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Zu Beginn der Geschichte ist Blue einsam und verbittert - die Letzte ihrer Art (wir dickhäutigen Menschen erinnern uns kaum noch, aber ihre drei Schwestern wurden in Jurassic World dahingemetzelt). Daher fällt es ihr auch schwer, ihrem Menschenfreund Owen zu vertrauen, als dieser so urplötzlich wieder auf ihrer Insel erscheint. Aber die Umstände zwingen sie schnell, ihre Depression zu überwinden. Es heißt geschwind die Koffer zu packen und zu verschwinden, denn ein Vulkan bricht aus, und Lava verschlingt ihren Lebensraum. So findet sie sich unfreiwillig in Gesellschaft ihrer Verwandten wieder. Aber nicht alle können sich retten, und so müssen die Flüchtlinge aus der Ferne die Qualen von Brunhildes Schwester mit ansehen, die in der Hitze des Vulkanausbruchs dahinschmilzt (ein ikonisches Bild, welches wir Zuschauer nicht so schnell vergessen werden).
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Auf der Schiffsreise zeigt sich dann die starke Solidarität innerhalb der Familie. Blue ist verwundet und benötigt eine Bluttransfusion. In ihrer Not muss sie sich an jene Tante wenden, mit der sie eine respektvoll distanzierte Hassfreundschaft verbindet. Wer erinnert sich nicht an Tryxi mit ihrem Appetit auf Anwälte! Aber trotz aller Vorurteile lässt Tryxi ihre Nichte nicht im Stich und spendet ohne Zögern den notwendigen Kübel Blut. Hier zeigt sich wieder, dass Blut dicker als Wasser ist und auch Dinosaurier Gefühle haben! Kaum erwähnenswert, dass Blue die Operation auch ohne Betäubung durchsteht - man darf vermuten, dass äonenalte Autosuggestionstechniken zur Anwendung kamen.
Endstation der Reise ist besagte Milliardärsvilla bei London. Nicht unbedingt naheliegend, mag das damit zusammenhängen, dass schon Jurassic-Park-Gründer John Hammond aus England stammt. Leider konnte nach Richard Attenborough keine weitere britische Legende gewonnen werden, und so muss ein Amerikaner mit britisch-klingendem Namen genügen. James Cromwell mimt den reichen Aristokraten mit fragwürdigen Motiven vom Krankenbett aus. Aber die menschlichen Beweggründe sind hier ja nebensächlich. Zurück zu Blue und ihren Freundinnen, die von der Notlage immer mehr zu einem Team zusammengeschweisst werden. Jede darf ihre besonderen Fähigkeiten entfalten. Besonders bezaubernd ist in dieser Hinsicht Stiggy, die gern mit dem Kopf durch die Wand will - genau das, was die Lage erfordert. Schließlich kommt es zum Showdown, bei dem Team Blue ihre schwächlichen Menschenfreunde vor der bösen Replikantin beschützen müssen.
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Na also, es gibt doch noch Blockbuster mit rein weiblichen Hauptdarstellern! Allerdings herrscht schon ein Ungleichgewicht zwsichen den Stars (Blue, Tryxi, Brunhilde) und den Nebendarstellerinnen - hier hätte ich mir vom Script bessere Charakterisierungen gewünscht. Aus Sicherheitsgründen kamen in der Werbung übrigens eher die menschlichen Statisten zu Wort. Trotz dieser Publicity-Strategie drücken wir die Daumen für Blues Oscar-Nominierung. Die Entwicklung ihrer Figur war schon beeindruckend gespielt. Falls es nicht klappt mit dem Preis, kann sie ja immer noch den Moderator verspeisen...
Alles in allem eine kleine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Ordentlich (6/10).
Ceterum censeo tertiam dimensionem ignorandam esse.
Well I had an old dog and his name was Blue
Yes, I had an old dog and his name was Blue
Well I had an old dog and his name was Blue
Bet ya five dollars he's a good dog too
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