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Samstag, 18. Juni 2016

Die Hugo-nominierten Kurzgeschichten und Noveletten

Dies ist der Bereich, in dem auch in diesem Jahr die Puppies wieder gnadenlos zugeschlagen haben. Einige hundert Blockabstimmungen haben in diesem weitgefächerten Feld eine verheerende Auswirkung. Es ist wieder eine Menge Murks hochgespült worden. Allein drei Werke stammen aus Jerry Pournelles Antologie "There Will Be War Volume X.". Nichts gegen Military SF, aber Vielfalt ist anders...

Kurzgeschichten

  1.  No Award
  2. "Cat Pictures Please" von Naomi Kritzer
    Eine Suchmaschine, die unbemerkt künstliche Intelligenz erlangt hat, versucht die Welt zu verbessern - und lässt sich mit niedlichen Katzenbildern belohnen. Nett, aber nicht gerade weltbewegend.
  3. "Asymmetrical Warfare" von S. R. Algernon
    Eine Allgeorie auf Missverständnisse bei der Kriegsführung zwischen Menschen und Aliens. Gab's schon besser in Cards "Speaker for the Dead".
  4.  "Seven Kill Tiger" by Charles Shao
    Ein chinesischer Funktionär rottet mittels einer genetischen Waffe die Bevölkerung des afrikanischen Kontinents aus, um eine Besiedlung durch Chinesen zu ermöglichen. Eindimensional und menschenverachtend.
  5.  "Space Raptor Butt Invasion" by Chuck Tingle
    But!?# Leider noch nicht die dämlichste Geschichte...
  6. "If You Were an Award, My Love" by Juan Tabo and S. Harris
    Eine "Antwort" auf Rachel Swirskys Gedicht “If You Were a Dinosaur, My Love”, welches vor zwei Jahren in dieser Kategorie nominiert war und mir selbst auch nicht besonders gefallen hatte. Es ist allerdings eine reine Hassschrift im Namen von Vox Day, mit besonderer Erwähnung seiner Erzfeinde Scalzi und George R.R. Martin.

Noveletten

  1. No Award
  2. "Obits" by Stephen King
    Der ungekrönte König des Horrorgenres hat bisher nur einen Hugo für "Related Work" gewonnen, die tolle Verfilmung seines Romans "Carrie" war immerhin nominiert. Bis auf die berühmten Novellen, die im Kino als Stand By Me und Die Verurteilten Erfolg hatten, habe ich praktisch nichts vom Meister gelesen, auch wenn im Vorfeld der kommenden Dark-Tower-Verfilmung der erste Band der Reihe auf meiner Leseliste steht. "Obits" bietet eine solide Idee, die erwartet souverän, aber ohne Überraschungen präsentiert wird. Ein Journalist erkennt, dass seine satirischen Todesanzeigen das Ableben seiner Subjekte erzwingen. Allerdings gibt es unerwartete Nebenwirkungen...
    Abzüge in der B-Note: Obwohl King vor Jahren sogar mal eine Werbekurzgeschichte für Amazons Kindle geschrieben hatte, enthielt das Voters Package nur eine PDF-Datei einer schlechten Photokopie.
  3. "Folding Beijing" von Hao Jingfang, übersetzt von Ken Liu
    Ken Liu hatte auch den letztjährigen Hugogewinner von Xixin Liu übersetzt. Diese Geschichte ist leider ziemlich belanglos. Das technische Gimmik ist weit hergeholt - im überbevölkerten Peking der Zukunft wird schichtweise ein Drittel der Bevölkerung in Tiefschlaf versetzt, und währenddessen wird ihr Wohnviertel "eingeklappt" und unterirdisch verstaut. Möglicherweise ist die milde Sozialkritik der Autorin in ihrer Heimat bereits gewagt. Ich selbst konnte mich jedenfalls nicht für die Hauptfigur und ihr Abenteuer begeistern.
  4. "What Price Humanity?" von David VanDyke
    Vielleicht der beste Beitrag aus "There Will Be War", ist dieses Garn von in Raketen übertragenen Bewusstseinen von gefallenen Soldaten doch weder originell noch besonders spannend.
  5. "Flashpoint: Titan" von CHEAH Kai Wai
    Kalter Krieg im Weltall, aus Sicht eines japanischen Raumschiffkommandanten. Einfallslos.
  6. "And You Shall Know Her by the Trail of Dead" von Brooke Bolander
    Keine Puppy-Empfehlung, fand ich diese auf Teufel komm raus coole Cyber-Action doch reichlich geschmacklos.

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