Jason Momoa hatte mir schon in Justice League gefallen (gerade erst habe ich entdeckt, dass er mit der hinreißenden Lisa Bonet verheiratet ist!) In seinem Soloabenteuer, welches nach dem Sieg über Steppenwolf spielt, perfektioniert er seine bärbeißige Lässigkeit, seine Sprüche sind oft das Salz im Meerwasser. Und trotz seiner eindrucksvollen, kugelsicheren Muskelpakete spürt man doch gelegentlich die innere Verletzlichkeit des verstoßenen Bastards, der mit dem Unterseereich eigentlich nichts zu tun haben will. Bei seiner Leading Lady Amber Heard war ich zunächst sehr skeptisch. Durch ihre stürmische Kurzehe mit Johnny Depp nebst Scheidungskrieg hat sie sich keine Freunde gemacht, auch wenn sie dann die ihr zugesprochenen Millionen gespendet hat. Aber mit ihren langen, algenroten Haaren und enganliegendem Schuppenkostüm ist ihre Prinzessin Mera doch mehr als nur eine Barbie am Haken zweiter Fischmänner. Der zweite ist übrigens Arthurs Halbbruder Orm, eine blasse Figur, die Patrick Wilson (nicht mit Owen verwandt) gerade so über Wasser halten kann.
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Angenehm überrascht hat mich Nicole Kidman als Arthurs Vater. Die 51jährige hat inzwischen (sicherlich dank Hautstraffungen und viel Schminke) eine Aura der Alterslosigkeit und wirkt daher oft überheblich oder deplatziert. Hier macht sie in ihrem Muschelkostüm eine gute Figur, gelegentlich blitzt sogar der Schalk aus ihren wasserblauen Augen. Dann gibt es da noch Willem Dafoe als Arthurs Mentor Vulko mit fließender Agenda. Er ist ein seltener Überläufer von Marvel, für die er 2001 im originalen Spider Man einen erinnerungswürdigen Green Goblin gab, gerade im Vergleich mit Neuling Yahya Abdul-Mateen II, der hier als
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Kern von Aquaman sind allerdings die Schauwerte, und davon gibt es reichlich. Das versunkene Reich ist so eine Art Wakanda in der Tiefsee, das mit irrsinnigen Kamerafahrten präsentiert wird. Auch hier leben Traditionen neben hochentwickelten Technologien (lustig übrigens die mit Wasser gefüllten "Taucheranzüge" der Meersoldaten, ohne die sie an Land ersticken würden). Aber während wir Wakanda durch die Augen seiner Bewohner (und des CIA-Gasts) entdecken durften, ist Atlantis mehr eine Lightshow für Taucher, mit allerdings immer wieder neuen Überraschungen. Wohlgemerkt visueller Art, denn die Handlung ist nicht einfallsreicher als etwa die der Neuauflage von Tomb Raider (die ich nur wegen Alicia Vikander mochte). Nach 20 Minuten weiß man schon, was in der letzten Szene passieren wird (selbst die Postcredit-Szene ist vorhersehbar).
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Gelegentlich plätschert die Handlung nur so vor sich hin, und dann wirken die 143 Minuten doch etwas lang. Und abgesehen von Roy Orbisons She's a Mystery To Me möchte ich die Musikbeiträge gnädig ignorieren. Macht insgesamt nichts. Aquaman ist nicht Wonder Woman, auch nicht Black Panther (trotz einiger ethnischer Rollen sind die Protagonisten doch überwiegend schneeweiß), aber doch zehnmal unterhaltsamer als etwa Man of Steel. Gut (7/10).
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Ceterum censeo tertiam dimensionem ignorandam esse.
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