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Samstag, 20. Dezember 2014

Endlich vorbei: Des Hobbits Dritter Streich (6/10)

Während Peter Jacksons Team für den zweiten Film dieser aufgeblähten Trilogie noch eine befriedigende Struktur finden konnte, zeigen sich in diesem Abschied von Mittelerde die Adaptionsprobleme überdeutlich. Gleich im Vorspann wird mal eben der unbesiegbare Drache abgeschossen, dann retten die Mittelerde-Avengers schnell noch den geschlagenen Gandalf aus den Fängen des Nekromancers, und dann geschieht lange --- nichts. Die Figuren sind alle eingeführt, der Handlungsort ist bekannt, und dem Geschehen geht der Dampf aus. Fast in Zeitlupe hadern die Helden noch ein wenig mit ihrem Schicksal. Am interessantesten ist dabei noch Thorins Drachenfieber, alle anderen Zwerge treten unverständlicherweise noch weiter in den Hintergrund als bisher. Bard der Drachentöter stolpert nach seiner Heldentat nur noch ziellos durch die Gegend (er sucht seine Kinder - er findet seine Kinder - er bringt seine Kinder in Sicherheit), genauso wie Gandalf. Thranduil hat ein paar gute Momente, aber Legolas und sogar Tauriel wirken meist fehl am Platz. Die eigentliche Schlacht ist dann ziemlich langweilig, und (untypisch für Jackson) auch ziemlich unübersichtlich. Billy Connolly reitet ein Kampfschwein, und Ryan Gage als Alfrid sorgt mit etwas Slapstick für Comic Relief. Spannend wird's dann erst wieder in den entscheidenden Zweikämpfen. Thorin und Azog sichern sich die MTV-Trophäe für das beste Duell des Jahres, Legolas trotz zum wiederholten Male der Physik, und die Liebe von Kili und Tauriel (wer hätte es gedacht) endet tragisch. Der ansonsten großartige Martin Freeman als Bilbo wirkt gelegentlich eher amüsiert als bewegt. Und warum muß man ausgerechnet die schlechteste Dialogzeile der HdR-Trilogie zitieren? Oder ist das Schleichwerbung für eine abgehalfterte Country-Pop-Combo? Das wäre für mich dann eher eine Drohung: The Eagles are coming!

Als Abschluß der Trilogie ist Die Schlacht der fünf Heere akzeptabel, für sich gesehen aber ein recht mäßiger Film. Es fehlt das Gefühl von Abenteuer und eine gewisse Verschrobenheit, die die ersten beiden Teile so unterhaltsam gemacht hatten. Und die Brückenschläge zur HdR-Trilogie wirken aufgesetzt. Da kann auch das nette, von "Pippin" Billy Boyd gesungene Abschlußlied nicht drüber hinwegtrösten. Ordentlich (6/10).

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