Wie heisst Du?
Han.
Und weiter?
Äh...
Hast du keine Familie?
Nö.
Dann nennen wir dich ... Solo.
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Das ist so ein typischer, nur leicht vereinfachter Dialog, den Altmeister Lawrence Kasdan (*1949) mit seinem jüngeren Sohn Jon(athan) (*1979) unserem Helden zwischen die Lippen zwängt. Das vom Hauptautor des auf ewig besten Star-Wars-Films, Das Imperium schlägt zurück, Erfinder von Indiana Jones und Autor/Regisseur eines weiteren Lieblingsfilms von mir: Der große Frust (1983). Der stellt sich bei mir auch ein ob eines Drehbuchs, dessen Kernidee auf einem Fehler von George Lucas beruht, der damals nicht wusste, was ein Parsec ist. 40 Jahre lang hatten wir Freude am Millenium Falcon ohne eine Erklärung für den Kessel-Lauf in zwölf Parsecs. Wir wissen, wer Solo ist, und wo Solo ist - nur Drax würde fragen, warum Solo ist. Jons Bruder Jake (*1974) hat mit der spaßigen, Rock-soliden Jumanji-Fortsetzung Willkommen im Dschungel gerade mehr zur Familienehre beigetragen als sein Vater in den letzten 20 Jahren.
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Statt über das Konzept, nicht vorhandene Lücken in einer perfekten Mythologie stopfen zu wollen, schimpfen nun alle auf den armen Alden Ehrenreich, der mich zuletzt in Hail, Caesar! mit seinem Spaghetti-Lasso bezaubern konnte ("Would that it were so simple.") Nein, der 28jährige ist kein Harrison Ford (der übrigens damals bereits 10 Jahre älter war), aber er schlägt sich wahrlich wacker. Fords Charme ist ja genauso mystisch wie seine Figuren und damit unkopierbar. Ehrenreich versteht es durchaus, Fords (ohnehin eingeschränkte) Mimik und Sprachrhythmen zu kopieren, aber das Material lässt ihm keinen Raum, seine Figur zum Leben zu erwecken. So bleibt seine Darstellung irgendwo zwischen misslungen (wie etwa Joseph Gordon-Levitt als junger Bruce Willis in Looper) und genial (Josh Brolin in Men in Black 3 als junger Tommy Lee Jones) im Mittelmaß kleben, so wie der Rest des Epos. Wo Disney draufsteht, ist auf Dauer halt auch nur Disney drin.
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Was bleibt, ist eine Abenteuergeschichte, der nie wirklich der Sprit ausgeht, die aber auch nie Lichtgeschwindigkeit erreicht. Woody Harrelson und "Vision" Paul Bettany sind solide wie immer, Thandie Newton (seit Westworld wieder angesagt) ist verschenkt, ebenso leider "Daenerys" Emilia Clarke. Immerhin wissen wir jetzt, dass ihr Capes stehen - Supergirl, anyone? Wirklich gelungen ist nur Donald Glovers Darstellung als Lando Calrissian - der 34jährige Atlanta-Star ist ein großes Talent. Oh, ja, und der inzwischen fast 50jährige "Wicket" Warwick Davis hat eine kleine Rolle, fast ohne Maske. Das ist leider reiner Fan-Service ohne Payoff. Und die immens talentierte Linda Hunt (die als einzige Frau einen Oscar für die Darstellung eines Mannes gewann) spricht einen übergroßen Regenwurm oder sowas.
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Genauer habe ich das nicht ausmachen können, denn die Kamerabilder waren im allgemeinen so dunkel und unscharf gehalten, dass man nur Schemen ausmachen konnte (ich übertreibe nur wenig, insbesondere was die 3D-Projektion anbelangt). Das passt zur Musik, einer uninspirierten John-Williams-Kopie mit einigen berühmten Zitaten. Na ja, von Regisseur Ron(ny) Howard erwartet niemand mehr Überraschungen. Sein letzter toller Film Frost/Nixon (2008, 9/10) war schon eher ein Ausrutscher, und seine dritte Dan-Brown-Adaption (2016, 2/10) war ein wahres Inferno. Aber was nützt es, sich über Mittelmaß aufzuregen? Die bislang teuerste Star-Wars-Geschichte wird wohl die bislang wenigsten Credits einspielen, aber trotzdem als Erfolg gewertet werden. Ob es zur handlungstechnisch vorbereiteten Fortsetzung reicht, wird sich zeigen. Annehmbar (5/10).
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Ceterum censeo tertiam dimensionem ignorandam esse.
Neben Kinofilmen bespreche ich auch TV-Serien, Musik und Bücher, mit dem Schwerpunkt Science Fiction.
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Samstag, 26. Mai 2018
Sonntag, 20. Mai 2018
Alles nur Schau: Greatest Showman (5/10)
Die Kategorie "Comedy or Musical" der Golden Globes ist schon seit vielen Jahren ein ziemlicher Witz. Wann immer ein Musical oder gar ein Musikfilm (was für mich etwas vollkommen anderes ist, siehe etwa John Carneys Sing Street) in die Kinos kommt, wird dieser Film dann mit den Komödien des Jahres zusammengeworfen, sozusagen den anderen nicht ernstzunehmenden Werken des Jahres. Letztes Jahr hatte The Greatest Showman diese Ehre, nominal eine Biographie von P.T. Barnum (1810-1891), quasi dem Erfinder des Zirkus-Spektakels. Leider wirkt die Handlung eher wie ein tabellarischer Lebenslauf, bei dem sich die Autoren (Jenny Bicks und Bill Condon, der immerhin Chicago adaptiert hatte) reichlich Freiheiten nehmen. Das wäre in Ordnung, wenn dabei thematische Tiefe und spektakuläre Figuren entstanden wären. Aber das gezeigte victorianische New York bleibt bunte Kulisse, bevölkert von farblosen Protagonisten.
Nun ja, bei den meisten Kinomusicals ist eine durchdachte Handlung ohnehin ein unerwarteter Bonus, etwa bei Singin' in the Rain oder Cabaret, um zwei sehr unterschiedliche Beispiele anzuführen. Worauf es ankommt, sind Tanz und Musik, das Spektakel halt. Das Konzept stellt hier moderne Popmusik in anachronistischen Kontext. In Ordnung, das könnte funktionieren, wenn die Songs nicht so spannungslos wären! Sie stammen von Benji Pasek und Justin Paul, die für La La Land mindestens zwei hübsche Ohrwürmer komponiert hatten. Aber selbst diesen bescheidenen Vergleich verliert The Greatest Showman. Bezeichend, dass das einzige Lied mit Nachhall, das Oscar-nominierte This Is Me, unter Zeitdruck im Flieger auf dem Weg zur Präsentation entstand. Der schlimmste Beitrag ist die von Loren Allred eingespielte Schnulze Never Enough, die der damals weltberühmten "Schwedischen Nachtigall" Jenny Lind (M:I5-Widersacherin Rebecca Ferguson) untergeschoben wird. Ich muss gestehen, dass ich den Kieksern und der Jodelakrobatik "moderner" Popsongs ohnehin nichts abgewinnen kann, aber für diese Scharade einer amerikanischen Krähe (das Vorbild hat damals immerhin die garantiert Opern-versierte High Society Manhattans begeistert) sollten sich die Filmemacher schämen!
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Ansonsten ist die Musik meist zweckdienlich und wird von den mit Elan auftrumpfenden Darstellern überzeugend dargeboten. Für Hugh Jackman in der Titelrolle war dies eine Herzensangelegenheit. Leider hat er sich mit der Besetzung des Regieposten durch seinen australischen Kumpel und Werbefilmer Michael Gracey arg vertan. In seinem ersten Langfilm gelingen Gracey zwar etliche solide, manchmal sogar begeisternde Szenen, die sich aber nie zu einem überzeugenden Ganzen fügen. Zu den besseren Momenten gehören Duette von Hugh Jackman und Zac Efron sowie die akrobatische Liebesszene zwischen Efron und Zendaya, die übrigens trotz ihrer kleinen Rolle Starqualitäten versprüht (Schnulzenkönig Zac Efron passt hier ansonsten leider gut rein).
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Die Botschaft von Inklusion und Selbstverwirklichung, die etwa bei den Oscars von der Sängerin Keala Settle (im Film die bärtige Dame) zelebriert wurde, bleibt ganz an der Oberfläche und ist weit entfernt von der Realität der "Freaks", die P.T. Barnum für seinen Zirkus ausbeutete. Aber vielleicht ist das bezeichnend für die #MeToo-Debatte, die sich nach einigen Anfangserfolgen nun an Äußerlichkeiten aufreibt. Aber die Amerikaner schein drauf reinzufallen. The Greatest Showman war in den USA jedenfalls ein schleichender Hit und hat nach anfänglich mäßigen Einnahmen über 170 Millionen Dollar eingespielt, weltweit sogar über 430 Millionen. So sehr ich den Erfolg von Leinwand-Musicals begrüße, halte ich The Greatest Showman doch nur für einen müden Nachfolger von La La Land (welches immerhin eine großartige Emma Stone zu bieten hatte) und kann mich gerade noch zu einem Annehmbar (5/10) durchringen.
Nun ja, bei den meisten Kinomusicals ist eine durchdachte Handlung ohnehin ein unerwarteter Bonus, etwa bei Singin' in the Rain oder Cabaret, um zwei sehr unterschiedliche Beispiele anzuführen. Worauf es ankommt, sind Tanz und Musik, das Spektakel halt. Das Konzept stellt hier moderne Popmusik in anachronistischen Kontext. In Ordnung, das könnte funktionieren, wenn die Songs nicht so spannungslos wären! Sie stammen von Benji Pasek und Justin Paul, die für La La Land mindestens zwei hübsche Ohrwürmer komponiert hatten. Aber selbst diesen bescheidenen Vergleich verliert The Greatest Showman. Bezeichend, dass das einzige Lied mit Nachhall, das Oscar-nominierte This Is Me, unter Zeitdruck im Flieger auf dem Weg zur Präsentation entstand. Der schlimmste Beitrag ist die von Loren Allred eingespielte Schnulze Never Enough, die der damals weltberühmten "Schwedischen Nachtigall" Jenny Lind (M:I5-Widersacherin Rebecca Ferguson) untergeschoben wird. Ich muss gestehen, dass ich den Kieksern und der Jodelakrobatik "moderner" Popsongs ohnehin nichts abgewinnen kann, aber für diese Scharade einer amerikanischen Krähe (das Vorbild hat damals immerhin die garantiert Opern-versierte High Society Manhattans begeistert) sollten sich die Filmemacher schämen!
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Ansonsten ist die Musik meist zweckdienlich und wird von den mit Elan auftrumpfenden Darstellern überzeugend dargeboten. Für Hugh Jackman in der Titelrolle war dies eine Herzensangelegenheit. Leider hat er sich mit der Besetzung des Regieposten durch seinen australischen Kumpel und Werbefilmer Michael Gracey arg vertan. In seinem ersten Langfilm gelingen Gracey zwar etliche solide, manchmal sogar begeisternde Szenen, die sich aber nie zu einem überzeugenden Ganzen fügen. Zu den besseren Momenten gehören Duette von Hugh Jackman und Zac Efron sowie die akrobatische Liebesszene zwischen Efron und Zendaya, die übrigens trotz ihrer kleinen Rolle Starqualitäten versprüht (Schnulzenkönig Zac Efron passt hier ansonsten leider gut rein).
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Die Botschaft von Inklusion und Selbstverwirklichung, die etwa bei den Oscars von der Sängerin Keala Settle (im Film die bärtige Dame) zelebriert wurde, bleibt ganz an der Oberfläche und ist weit entfernt von der Realität der "Freaks", die P.T. Barnum für seinen Zirkus ausbeutete. Aber vielleicht ist das bezeichnend für die #MeToo-Debatte, die sich nach einigen Anfangserfolgen nun an Äußerlichkeiten aufreibt. Aber die Amerikaner schein drauf reinzufallen. The Greatest Showman war in den USA jedenfalls ein schleichender Hit und hat nach anfänglich mäßigen Einnahmen über 170 Millionen Dollar eingespielt, weltweit sogar über 430 Millionen. So sehr ich den Erfolg von Leinwand-Musicals begrüße, halte ich The Greatest Showman doch nur für einen müden Nachfolger von La La Land (welches immerhin eine großartige Emma Stone zu bieten hatte) und kann mich gerade noch zu einem Annehmbar (5/10) durchringen.
Samstag, 19. Mai 2018
Deadpool and still loving it (8/10)
Nach dem längsten Post-Credit-Szene des Jahres kommt nun der Film zur Werbekampagne. Die ja nicht übel war. Nur ein bißchen penetrant. Ryan Reynolds ist sich halt für keinen Scheiß zu hübsch. Und "das Studio, das Wolverine umgebracht hat", ließ diesmal (vergleichsweise) reichlich Dollars fließen. Trotzdem hat es bei den Superstars auch diesmal nur für Cameos gereicht (darunter Alan Tudyk, Matt Damon und, fast im Effektgewitter verschwunden, Brad Pitt). Der Erfolg ist Reynolds schon ein wenig in den Kopf gestiegen (und einige andere Gliedmaßen). Deshalb, und weil Ursprungsregisseur Tim Miller wegen "kreativer Differenzen" nicht zurückkehrte, ist die Fortsetzung ein ganz anderes Biest. Nachfolger David Leitch (kein Verwandter von Donovan), der schon bisher eher miese Trash-Action für Unsensible inszenierte (John Wick, Atomic Blonde), interessiert sich auch hier nicht für den emotionalen Gehalt, sondern setzt auf Schockeffekte und Parodie. Was dann seinen Höhepunkt in der längsten Sterbeszene der Filmgeschichte hat (wenn man mal von Opernverfilmungen und Shakespeare absieht). Was aber mehr das Zwerchfell als die Tränendrüsen animiert.
Herzstück von Deadpools Premiere war seine große Liebe Vanessa (Morena Baccarin). Diesmal kommt sie zwar vor, aber höchstens noch als Ferse. Ironisch, wenn sie dann Wade Wilson beschwört, das Herz am rechten Fleck zu tragen. Ersatzweise tritt ihm eine andere Frau ins Leben und in die Eier: Domino, gespielt von Neuentdeckung Zazie Beetz. Die in Berlin geborene New Yorkerin verdankt ihre wohltemperierte Hautfarbe der Vereinigung eines Deutschen und einer schwarzamerikanischen Mutter. Sie übertrumpft die Helden ein ums andere Mal mit ihrer speziellen Superkraft (nein, nicht das lose Mundwerk). Gibt es Trümpfe beim Domino? Na, egal. Leider ist sie dann doch nur ein kleines Steinchen im rasanten Handlungsablauf. Ansonsten sind Frauen Mangelware, auch das explosive Gemisch von Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) und ihrer neue australisch-japanische Freundin Yukio (Shiuli Kutsuna - Hi, Yukio!) kommen nur am Rande vor.
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Cable, nicht zu verwechseln mit Larry the Cable Guy, ist offenbar bei Comic-Fans beliebt. Er hat einen metallischen Arm, und seine furchtbarste Waffe ist ein blutiger Teddybär. Oder auch nicht - so genau habe ich das nicht verstanden, auch nicht den Ursprung seines Namens. Jedenfalls kommt er aus der Zukunft - hat er Deadpool die Nachricht von Logans Opfertod überbracht? Seit bei den X-Men Zeitreisen eingeführt wurden, ist sowieso jedwede Handlungslogik Banane. Fehlte nur noch, dass Deadpool Ryan Reynolds umbringt, um ihn daran zu hindern - aber wir wollen ja nicht spoilern... Bei der Besetzung dieser Figur ist den Machern jedenfalls ein Clou gelungen - niemand anders als der intergalaktische Superstar und Philanthrop Thanos konnte als Cable verpflichtet werden. Mittels aufwendiger CGI-Mittel sieht er hier fast menschlich aus, bringt aber immer noch seinen unverwechselbaren Charme und sein höllisch gutes Aussehen zur Geltung. Nach der jüngsten Ausdünnung der Akademie sollte da doch wohl eine Oscar-Nominierung drin sein, oder?
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Und dann gibt es noch den eigentlichen Schurken, massig, skrupellos und unerbittlich, der eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Und sich dann auch noch mit Juggernaut verbündet! Der 15jährige Neuseeländer Julian Dennison füllte schon in "Korg" Taika Waititis Wo die wilden Menschen jagen die Leinwand und drängte seinen schmächtigen Co-Star Sam Neill oft aus dem Bild. Nun will der traumatisierte Russell sich am Chef des Waisenhauses rächen, in dem er wegen seiner Mutantenfähigkeiten gefoltert wurde. Sein Opfer ist also nicht gerade ein Waisenknabe - Eddie Marsan ist ja seit seinem Auftritt als sadistischer Taxilehrer in Happy-Go-Lucky ein Spezialist für Figuren, denen man als Zuschauer einen möglichst schmerzhaften Tod wünscht. Trotzdem geht das natürlich nicht - was Deadpool darf, darf Deadpuddle noch lange nicht.
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Und wieder scheiden sich die Geister. Ich persönlich bin für eine Menge Albernheiten zu haben. Für mich ist Deadpool 2 der bessere Bond, mit Maurice Binders bester Titelsequenz seit seinem Tode. Wahrlich ein Film für die ganze (Mafia-)Familie! Ein weiteres Plus: Hans Zimmer hat nicht einen Ton zum Soundtrack beigesteuert! Dafür gibt es leider Kostproben von Céline Dion und Dolly Parton, und eine überrraschend gefühlvolle Version des a-ha-Kitschhits Take on Me. In Your Eyes, You're All Out of Love... Ich will Spaß (8/10)!
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Herzstück von Deadpools Premiere war seine große Liebe Vanessa (Morena Baccarin). Diesmal kommt sie zwar vor, aber höchstens noch als Ferse. Ironisch, wenn sie dann Wade Wilson beschwört, das Herz am rechten Fleck zu tragen. Ersatzweise tritt ihm eine andere Frau ins Leben und in die Eier: Domino, gespielt von Neuentdeckung Zazie Beetz. Die in Berlin geborene New Yorkerin verdankt ihre wohltemperierte Hautfarbe der Vereinigung eines Deutschen und einer schwarzamerikanischen Mutter. Sie übertrumpft die Helden ein ums andere Mal mit ihrer speziellen Superkraft (nein, nicht das lose Mundwerk). Gibt es Trümpfe beim Domino? Na, egal. Leider ist sie dann doch nur ein kleines Steinchen im rasanten Handlungsablauf. Ansonsten sind Frauen Mangelware, auch das explosive Gemisch von Negasonic Teenage Warhead (Brianna Hildebrand) und ihrer neue australisch-japanische Freundin Yukio (Shiuli Kutsuna - Hi, Yukio!) kommen nur am Rande vor.
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Cable, nicht zu verwechseln mit Larry the Cable Guy, ist offenbar bei Comic-Fans beliebt. Er hat einen metallischen Arm, und seine furchtbarste Waffe ist ein blutiger Teddybär. Oder auch nicht - so genau habe ich das nicht verstanden, auch nicht den Ursprung seines Namens. Jedenfalls kommt er aus der Zukunft - hat er Deadpool die Nachricht von Logans Opfertod überbracht? Seit bei den X-Men Zeitreisen eingeführt wurden, ist sowieso jedwede Handlungslogik Banane. Fehlte nur noch, dass Deadpool Ryan Reynolds umbringt, um ihn daran zu hindern - aber wir wollen ja nicht spoilern... Bei der Besetzung dieser Figur ist den Machern jedenfalls ein Clou gelungen - niemand anders als der intergalaktische Superstar und Philanthrop Thanos konnte als Cable verpflichtet werden. Mittels aufwendiger CGI-Mittel sieht er hier fast menschlich aus, bringt aber immer noch seinen unverwechselbaren Charme und sein höllisch gutes Aussehen zur Geltung. Nach der jüngsten Ausdünnung der Akademie sollte da doch wohl eine Oscar-Nominierung drin sein, oder?
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Und dann gibt es noch den eigentlichen Schurken, massig, skrupellos und unerbittlich, der eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Und sich dann auch noch mit Juggernaut verbündet! Der 15jährige Neuseeländer Julian Dennison füllte schon in "Korg" Taika Waititis Wo die wilden Menschen jagen die Leinwand und drängte seinen schmächtigen Co-Star Sam Neill oft aus dem Bild. Nun will der traumatisierte Russell sich am Chef des Waisenhauses rächen, in dem er wegen seiner Mutantenfähigkeiten gefoltert wurde. Sein Opfer ist also nicht gerade ein Waisenknabe - Eddie Marsan ist ja seit seinem Auftritt als sadistischer Taxilehrer in Happy-Go-Lucky ein Spezialist für Figuren, denen man als Zuschauer einen möglichst schmerzhaften Tod wünscht. Trotzdem geht das natürlich nicht - was Deadpool darf, darf Deadpuddle noch lange nicht.
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Und wieder scheiden sich die Geister. Ich persönlich bin für eine Menge Albernheiten zu haben. Für mich ist Deadpool 2 der bessere Bond, mit Maurice Binders bester Titelsequenz seit seinem Tode. Wahrlich ein Film für die ganze (Mafia-)Familie! Ein weiteres Plus: Hans Zimmer hat nicht einen Ton zum Soundtrack beigesteuert! Dafür gibt es leider Kostproben von Céline Dion und Dolly Parton, und eine überrraschend gefühlvolle Version des a-ha-Kitschhits Take on Me. In Your Eyes, You're All Out of Love... Ich will Spaß (8/10)!
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