Neben Kinofilmen bespreche ich auch TV-Serien, Musik und Bücher, mit dem Schwerpunkt Science Fiction.
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Freitag, 3. Januar 2020
Klassische Rezension: Ladyhawke (1985, 8/10)
Ladyhawke ist so einer dieser Filme, an die man sich gern aus seiner Jugend erinnert, die man aber eigentlich nicht verteidigen kann. Die Idee der tragischen Liebesgeschichte böte Raum für eine epische Inszenierung, ist aber weitgehend ideenlos umgesetzt. Die Hindernisse, die sich den Protagonisten in den Weg stellen, sind großenteils belanglos. Allerdings gibt es auch schöne Landschaftsaufnahmen und zumindest eine sehr berührende Szene, in der sich Navarre und Isabeau zum Sonnenaufgang für einen kurzen Glücksmoment in Menschengestalt wahrnehmen.
Die Musik, quasi vom Alan Parsons Project (ohne Eric Woolfson) eingespielt, wirkt heute noch anachronistischer als damals, die stampfenden Syntho-Rhythmen erzeugen immerhin ab und zu einen Adrenalinschub, den die Geschehnisse auf der Leinwand nicht unbedingt rechtfertigen. Insgesamt schafft es Richard Donner nicht, einen durchgängigen Ton für den zudem zu langen Film zu finden. Slapstick-Momente lösen sich ab mit holprigen Kampfszenen, dramatische Action wird entwertet durch unlogisches Verhalten und unklare Schnittsequenzen.
Die Nebendarsteller (u.a. Alfred Molina in einer frühen Rolle als Wolfsjäger) geben eher die Knallchargen. Die Hauptdarsteller jedoch stehen über all dem. Rutger Hauer, nur wenige Jahre nach seiner Paraderolle als Android im Blade Runner, spielt den tragischen Held mit Würde und Zurückhaltung. Michelle Pfeiffer strahlt in ihren wenigen Szenen in überirdischer Schönheit, hat aber auch den notwendigen Schalk im Auge. Matthew Broderick mag vom Typ her nicht ins Mittelalter gehören, ist aber stets von magnetischem Interesse (dies war wohl sein Durchbruch, ein Jahr später wurde er mit "Ferris macht blau" zum Teenie-Idol).
Alles in allem hatte ich auch beim Wiedersehen noch meinen Spaß, vermischt mit einem Schuß Nostalgie.
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