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Montag, 29. Februar 2016

Nach den Oscars

Herzlichen Glückwunsch, Leonardo DiCaprio! 

Es ist geschafft. Nachdem er den ganzen Abend einen leicht gequälten Eindruck hinterlassen hatte, nahm Leo das Ereignis nicht als selbstverständlich hin. Er hat er in dieser Saison immerhin oft genug proben können, um eine flüssige, nur leicht einstudiert wirkende Rede zu halten. Die Standing Ovation kam jedenfalls von Herzen, und sichtlich bewegt bedankte er sich artig bei Marty und vielen anderen Mentoren. Auch Kate war gerührt ob seines mit dem Dank verknüpften Aufrufs, den Klimawandel ernst zu nehmen.


Bravo, Chris Rock!


Das war die beste Oscar-Moderation seit langem (besonders der Monolog). Es ist wohl leider so, dass Komiker von Konflikten leben. Jedenfalls habe ich mehrfach laut lachen müssen. Trotzdem haben manche seiner Einwürfe das Thema Diversität klüger kommentiert als z.B. die (ebenfalls schwarze) Akademiepräsidentin. Überhaupt war die Show einigermaßen kurzweilig, bis auf den Auftritt von Sam Smith, dessen Bond-Song mich immer noch nicht überzeugt. Aber das mag ein Generationenproblem sein.


Hurra Brie Larson, Mark Rylance und Alicia Vikander!

Da haben in den Nebenrollen einmal meine Favoriten und nicht die Gesetzten gewonnen. Was die Hauptrolle betrifft, bin ich jetzt sehr gespannt auf Brie Larsons Film Raum.


Mark Rylance war ganz britische Eloquenz und dankte vor allem Steven Spielberg, "einem der besten Geschichtenerzähler unserer Zeit". Wer wollte ihm da widersprechen. Und - würde es etwas ändern?


Wie Brie Larson ist auch Alicia Vikander noch keine 30, und lange nach Ingrid Bergman müssen sich die Amerikaner wieder an einen schwer auszusprchenden Namen und die Spur eines schwedischen Akzents gewöhnen. Während Kate Winslet mit Heimvorteil bereits ihren dritten BAFTA einheimsen konnte, würdigte die Akademie die Richtige, wenngleich eigentlich in der falschen Kategorie (sie spielt im Dänischen Mädchen definitiv die zweite Hauptrolle).


Willkommen zurück, Tracy Morgan!

Nach langer Krankheit spielt der Star aus 30 Rock in einem kurzen Spot das alternative Danish Girl.

Gute Reihenfolge (fast)

Die Idee, die Reihenfolge der Preisverleihung dem Entstehungsprozess eines Filmes anzupassen, hat bis zu einem gewissen Punkt funktioniert. Aus Spannungsgründen wurden Regisseur und Schauspieler aber entgegen dem Konzept zu spät ausgezeichnet.

Sacha Baron Cohen und Olivia Wilde

Molto bene, Ennio Morriocone!

Selten gelingt es einem Gewinner des Ehrenoscars, danach noch einen regulären Preis zu gewinnen. Zuletzt vollbrachte meiner Erinnerung nach Paul Newman dieses Kunststück, den man 1986 offenbar zu früh ehrte, denn im Folgejahr gewann er für Die Farbe des Geldes, und war darüber hinaus bis 2003 noch zweimal nominiert. Dem 84jährigen John Williams wäre es diesmal mit seiner 35. Nominierung wohl selbst peinlich gewesen, wenn er den noch drei Jahre älteren Kollegen ausgestochen hätte. Der Maestro musste fast auf die Bühne getragen werden und hielt seine Dankesrede mit Hilfe eines Dolmetschers auf Italienisch. War dann auch egal, für welchen Film die Auszeichnung galt. Die Statue übergab die Musiklegende Quincy Jones, auch schon jenseits der 80.


Schade, Lady Gaga!

Ihr nominiertes Lied sang sie mit Leidenschaft, und zum Schluss geriet ihr Auftritt noch zu einer Mini-Demo gegen sexuelle Gewalt an amerikanischen Universitäten. Selbst Gewinner Sam Smith fühlte sich berufen, ihr zu gratulieren.

 Gut gebrüllt, Mad Max!

Die "technischen" Preise gingen fast alle an Mad Max: Fury Road: Schnitt, Makeup, Kostüme (Jenny Beavan gewann bereits 1994 für Zimmer mit Aussicht), Ausstattung, Sound (Schnitt und Mix, was kaum jemand unterscheiden kann). Geht in Ordnung - warum ausgerechnet die Bildgestaltung des Rückkehrers gewann, und damit zum dritten Mal in Folge der Mexikaner Emmanuel Lubezki, erschließt sich mir nicht.

Costume Design mit Range: Jenny Beavan


Wow, Ex Machina!

Die größte Überraschung des Abends war der Preis für die Spezialeffekte, der nicht an einen der Bombastfilme Mad Max, Star Wars, Der Marsianer und Der Rückkehrer ging, sondern mit Ex Machina an den besten SF-Film des Jahres, dessen fast unauffälligen Effekte nahtlos die Geschichte unterstützen.
Andy Serkis präsentiert den Preis für die besten Spezialeffekte




Basta, Alejandro!

Während ich mich für Leo noch freuen kann, ist der Regie-Oscar für Iñárritu einfach übertrieben. Strapazen allein machen noch keine künstlerische Leistung aus. Wenn Linklater letztes Jahr gewonnen hätte, könnte ich dieses Ergebnis vielleicht eher verstehen. So scheint mir dieser mexikanische Hatrick ziemlich hohl.

Ende gut, alles gut!

Morgan Freeman verliest den Gewinner






Michael Keaton freut sich


Der Beste Film 2015: Spotlight


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