I can't see you mama
but I can hardly wait
ooh to touch and to feel you mama
oh I just can't keep away
in the heat and the steam of the city
oh its got me running and I just can't brake
so say you'll help me mama
cos its getting so hard
(Genesis 1983)
Auch wenn diese Textzeilen einen kleinen Spoiler beinhalten, fühle ich mich doch verpflichtet, zur Erklärung des dyslexischen Filmtitels beizutragen. In diesem zweiten vierten Teil der Reihe schließt sich der Kreis zum vertrackten oedipalen Drama: Nachdem John Connor seinen Vater Kyle Reese erneut in den Tod geschickt hat, gelingt ihm der Sprung in die Gegenwart (also seine Vergangenheit), und er kann selbst um die Gunst der schönen Sarah buhlen. Wer würde es ihm verdenken, denn durch verschiedene paradoxe Verstrickungen der Zeitlinien hat diese dritte Sarah Connor nun die zauberhafte Gestalt von Emilia Clarke, und John Connor wird - aufgepaßt: inzestuöse Metaebene - vom charismatischen Australier Jason Clarke dargestellt. Natürlich ist "Pops" nicht glücklich darüber (der 67jährige ehemalige Actionstar Arnold Schwarzenegger muß sich jetzt mit Vaterrollen begnügen).
Leider vermag das moderne Kino das Potential von Zeitreisen nicht so recht auszuloten. Wenn schon ein Terminator ins Jahr 1997 zurückgesendet wird, sollte der nicht besser Titanic verhindern und damit den Judgement Day bei den Oscars, als James Cameron sich zum König der Welt ausrufen ließ? Dieser ist übrigens offiziell an Genisys nicht beteiligt, wird aber wohl reichlich Tantiemen einfordern können, denn schließlich besteht ein gutes Drittel der Neuauflage aus aufgewärmten Szenen seiner bahnbrechenden ersten beiden Filme. Des weiteren - wenn man einen österreichischen Muskelmann so erfolgreich digital verjüngen kann, warum hat man dann nicht Michael Biehn als Kyle Reese reaktiviert, statt den blassen Milchbubi Jai Courtney zu besetzen, der bereits im fünften Die-Hard-Debakel seine Untauglichkeit unter Beweis gestellt hatte?
Regisseur Alan Taylor hat dem halbgaren Drehbuch des Cutters Patrick Lussier und der auch nicht gerade profilierten Autorin Laeta Kalogridis (Shutter Island) immerhin ein paar ordentliche Actionszenen entrungen. Emilia Clarke wußte er ja bereits als werdende Drachenmutter in Fire and Blood in Szene zu setzen, auch wenn er sie mit ihren prächtigen dunklen Haaren vielleicht gar nicht wiedererkannt hat. Ihr gelingt es jedenfalls, die emotionale Bindung Sarahs zu ihrem Pops fühlbar zu machen, auch wenn der Zuschauer ansonsten nicht so viel von ihr zu sehen bekommt wie in Game of Thrones;-) Ansonsten veredelt der frischgebackene Oscar-Gewinner J.K. Simmons einige Szenen mit seinem patentierten trockenen Humor, und Sandrine Holt (Beziehungsweise New York) hat einen willkommenen Kurzauftritt als FBI-Agentin.
Wie leider allzu oft wird also auch für den Terminator eine Marke zu Tode geritten (es sind für die nächsten Jahre noch zwei weitere Folgen angedroht). Aus einer einfachen, spannend umgesetzten Idee wird eine verworrene Geschichte, die trotzdem vorhersehbar endet, und der Szenenapplaus bei Arnis Sprung aus dem Hubschrauber ("I'll be back") wirkt auf mich teils nostalgisch, teils mitleidig. Annehmbar (5/10).
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