Meine Rangfolge der nominierten Beiträge in der Kategorie "Dramatische Kurzform" sieht wie folgt aus:
1. Game of Thrones, The Mountain and the Viper
Obwohl mir persönlich Episode 6, "The Laws of Gods and Men", etwas besser gefiel, ist diese Episode 8 allen übrigen Kandidaten qualitativ haushoch überlegen. Leider ist es D&D (so das Fankürzel für die Chefautoren David Benioff und D.B. Weiss) in diesem Jahr gelungen, die Staffel 5 ziemlich vor die Wand zu fahren (dazu vielleicht in einem späteren Beitrag mehr). Trotzdem ist auch diesmal wieder Folge 8, Hardhome, nominierungswürdig, wenngleich ihre Bedeutung durch das Ende des jämmerlich überladenen Staffelfinales leider fast negiert wird.
2. Grimm, Once We Were Gods
Die dritte Staffel von Grimm bietet nach wie vor solide Unterhaltung auf hohem Niveau, auch wenn der eine oder andere übergreifende Handlungsstrang leicht mißlungen ist. Die Serie lebt aber von ihren Figuren, vor allem dem Traumpaar Monroe und Rosalee, und dadurch macht für mich gerade den von vielen gehaßten "Fall der Woche" immer wieder am meisten Spaß. "Once We Were Gods" ist so eine Episode, nicht unbedingt die beste der Staffel, aber bestimmt erinnerungswürdig. Ägyptische Mythologie scheint bei SF-Fans immer noch punkten zu können (siehe "Stargate"), und das ist für mich als einfache Kehrseite-Schlich-kennen durchaus in Ordnung.
3. Orphan Black, By Means Which Have Never Yet Been Tried
Die Abenteuer der von Tatiana Maslany nach wie vor talentiert und unterhaltsam verkörperten Klone sind mir inzwischen dank Netflix ein wenig ans Herz gewachsen, auch wenn die Fortsetzung nur Variationen der ersten Staffel bietet (die Serie geht noch mindestens in die vierte Runde). Man muß halt die abstrusen Handlungswirren weitgehend ignorieren und Spaß an den Darstellungen finden. Meine Favoriten sind Sarahs schwuler Bruder Felix (Jordan Gavaris) und natürlich ihre lesbische, bebrillte Klonschwester Cosima, um deren Gesundheit man sich leider Sorgen machen muß. Die blumigen Episodentitel sind übrigens dem Werk von Francis Bacon entlehnt (eine Info, die ich dem Unaffiliated Critic verdanke). Das nominierte Staffelfinale bietet zwar die üblichen Cliffhanger und neuen Verwicklungen (u.a. eine neue Gruppe von männlichen Klonen), in Erinnerung bleibt aber die herzerwärmende Party, bei der Tatiana mit sich selbst (und sich selbst, und sich selbst, und sich selbst) tanzen darf.
4. No Award
Dabei hätte es preiswürdige Episoden von Person of Interest oder Agents of Shield gegeben...
5. The Flash, Pilot
Die Pilotfolge war zwar unterhaltsam und führte einige liebenswerte Figuren ein, der Handlungsverlauf beißt sich aber bereits in der ersten Staffel derart in den eigenen Schwanz, daß das Gesamterlebnis dieser DC-Show eher frustriert.
6. Dr. Who, Listen
Ebenfalls dank Netflix konnte ich mir diese Folge mal isoliert anschauen, was ja bei Dr. Who durch das Fehlen einer ernstzunehmenden fortlaufenden Handlung unproblematisch ist. Die Folge von Hauptautor Steven Moffat (der mit seinem Dr.-Who-Kollegen Mark Gatiss auch Sherlock ausgeheckt hat) hat leider meine Vorurteile gegen die Serie nur verstärkt, die gerade mit dem zwölften Doktor in die neunte Staffel der Neuauflage geht. Zu meiner Verteidigung möchte ich anbringen, daß ich immerhin die erste Staffel nach ihrem Erscheinen in Gänze konsumiert hatte (sie wurde vor zehn Jahren im digitalen Kabelnetz tatsächlich im Original angeboten). Mit dem neuen Doktor Peter Capaldi kann ich nun gar nichts anfangen (Christopher Eccleston hatte mich weitaus mehr überzeugt), aber seine aktuelle "Begleiterin" Clara gefällt mir immerhin vom Aussehen her (ok, Jenna Coleman ist bildhübsch), während Rose (Billie Piper) mir nur auf die Nerven ging. Die Geschichte von Listen jedenfalls ist hanebüchen, und ich bleibe bei meiner Meinung, daß die ehemalige Kinderserie Dr. Who als Zielgruppe höchstens noch für anspruchslose Jugendliche geeignet ist.
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