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Sonntag, 24. Februar 2013

Die Oscar-nominierten Darsteller 2013

Zunächst einmal ein paar Worte zu The Master (3/10):

Durch diesen hatte ich mich bereits im Januar in Luxembourg gequält. Regisseur Paul Thomas Anderson ist wirklich nicht mein Fall, am besten war für mich noch das immerhin unterhaltsame Magnolia (6/10) von 1999 mit einem durchgeknallten Tom Cruise. Ganz schrecklich fand ich das hochgelobte There Will Be Blood, für das Daniel Day-Lewis übrigens seinen zweiten Oscar gewann. "The Master" ist rätselhaft, inhaltsleer, überlang und in jeder Hinsicht unsympathisch, was die Akademie nicht daran hinderte, drei Darsteller zu nominieren. Gemäß der besten Erklärung, die ich zum Film gelesen habe, sollen diese die drei Aspekte des Meisters darstellen, und zwar das Es (Joaquin Phoenix), das Ich (Philip Seymour Hoffman) und das Über-Ich (Amy Adams). Erwähnenswert ist nur die Leistung von Phoenix, der zwar im Leerraum agiert, aber eine faszinierende, konsistente Figur erschafft, besonders, wenn man sie mit seiner brillanten Darstellung von Johnny Cash in Walk The Line vergleicht.

Die männlichen Hauptdarsteller 


Day-Lewis ist verdient haushoher Favorit, wobei Phoenix und Jackman noch gewisse Außenseiterchancen haben. Für Bradley Cooper ist die Nominierung sicher Auszeichnung genug, und Denzel Washington hat wie Day-Lewis bereits zwei Gewinne verbucht, für Glory und Training Day, wobei "Flight" bei der Akademie offenbar nicht gut angekommen ist.

Die weiblichen Hauptdarsteller 


Viele gehen von einem Zweikampf zwischen Jessica Chastain und Jennifer Lawrence aus. Möglich ist aber, daß sich viele nicht entscheiden können und Emmanuelle Riva den Vorzug geben. Für Naomi Watts wäre zwar einen Oscar überfällig, aber nicht unbedingt für diesen Film. Mein Favorit und Tip ist wohl Jennifer Lawrence.

Die weiblichen Nebendarsteller


Die sympathische Amy Adams in ihrer vierte Nominierung, die von mir nicht besonders geschätzte Sally Field, die bereits zweimal gewonnen hat, und Jacki Weaver mit der zweiten Nominierung sind in ihren diesjährigen Rollen recht unauffällig. Helen Hunt (gewann für Besser geht's nicht) habe ich in "The Sessions" noch nicht gesehen, es soll aber eine mutige Darstellung sein. Deutliche Favoritin ist nach ihrem verheulten Kurzauftritt in "Les Misérables" Anne Hathaway, die ich schon immer für überschätzt hielt und die ich z.B. als Catwoman in The Dark Knight Returns nicht besonders überzeugend fand. Davor war ihre bekannteste Rolle natürlich die von Meryls Streeps aufsässiger Praktikantin Andy in Der Teufel trägt Prada. Persönlich würde ich mich in dieser Kategorie wahrscheinlich für Jackie Weaver entscheiden.

Die männlichen Nebendarsteller

Alan Arkin for Argo (2012)
Christoph Waltz for Django Unchained (2012)

Seth MacFarlane und Emma Stone machten sich bei der Bekanntgabe der Nominierungen einen Spaß daraus, bei jeder Namensnennung hinzuzufügen: "Hat bereits gewonnen". De Niro hat natürlich bereits zwei Statuetten zu Hause, für Der Pate, Teil II und Wie ein wilder Stier. Gerade las ich, daß er als Favorit gilt. Seine Leistung in "Silver Linings" ist sicher kompetent, aber nicht zu vergleichen mit seinen früheren Glanzrollen . Christoph Waltz gewann vor drei Jahren für eine ähnliche Rolle in Inglorious Basterds, ebenfalls ein Tarantino-Film. Die Wiederholung dieses Triumphs wäre schon ungewöhnlich, auch wenn er bestimmt die beste Dankesrede parat hätte. Veteran Alan Arkin gewann nach zwei Nominierungen in den 60ern (!) schließlich 2006 für seine Darstellung des Großvaters von Little Miss Sunshine. Eine zweite Trophäe für seinen souveränen Kurzauftritt in "Argo" wäre wohl ebenfalls übertrieben, aber möglich, vor allem bei einem "Durchmarsch" dieses Favoriten für den Besten Film. Philip Seymour Hoffman gewann bereits 2006 für seine überragende Hauptrolle in Capote. Mein Favorit ist Tommy Lee Jones, der zwar unter seinen Kollegen nicht besonders angesehen ist, dessen Figur in "Lincoln" mich aber sehr berührt hat. Seit seinem Gewinn für Auf der Flucht vor 20 Jahren agierte er konsistent sehenswert in Blockbustern und kleineren Filmen wie Men in Black, Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada, Im Tal von Elah und natürlich No Country For Old Men  Seine Chancen hängen aber sehr daran, ob "Lincoln" insgesamt bei der Akademie gut ankommt.

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