besten Film" honoriert, ist noch offen. Zum einen könnte ein von den Medien aufgeputschtes kollektives schlechtes Gewissen (wegen fehlender Nominierungen schwarzer Darsteller und der Regisseurin) der Martin-Luther-King-Biographie Selma zum Sieg verhelfen, zum anderen ein falscher Patriotismus Clint Eastwoods American Sniper (das ist aber unwahrscheinlich). Theoretische Chancen hat auch der von der Kritik geliebte Birdman.

Bester Film


Mein Tip und mein Favorit: Boyhood

Beste Regie

Alejandro González Iñárritu - Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Richard Linklater - Boyhood
Bennett Miller - Foxcatcher (3/10)
Wes Anderson - Grand Budapest Hotel
Morten Tyldum - The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben

Mein Tip und mein Favorit: Richard Linklater

Bester Hauptdarsteller

Steve Carell - Foxcatcher
Bradley Cooper - American Sniper
Benedict Cumberbatch - The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
Michael Keaton - Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Eddie Redmayne - Die Entdeckung der Unendlichkeit 

Mein Tip: Eddie Redmayne
Mein Favorit: Benedict Cumberbatch, aber auch für Michael Keaton würde ich mich freuen

Manchmal wundert man sich, wie Spencer Tracy (den viele für den besten Filmschauspieler des 20. Jahrhunderts halten) zu seinen zwei Oscars kam, denn eigentlich liebt die Akademie Verwandlungskünstler. Hinzu kommt hier die allgemeine Bewunderung für Hawking, der bei den BAFTAs sogar noch Witzchen mit Stephen Fry austauschen durfte.

Beste Hauptdarstellerin

Marion Cotillard - Zwei Tage, eine Nacht
Felicity Jones - Die Entdeckung der Unendlichkeit
Julianne Moore - Still Alice - Mein Leben ohne Gestern
Rosamund Pike - Gone Girl - Das perfekte Opfer
Reese Witherspoon - Der große Trip - Wild

Mein Tip und Favorit: Julianne Moore (obwohl ich den Film noch nicht gesehen habe)

Sie war dieses Jahr auch im mißlungenen Maps to the Stars zu sehen, aber das sei ihr verziehen! Marion Cotillard ist immer sehenswert, hat aber genau wie Reese Witherspoon bereits eine Statue. Rosamund Pike mag ich, aber Finchers Film war überhaupt nicht meine Sache. Felicity Jones könnte höchstens von der Hawking-Welle profitieren.

Bester Nebendarsteller

Robert Duvall - Der Richter: Recht oder Ehre
Ethan Hawke - Boyhood
Edward Norton - Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit
Mark Ruffalo - Foxcatcher
J.K. Simmons - Whiplash

Mein Tip und Favorit: J.K. Simmons


Beste Nebendarstellerin

Patricia Arquette - Boyhood
Laura Dern - Der große Trip - Wild
Keira Knightley - The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
Meryl Streep - Into the Woods
Emma Stone - Birdman oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit

Mein Tip und Favorit: Patricia Arquette (so sehr ich Emma Stone und Keira Knightley auch liebe)


Bestes Originaldrehbuch

Alejandro González Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris & Armando Bo - Birdman
Richard Linklater - Boyhood
E. Max Frye & Dan Futterman - Foxcatcher
Wes Anderson & Hugo Guinness - Grand Budapest Hotel
Dan Gilroy - Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

Mein Favorit: Grand Budapest Hotel
Mein Tip: Grand Budapest Hotel

Drehbuchpreise sind stets am schwierigsten einzuschätzen. Wenn es keinen Durchmarsch eines einzigen Films gibt, werden hier oft "Trostpreise" vergeben. Chancen haben auch Birdman und (unwahrscheinlich) Boyhood. Für Wes Andersons stark europäisch geprägten Film ist es bereits eine große Ehre, so stark vertreten zu sein.

Bestes adaptiertes Drehbuch

Jason Hall - American Sniper
Graham Moore - The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben
Paul Thomas Anderson - Inherent Vice - Natürliche Mängel
Anthony McCarten - Die Entdeckung der Unendlichkeit
Damien Chazelle - Whiplash

Mein Tip: Die Entdeckung der Unendlichkeit
Mein Favorit: The Imitation Game 

Chancen haben auch American Sniper und Whiplash.


Bester fremdsprachiger Film

Ida
Leviathan
Tangerines
Timbuktu
Wild Tales - Jeder dreht mal durch

Obwohl ich den Favoriten nicht gesehen habe:

Mein Tip: Leviathan (es kann aber auch Ida gewinnen)
Mein Favorit: Timbuktu (hat gerade immerhin etliche Césars gewonnen)


Bei den übrigen Kategorien müßte ich raten. Leider ist Wim Wenders bei den Dokumentarfilmen wieder nicht Favorit (Er ist seit seinen Nominierungen für Buena Vista Social Club und Pina Enttäuschungen gewohnt). Alexandre Desplat müßte es mit zwei Nominierungen dieses Jahr eigentlich schaffen, aber viele mochten auch Jóhann Jóhannsons Score für die Hawking-Biographie.

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