Shailene Woodley hat sich im laufenden Jahr als preisgünstige Alternative zu Jennifer Lawrence etabliert. Sie ist (für Hollywood-Verhältnisse) nur mittelmäßig hübsch und hat geringere mimische Fähigkeiten, übertrifft JLaw Superstar aber immerhin um etliche Zentimeter Oberweite. Mit 20 hatte sie 2011 bereits einen Golden Globe eingeheimst, für ihre Rolle als George Clooneys Tochter in Alexander Paynes Oscar-prämierten (und m.E. etwas überschätzten) The Descendants. Nachdem ihre Fernsehserie (The Secret Life of the American Teenager, offenbar nicht so doll) nun nach fünf Staffeln und 121 Folgen beendet ist, war sie 2014 zunächst in der Hauptrolle des ersten Teils einer neuen dystopischen Teenager-Trilogie zu sehen: Divergent ist inhaltlich zwar nur die Kopie eines Abklatsches, man kann es sich aber im Verhältnis zu anderen Rohrkrepierern des Genres relativ schmerzfrei anschauen. Aufgrund des moderaten Profits (ca. 280 Mio Dollar Umsatz bei 85 Mio Dollar Budget) drohen hier Fortsetzungen.
Und dann kam der Donnerschlag (für die Filmstudios): Bei nur 20 Mio Dollar Budget hat Das Schicksal ist ein mieser Verräter bisher etwa den gleichen Umsatz wie Divergent erzielt. Die Geschichte um Freundschaft und Liebe zwischen krebskranken Jugendlichen traf offenbar den Nerv des Teenager-Marktes. Sie beruht auf dem Bestseller (im Original etwas subtiler "The Fault in Our Stars" betitelt) des Mittdreißigers John Green, der darin offenbar seine Erfahrungen als Kaplan einer Kinderkrebsstation verarbeitet hat. Die Verfilmung durch den jungen Josh Boone (sein Erstling Love Stories - Erste Lieben, zweite Chancen mit Greg Kinnear und Jennifer Connelly von 2012 war ganz ok) trifft gemäß den meisten Meinungen den Ton der Vorlage recht gut. Sie kommt zum Glück recht unsentimental daher und legt den Schwerpunkt auf die Lebensfreude der jungen Leute, die sich wenig Illusionen über ihre Lebenserwartung machen. Woodley und (mit etwas geringerem Erfolg) ihr Leinwandpartner Ansel Elgort (der in Divergent ihren Bruder spielte) agieren recht natürlich. Natürlich werden die Leiden und Folgen der Krankheit nur sehr vorsichtig gezeigt, aber sie werden auch nicht komplett geleugnet. Eher gestört hat mich die allzu große Harmonie besonders in den Familien der Jugendlichen (u.a. spielen Laura Dern und Sam Trammell Shailenes fast immer gut gelaunte Eltern). Die einzige Figur, die zur Karikatur geriet, ist ironischerweise (?) der enthusiastische Leiter der Selbsthilfegruppe, der auf seiner Gitarre Übelkeit erregende Lieder nach dem Motto "Jesus ist dein bester Freund" schrammelt.
Natürlich gehöre ich nicht zum Zielpublikum dieses Streifens und habe ihn nur fürs Heimkino ausgeliehen. Ich gestehe auch freimütig, daß ich am Ende NICHT geweint habe, aber ich fand ihn trotzdem unterhaltsam und erfrischend. Gut (7/10).
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