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Sonntag, 14. Mai 2017

Klassiker auf Blu-ray #17: Comedian Harmonists (1997)

🎝VEEEEronika!
🎝Veronika, Veronika, der Lenz ist da!



🎝Veronika, der Lenz ist da,
🎝die Vöglein singen Trallalla
🎝die ganze Welt ist wie verhext
🎝Veronika, der Spargel wächst

Moment mal, was? Das kann man denken, aber doch nicht singen! Sagte angeblich Ari Leschnikoff, das bulgarische Mitglied der Combo, der deutschen Sprache kaum mächtig, aber mit seinem zartschmelzenden Jahrhunderttenor und verschmitzten Charme doch der Frauenschwarm unter seinen Kollegen, die für kurze Jahre die Welt verhexten mit ihrem respektlosen Trallalla. Wie so oft war es eine Mischung starker Individuen, die im Ergebnis weit mehr als die Summe ihrer Teile ergab: Die Comedian Harmonists (1927 - 1935). Da war Erich Collin, präziser zweiter Tenor, dessen klare Stimme Leschnikoff ergänzte und kontrastierte; der Polen-stämmige Roman Cycowski, dessen kraftvoll-schöner Bariton die Brücke schlug zum sonoren, oft humoristisch polternden Bass des Berliner Urgesteins Robert Biberti; der junge (zu Beginn gerade 21jährige) Begleitpianist Erwin Bootz mit seinen leichtfüßig tanzenden Fingern; und natürlich der Gründer und Arrangeur Harry Frommermann, nominell dritter Tenor, klanglich angesiedelt irgendwo zwischen Vöglein und Flügelhorn (das Duell in Duke Ellingtons "Creole Love Call" zwischen Bibertis Posaune und Frommermanns krächzender Trompete, die bald in eine geschmeidige Klarinette übergeht, wäre allein schon den Eintrittspreis wert).


Die Comedian Harmonists waren für einige Jahre eine der Hauptattraktionen auf den europäischen Bühnen. Ihr Repertoire bestand großenteils aus bekannten Schlagern ihrer Zeit, aber ihre Interpretationen transzendierten selbst die banalsten Volkslieder. Und welchem Schlagertexter würde heute noch wie Fritz Löhner-Beda vor 90 Jahren in der "Bar zum Krokodil" einfallen, "Ramses" auf "da ham'Ses" zu reimen! Umwerfend komisch, gelegentlich auch mit Pathos vorgetragen, immer originell und unterhaltsam - ein paar Auftritte in Kinofilmen (etwa 1930 in Die Drei von der Tankstelle) lassen ihre damalige Wirkung wohl nur erahnen. Ein Stück deutscher Kulturgeschichte, das dem Dritten Reich zum Opfer fiel und lange Zeit vergessen war. Bis dann...


50 Jahre später Eberhard Fechner für den NDR eine dreistündige Dokumentation über die Comedian Harmonists mit dem Untertitel Sechs Lebensläufe produzierte (auch das Begleitbuch ist lesenswert). Vier der sechs Originalmitglieder konnte er noch befragen, leider starb Frommermann kurz vor Beginn der Dreharbeiten (er und der 1961 verstorbene Collin sind durch Partner und Geschwister vertreten). Selten ist eine derart packende Musikdokumentation gelungen, mit komischen und tragischen Aspekten, getragen immer wieder von jenen herrlichen historischen Aufnahmen. Am glücklichsten hatte es Cycowski getroffen, für den sich eine lange Karriere als angesehener Kantor in San Francisco anschloss. Am traurigsten ist der Werdegang des genialen Frommermann (später Frohman), der nach dem Krieg nie wieder richtig Fuß fasste und zeitweise in einer Fabrik am Fliessband arbeiten musste! Faszinierend, wie in den Gesichtern von Bootz und Biberti nach all den Jahren ihre Persönlichkeitsfehler auch äußerlich sichtbar geworden waren. Überhaupt entsteht gerade in den Widersprüchen der Interviews ein plastisches Bild jener Zeit, in der die Musiker mit ungeheurer Energie und Fleiss über sich hinauswuchsen, viel Freude dabei hatten, aber auch unter zunehmenden Spannungen innerhalb der Gruppe litten, so dass die Trennung wahrscheinlich auch ohne die äußeren Umstände unausweichlich erscheint. Man weiss es nicht - es waren die Nazis, vor denen die drei Juden Cycowski, Frommermann und Collin schließlich fliehen mussten. 20 Jahre nach der Ausstrahlung der Dokumentation im deutschen Fernsehen kam sie übrigens in zwei Teilen wieder ins Kino, aus Anlass...



Des wiederauflebenden Interesses aufgrund Joseph Vilsmaiers Biographie, die 1997/98 mit um die drei Millionen deutschen Zuschauern überaus erfolgreich war. In zwei Stunden wurde hier die Geschichte der Comedian Harmonists erzählt, linear und konventionell, aber liebevoll ausgestattet und mit geschickt integrierten, überzeugend restaurierten Originalaufnahmen gespickt. Das Drehbuch hangelt sich von Anekdote zu Anekdote und konzentriert sich ansonsten auf die Spannungen zwischen Frommermann und Biberti. Es bleibt damit an der Oberfläche, die Geschehnisse an sich bieten aber genug Substanz, so dass sich durchaus eine kleine Geschichtslektion aus dem (wie heute noch recht provinziellen) Berlin der 30er entwickelt, gelegentlich plakativ, aber trotzdem bewegend. Unvergesslich der Schock des nationalkonservativen Musikalienhändlers Grünbaum (Rudolf Wessley), als er von Polizisten als "Judensau" beschimpft wird. Ein ausgelassener Höhepunkt dagegen ist die Hochzeit Cycowskis, bei der Klezmermaestro Giora Feidman persönlich zum Tanz aufspielt (er war in den 90ern in Deutschland omnipräsent, siehe auch Jenseits der Stille). Ansonsten sind die Mitglieder der Comedian Harmonists zufällig durchaus repräsentativ, von den Nazi-Mitläufern Bootz und Biberti bis zu den so unterschiedlichen Juden: der fromme Cycowski, der weltliche Frommermann und der getaufte, nur durch seine Herkunft gebrandmarkte Collin. Die Frauen an ihrer Seite sind dabei eher Staffage.



Als Darsteller engagierte Vilsmaier sympathische, durchweg etwas zu alte Typen, denen schauspielerisch nur wenig abverlangt wurde, die technisch allerdings hart arbeiten mussten, um als (Playback-)Sänger und Entertainer zu überzeugen. Damals war das eine Mischung aus bekannten Gesichtern und Neulingen, heute sind sie fast alle berühmt: für Ulrich Noethen (Frommermann) war es fast ein Debut; für Heino Ferch (Cycowski) und Ben Becker (Biberti) war es der Durchbruch; Kai Wiesinger (Bootz) war bereits aus Kleine Haie und Der bewegte Mann bekannt; Max Tidof und Heinrich Schafmeister waren als Nebendarsteller bereits Veteranen. Dazu gesellten sich Meret Becker (Bens Schwester als Spielball zwischen Frommermann und Biberti mit der größten Frauenrolle) und Katja Riemann (Mary Cycowski), ebenfalls seit Kleine Haie und Der bewegte Mann ein Star, sowie Vilsmaiers Muse Dana Vavrova als irgendeine der übrigen Partnerinnen. Wie in jedem bedeutenden deutschen Film taucht auch irgendwann Otto Sander auf (übrigens der Stiefvater der Beckers).



Als erstes nenneswertes deutsches Vokalensemble ihrer Art hatten die Comedian Harmonists viele Nachahmer. Ich persönlich kann z.B. die münsterschen Sechszylinder und der Berliner Männerwirtschaft nennen. Aber in all den Jahren hat niemand diesen Grad an Perfektion erreicht. Inzwischen sind sie ein Teil der deutschen Popkultur geworden, mit Bewunderern von Loriot bis Otto. Der Kinofilm bietet nur ein blasses Abbild dessen, und doch ist er als Ganzes viel besser als die Summe seiner Teile. Obwohl nicht für den Oscar eingereicht, wurde er in Arthouse-Kreisen als "The Harmonists" auch in den USA bekannt, selbst der damalige Präsident Bill Clinton soll ihn geschätzt haben. Jetzt ist endlich eine Blu-ray-Edition erschienen, die diesem Kleinod in glanzvollem Bild und Ton wieder gerecht wird (das Bild der DVD-Ausgabe war grauenhaft beschnitten und unscharf). Leider hat es nicht mal die 20minütige Doku der DVD auf die Blu-ray geschafft, in der immerhin der greise Roman Cycowski kurz zu Wort kam (er starb ein Jahr später). Fechners Dokumentation erzielt als DVD immer noch Fantasiepreise und ist demnach einer der größten Schätze in meinem Regal. Eine ordentliche Zusammenstellung der Aufnahmen auf CD ist leider immer noch nicht in Sicht, so dass man nach wie vor mit einem Sammelsurium von "Best of"-Ausgaben leben muss.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Still awesome: Guardians of the Galaxy Vol. 2 (9/10)

I am still Groot.



Man könnte vieles kritisieren, aber mal ehrlich: Das ist immer noch der spaßigste, abgefahrenste (sorry Vin), ausgefuchsteste (sorry Rocky) Trip des 21. Jahrhunderts. Trotz Stallone und Hasselhoff. Es hilft allerdings, wenn man ELO und Fleetwood Mac mag.

Herausragend (9/10).

Sonntag, 9. April 2017

Neues aus Kaurismäkis Finnland: Die andere Seite der Hoffnung (8/10)

Jenseits der Hoffnung liegt Aki Kaurismäkis Finnland. Es besteht aus schäbigen Einzimmerwohnungen, scheusslichen Hotelzimmern und schummrigen Kneipen. Dazu kommen vermüllte Straßen, trübe Hafenlandschaften, trostloses Großstadt-Flair. Bevölkert ist es von Menschen mit ausdruckslosen Gesichtern und einem derart lakonischen Gefühlsleben, dass sie südlich von Berlin wahrscheinlich als Zombies durchgehen würden. Alkohol fließt in verqualmten Räumen wie anderswo Leitungswasser. Und doch brodelt es unter der abweisenden Oberfläche, es laufen wortlose Dramen ab, und es gibt unerwartete Wendungen, die nur durch Herzenswärme erklärbar sind. So trübe die Ausgangssituation, so beherzt stemmen sich Kaurismäkis Figuren gegen ihr Schicksal, und oft ist ihnen am Ende ein bescheidenes Happy-End vergönnt.



So kann es Kenner der finnischen Regielegende auch nicht überraschen, dass sich der vom Hemdenverkäufer zum Restaurantbesitzer umorientierte 60jährige Wikström und der etwa halb so alte, aus dem syrischen Aleppo geflüchtete Khaled nach einem ritualistischen Faustkämpfchen zusammenraufen. Solidarität wird hier nicht thematisiert, sondern gelebt - den wenigen Besitz kann man genauso gut auch teilen. Natürlich ist Khaled nicht gerade ein typischer Araber. Der Verlust seiner Familie hat ihn traumatisiert und zum Atheisten gemacht, sein Temperament hat sich schnell den finnischen Gegebenheiten angepasst. Und so passt er vortrefflich zur Mannschaft des "Goldenen Krugs" ("bei dem Namen bekommt man doch sofort Durst!") und wundert sich auch nicht, wenn (in der witzigsten Szene) mal schnell auf Sushi-Betrieb umgeflaggt wird und der gepökelte Hering mit viel japanischem Senf veredelt auf den Tellern landet (immerhin eine Verbesserung zur halb geöffneten Sardinendose, die zuvor mit ein paar Kartoffeln als Menü kredenzt wurde).



Viel geredet wird nicht bei Kaurismäki, aber wenn, dann entfaltet sich die beste Wirkung im Original mit Untertiteln. Die finnische Sprache steuert eine ganz eigene Würze bei. Sie enthält mindestens so viel Vokale wie das finnische Bier Kohlensäureblasen und klingt genauso fremdländisch wie Khaleds Arabisch. Gesungen entwickelt sie ein besonderes Eigenleben, und folkloristische Pop-Musik spielt bei Kaurismäki stets eine große Rolle, nicht nur bei seinen "berühmten" Musikfilmen um die Leningrad Cowboys. Auch Die andere Seite der Hoffnung bietet unterhaltsame Auftritte von urigen Straßen- und Kneipencombos. Übrigens tut man dem Regisseur Unrecht, wenn man seinen jüngsten Film nun "politisch" nennt - so platt ist Kaurismäki nie. Er zeigt Alltagssituationen und lässt den Zuschauer seine eigenen Schlüsse ziehen. Insofern ist er subtiler als sein ansonsten wesensverwandter britischer Kollege Ken Loach.



Wichtig für seinen Erfolg ist auch Kaurismäkis Darstellerriege, in der immer wieder die gleichen eindrucksvollen Gesichter auftauchen. Die großartige Kati Outinen (Das Mädchen aus der Streichholzfabrik) hat diesmal nur einen Gastauftritt, aber Sakari Kuosmanen als Wikström ist bereits Kaurismäki-Veteran. Die Wunschbesetzung wäre natürlich Matti Pellonpää gewesen, der traurige Clown mit dem Walrossbart, der zwischen 1983 und 1994 neunmal mitspielte, u.a. als herzloser Manager der Leningrad Cowboys. Leider hat sich Pellonpää bereits 1995 zu Tode gesoffen, da war er erst 44. Aki Kaurismäki ist diese Woche immerhin 60 geworden. Für seinen Silbernen Bären hat er es bei der diesjährigen Berlinale allerdings nicht bis zur Bühne geschafft, weil er zu betrunken war.



Finnland kenne ich nur aus den Filmen von Aki Kaurismäki, und Aki Kaurismäki personifiziert selbst dann Finnland, wenn er in Paris (La Vie de Bohème, 1992) oder London (I Hired a Contract Killer, 1990) dreht. Aki Kaurismäki bedient die gängigen Klischees, und durchbricht sie dann immer wieder. Wahrscheinlich gilt er damit sowohl als Segen als auch als Fluch der finnischen Filmindustrie. Tatsächlich gibt es da noch seinen älteren Bruder Mika (L.A. without a Map, 1998), dessen Werk ein vielseitigeres Spektrum abdeckt und doch lange nicht so intensiv ist (ich kenne allerdings nur wenig von ihm). Finnisches Kino ist für mich somit gleichzusetzen mit den Filmen von Aki Kaurismäki. Sein Mann ohne Vergangenheit war 2003 auch der einzige finnische Beitrag, den die amerikanische Akademie jemals für einen Oscar nominierte. Die andere Seite der Hoffnung ist sein 18. Langfilm und gefällt mir weitaus besser als der mir müde erscheinende Vorgänger Le Havre von 2011. Sehr gut (8/10).

Samstag, 11. März 2017

Würdiger Oscar-Gewinner: Moonlight (8/10)

Jimmy Kimmel brachte es bei der Oscar-Verleihung auf den Punkt. Nachdem sein Moonlight-Witz nur zaghaftes Gelächter auslöste, stellte er fest, dass dieses später am Abend im zweiten Versuch als Bester Film des Jahres ausgezeichnete Werk wohl kaum jemand gesehen habe. Und tatsächlich wird wohl so manches Akademiemitglied das für lächerliche 1,5 Millionen Dollar in wenigen Wochen abgedrehte Drama über einen schwulen Schwarzen wohl nur aus politischem Kalkül auf dem Stimmzettel platziert haben. Unter den mehr als 5.000 Stimmberechtigten finden sich zwar auch dollarjonglierende Exekutivmanager und Werbefuzzis, aber gerade bei den vielbeschäftigten berühmten Schauspieler darf man Terminprobleme unterstellen. Der Hollywood Reporter hat in den letzten Jahren immer wieder anonym Ranglisten kommentieren lassen ("Brutally honest Oscar ballot"), und da kamen oft Begründungen wie "den Film habe ich zwar nicht gesehen, aber viel Gutes darüber gehört" (so etwa letztes Jahr zu Pixars Alles steht Kopf). Daher ist die bestimmt knappe Entscheidung in diesem Jahr ein Glücksfall im doppelten Sinne.



Der Witz übrigens war auch ein Seitenhieb auf die oft deprimierenden Mitkandidaten: Moonlight sei der einzige Film mit "Happy Ending", was sich auf die zarte, sehr vorsichtig inszenierte Liebesszene am Strand zwischen den Teenagern Chiron und Kevin bezog. Es ist die einzige romantische unter vielen eindrucksvollen Sequenzen des Dramas in drei Teilen. Das auf einem unproduzierten, von der eigenen Biographie inspirierten Theaterstück von Tarell Alvin McCraney beruhende Drehbuch verteilt die Hauptrolle an die überzeugenden Darsteller Alex R. Hibbert (ca. 10 Jahre), Ashton Sanders (als Teenager) und Trevante Rhodes (als Erwachsener). Nur Naomie "Moneypenny" Harris als Chirons Mutter taucht in allen drei Akten auf und wurde für ihre emotionale, in drei Tagen abgedrehte Darstellung mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Heimlicher Star ist allerdings Mahershala Ali (preisgekrönt für die Beste Nebenrolle) als Chirons väterliches Vorbild Juan. Ali glänzt eher mit seiner würdevollen Leinwandpräsenz, zeigt aber durchaus subtile Zerknirschung, als er von Chiron mit seinen Drogendeals konfrontiert wird (das ist der Clip, der in allen Preisverleihungen gezeigt wurde).



Ein wenig schwierig fand ich es, die äußeren Zusammenhänge zu erfassen. Dazu kam, dass ich mangels Kontext manche Dialoge nicht komplett verstanden habe. Bis zum erwähnten Gespräch hätte ich Juan eher für einen Sozialarbeiter oder gar einen Undercover-Cop gehalten. Für meinen Geschmack ist die Erzählweise zu elliptisch - viele nennen das poetisch, aber mir fehlt dadurch eine universell verständliche Ebene. Gerade der dritte Teil leidet unter mangelnder Exposition. Begrüßt habe ich allerdings, wie das Sozialdrama immer wieder durch technische Tricks gebrochen wird, so etwa durch Unterdrückung der Dialoge und gegensteuernde Musikauswahl. Und das Finale fand ich atemberaubend spannend und bewegend. Die von vielen gelobte Kameraführung war hingegen nicht so mein Ding. Das Drehen mit (oft wackeliger) Handkamera kann man noch mit Kostengründen erklären, aber die vielen Schwenks, so etwa die Einführungsszene von Juan mit ihrer Kreiselbewegung, schienen mir affektiert und vor allem anstrengend. Mag sein, dass dies auf jüngere Augen anders wirkt (aber auch in einigen IMDB-Kommentaren wird das als übelkeiterregend geschildert).



Moonlight wird also wohl nicht jeden Zuschauer ansprechen, aber sicher nicht nur schwule Schwarze aus Miami. Aus Kosten-Nutzen-Sicht ist es zwar ein Hit, die Umsätze in den USA von inzwischen ca. 25 Millionen Dollar sind vergleichbar mit denen von B-Horror-Filmen. Rogue One  allerdings hat dort 20mal, Hidden Figures immer noch fünfmal so viel eingenommen. Typisch ist die Diskrepanz zwischen Kritikermeinungen (Metascore: 99/100) und der IMDB-Gemeinde (momentaner Schnitt: 7,7), wobei dort zusätzlich viele unqualifizierte Hasskommentare zu finden sind. Aber was soll man schon halten von diesem Mob, der Hugh Jackmans brutal-oberflächlichen Schwanengesang Logan zur Filmkunst verklärt. In Deutschland wird wohl höchstens der Oscar-Gewinn einige Neugierige ins Kino treiben - dabei könnten auch wir von Moonlight noch etwas über Real Men lernen (wenn ich mal Joe Jacksons wundervollen Hit aus den 80ern zitieren darf). Sehr gut (8/10).

Samstag, 25. Februar 2017

Konserviertes Theater: Fences (7/10)

Über Fences, mit 139 Minuten längster Beitrag im diesjährigen Oscar-Rennen, habe ich am wenigsten zu sagen, mal abgesehen von Mel Gibsons pazifistischem Pazifikgemetzel Hacksaw Ridge, welches genauso lang ist, aber getrost ignoriert werden kann. Fences ist ein Theaterstück von August Wilson (1945 - 2005), welches sowohl 1987 bei seiner Uraufführung mit drei Tonys prämiert wurde (damals u.a. für James Earl Jones, die Stimme von Darth Vader) als auch beim Revival 2010. Dessen fünf Hauptdarsteller sind nun in der Verfilmung zu sehen, nach einem "Script" des Autors, der nun posthum für eine Adaption nominiert ist, die keine ist, von Denzel Washington originalgetreu abgefilmt. Bis auf wenige Ausnahmen spielt die Handlung in Haus und Garten des Müllmanns Troy - ehrlicher wäre es gewesen, ein paar Kameras im Theater zu platzieren.



Ich verstehe nichts von Theater, aber Fences ist bestimmt ein tolles Stück, in dem, wie das auf der Bühne so üblich ist, ohne Unterbrechung geredet wird. Ja, das sind brillante Dialoge und Monologe, die von faszinierenden Figuren dargebracht werden, aber für einen Film genügt mir das nicht. Im Gegenteil wirken die Charaktere durch die nun möglichen Nahaufnahmen gelegentlich wie Karikaturen - gerade Troy, nicht gerade einer sympathischen Figur, rückt die Kamera oft unangenehm nah auf den Pelz.



Denzel Washington als Troy und Viola Davis als seine leidgeplagte Frau Rose gewannen für ihre Darstellungen bereits den Tony, zusätzliche Oscars wären damit Overkill. Es ist auch richtig, dass Denzel nicht für die Regie nominiert ist, aber die Nominierung von Viola Davis in einer Nebenrolle ist eine weitere von vielen Merkwürdigkeiten der diesjährigen Preissaison. Ich bin mir sicher, dass sie sich auch unter den Hauptdarstellerinnen behauptet hätte. Jedenfalls wird ihr ab Montag nur noch ein Grammy zum EGOT fehlen.



So sollte man Fences als Konservierung einer historischen Broadway-Aufführung verstehen, und die Leistungen von Denzel Washington, Viola Davis, Mykelti Williamson (als Troys verstörter Bruder Gabriel), Stephen Henderson (als Troys bester Freund Bono) und Russell Hornsby (in Grimm als Nicks Partner oft unterfordert) als Troys ältester Sohn Lyons sind nun für alle Zeiten auf Zelluloid gebannt. Ein Resultat, das ich respektieren, aber nicht lieben kann. Gut (7/10).



Zwei Tage vor den Oscars gibt es immer noch keinen klaren Favoriten für den Besten Film des Jahres 2016. Begeistert hat mich keiner der Beiträge - hier das müde Bewerberfeld:

Moonlight (läuft hier erst übernächste Woche an)
Hidden Figures (7/10)
Fences (7/10)
La La Land (6/10)
Hell or High Water (6/10)
Lion (6/10)
Arrival (5/10)
Manchester by the Sea (3/10)
Hacksaw Ridge (?)

Samstag, 18. Februar 2017

Australischer Kitsch: Lion (6/10)

Und wieder ein Film "basierend auf tatsächlichen Vorkommnissen". In diesem Fall hätte der bislang wenig profilierte Drehbuchautor Luke Davies besser stärker von der Vorlage, den Erinnerungen von Saroo Brierley, abweichen sollen. So zerfällt Lion in zwei sehr unterschiedliche Teile, die kein überzeugendes Ganzes ergeben.



Saroo wächst in den 80ern in ärmlichen Verhältnissen irgendwo in Indien auf, geliebt von seiner in einem Steinbruch schuftenden Mutter und seinem älteren Bruder Guddu, der die kleine Familie mit Gelegenheitsjobs unterstützt. Eines Tages nimmt Guddu nach langer Quengelei seinen fünfjährigen Bruder mit zu einem solchen Einsatz, zwei Bahnstationen vom Heimatort entfernt. Dort geht Saroo verloren und landet schließlich nach langer Fahrt in einem ausrangierten Zug im 1.600 Kilometer entfernten Kalkutta, wo man sogar Bengali statt Hindi spricht. Er schlägt sich einige Monate auf der Straße durch, bis er in einem Waisenhaus landet und es recht schnell zur Adoption durch ein australisches Ehepaar kommt (offenbar als eine Art "Mail Order Child").



Die über 50 Minuten gezeigte Odyssee des Jungen ist packend erzählt. Dass die Vorgänge gelegentlich unklar oder verklärt erscheinen, ist verständlich, da sie auf den bruchstückhaften Erinnerungen des erwachsenen Saroo beruhen. Trotzdem bekommt man einen guten Eindruck von einem Indien jenseits touristischer Exotik und elitärer Bollywood-Prominenz. Der Laiendarsteller Sunny Pawar mit seinen großen Augen und einer pfiffigen Ausdrucksfähigkeit zeigt in der Hauptrolle eine magische Präsenz, was man in seinem Alter allerdings eher dem Casting und geschickter Regie anrechnen sollte. Unterstützt werden die teilweise an den Originalschauplätzen gedrehten Bilder durch verträumte Piano-bestimmte Musik von Volker Bertelmann (aus Kreuztal!) und Dustin O'Halloran, die dafür mit ihrer ersten Oscar-Nominierung belohnt wurden.



Gleich der Übergang zum erwachsenen Saroo erscheint mir recht holprig. Ich habe große Sympathie für den durch Slumdog Millionaire berühmt gewordenen Londoner Dev Patel, perfekt besetzt als Manager des Best Exotic Marigold Hotel. Hier kann ich allerdings keine Kontinuität zu Sunny Pawels Darstellung erkennen. Insbesondere Patels Vollbart wirkt fehl am Platz. An meinem Unbehagen ist Patel aber nur zum Teil schuld. Die Erzählung wirkt seltsam fragmentiert und spart die möglicherweise interessanteren Teile aus. Saroos australische Identität wirkt aufgesetzt, woran auch die Surfszene zu Beginn nichts ändern kann. Die Beziehung zu seiner Adoptivmutter und seinem ebenfalls aus Indien importierten Adoptivbruder bleibt seltsam unklar (sein Adoptivvater kommt kaum vor).



Saroo beginnt offenbar mit Mitte 20, sich an seine Kindheit in Indien zu erinnern, ausgelöst durch die Begegnung mit anderen Indien-stämmigen Kollegen. Er versucht mittels dem gerade verfügbar gewordenen Google Earth © seinen Heimatort zu finden, hat aber, wie sich am Schluss herausstellt, einige Fakten falsch in Erinnerung, darunter den Namen seines Dorfes. Daraus resultiert eine fünf Jahre dauernde Depression mit frustrierenden, manisch anmutenden Recherchen, über die er seinen Beruf und (zeitweise) seine Freundin verliert (Rooney Mara bringt immerhin ein wenig frischen Wind in diese unerfreuliche Phase). Natürlich gäbe es diesen Film nicht, wenn Saroo am Ende nicht erfolgreich gewesen wäre, und genau zum Finale schlägt die Stimmung vollkommen in Kitsch um, wozu dann leider auch der Soundtrack beiträgt. Übrigens spricht Saroo sogar seinen Namen falsch aus, er heisst eigentlich Sheru, also "Löwe" (falls jemand sich über den Titel wundert - das Buch heisst einfach "Der lange Weg nach Hause").



Es erschließt sich mir nicht, warum jetzt ausgerechnet Dev Patel bei den aktuellen Preisverleihungen Favorit ist (er gewann gerade einen BAFTA). Geradezu albern ist es, dass seine Darstellung als Nebenrolle (wörtlich eigentlich: "unterstützende Rolle") gewertet wird. Lion hat zwei Hauptdarsteller, nämlich Dev und Sunny. Ähnlich falsch verfuhren die BAFTAS, indem sie Hugh Grant für Florence Foster Jenkins in die gleiche Kategorie steckten. Nach dieser Logik hätte Judi Dench für ihre fünf Minuten als Queen Elizabeth in Shakespeare in Love höchstens einen Preis für die beste Statistin verdient gehabt.



Davon ab sehe ich die größere Schwäche von Lion bei Regie und Schnitt. Der australische Werbefilmer Garth Davis vermag gerade dem zweiten Teil einfach keinen Fluss zu geben. Besonders verwirrend fand ich die Rückblende, als Saroo von einem Motorrad angefahren wird. Der absolute Tiefpunkt allerdings ist vor allem dem Drehbuch anzulasten: Saroos Adoptivmutter erzählt ihm, wie sie als Zwölfjährige eine Vision eines indischen Jungen hatte. Diese Szene allein sollte eigentlich zur Disqualifizierung bei den Oscars führen. Dass Nicole Kidman diesen Monolog ohne Kichern zu Ende gebracht hat, ist allerdings höchste Schauspielkunst - damit und mit ihrem Mut zur hässlichen Frisur hat sie ihre eigene Oscar-Nominierung verdient (warum ist es in solchen Biopics oft so, dass die Hauptfiguren gegenüber den Vorbildern aufgehübscht werden, die Nebendarsteller aber unansehnliche Imitationen anstreben?) Von den sechs Oscar-Nominierungen (auch als Bester Film) gehen für mich höchstens die für Musik und Kamera in Ordnung. In der Summe Ordentlich (6/10).

Samstag, 11. Februar 2017

Als die Rechner noch farbig waren: Hidden Figures (7/10)

Die in diesem Jahr von der amerikanischen Akademie nominierten Besten Filme sind derart vielfältig, dass im Endeffekt für niemanden etwas dabei ist. Hidden Figures ist zwar überaus sentimental, immerhin aber unterhaltsam und neben dem netten schwedischen Beitrag Ein Mann namens Ove der erklärte Wohlfühlfilm unter den Kandidaten. In den USA ist er wohl auch deswegen ein Überraschungshit an den Kinokassen.



Der Titel ist ein kleines Wortspiel und kann sowohl mit "Versteckte Gestalten" als auch mit "Versteckte Zahlenkolonnen" übersetzt werden und beruht, wie gleich zu Beginn per Einblendung versichert wird, auf Tatsachen - für mich keine Empfehlung für einen guten Film.  Zu übersehen waren die "farbigen Computer" wohl kaum, die 1961 als Rechenmaschinen herhalten mussten, bis ein IBM-Ungetüm diese Arbeit übernahm. Aber im Zweifel bekamen sie beim Auftauchen erst einmal einen vollen Papierkorb überreicht, denn was sonst sollte sie bei den NASA-Spezialisten schon zu suchen haben? Was zählte in den 60ern schon ein Universitätsabschluss in Mathematik, wenn man dunkelhäutig oder gar eine Frau war?



Regisseur Theodore Melfi, der vor zwei Jahren in St. Vincent sogar Bill Murray zu einem knuffigen Alltagshelden transformieren durfte, hat sich beim Drehbuch immerhin weibliche Hilfe bei der TV-Autorin Allison Schroeder geholt. Sein Hauptverdienst ist, dass er seine Stars frei aufspielen ließ. Und die nutzen die Gelegenheit. Octavia Spencer (nach ihrem Oscar für The Help in diesem Jahr erneut nominiert) ist eine Naturgewalt. Wie sie ihrer Chefin (Kirsten Dunst, ansonsten blass) einen Schokoladenkuchen backt, Verzeihung, sich als Teamleiterin aufdrängt, ist eine Wucht. Zweite im Bunde ist die hauptberufliche Musikerin Janelle Monáe, für die Rolle der Ingenieur-Aspirantin mit eisernem Willen eigentlich ein bisschen zu hübsch, aber das vergisst man im Laufe der Geschichte irgendwann.



Schlagendes Herz des Trios ist allerdings Taraji P. Henson (Detective Carter aus Person of Interest). Ihre Figur ist am präzisesten ausgeführt, wenngleich das Familienleben der verwitweten dreifachen Mutter doch arg idyllisch wirkt. Am Arbeitsplatz zeigt sich jedoch deutlich ihre Zerrissenheit, es brodelt hinter der Fassade ob all der Demütigungen, wenn die geniale Mathematikerin wieder und wieder maximal als Rechenkünstlerin anerkannt wird. In einem etwas billigen dramaturgischen Kniff ist es ausgerechnet der Amerikanische Held ™ John Glenn (Glen Powell), erst im Dezember 96jährig verstorben, der unabhängig von Hautfarbe und Geschlecht ihren Wert erkennt. Die bereits 2009 für eine Nebenrolle in Der seltsame Fall des Benjamin Button für einen Oscar nominierte Taraji P. Henson wurde für ihre Hauptrolle in der Fernsehserie Empire jüngst mit einem Golden Globe ausgezeichnet; jetzt wird man die 46jährige hoffentlich wieder öfter im Kino sehen. Für eine Oscar-Nominierung hat es in diesem Jahr nicht gereicht, auch wenn Meryl Streep zu ihren Gunsten sicher gern auf ihre historische 20. Nominierung verzichtet hätte.



Hidden Figures zeichnet leider nur ein sehr grobes, verklärtes Zeitbild. Es ist lange nicht so raffiniert wie etwa The Imitation Game, und es verharmlost den bedrohlichen Schatten, der lange über der Bürgerrechtsbewegung schwebte und etwa in The Help deutlich besser eingefangen wurde. Hidden Figures gibt einem das Gefühl, dass schwarze Amerikaner in den 60ern nur höflich bitten mussten, um die Rassenschranken purzeln zu lassen. Selbst Polizisten und Richter konnten dem Charme dunkelhäutiger Mathematikerinnen offenbar nicht widerstehen. Auch Kevin Costners NASA-Chef, eigentlich als Drache angekündigt, verwandelt sich allzu schnell zum Förderer seiner schwarzen Mitarbeiterin. Trotzdem ist es Costners beste Rolle seit langem. Das kann man für Jim "Sheldon" Parsons nicht sagen, der als Chefingenieur recht blass bleibt. Auch Mahershala Ali, für Moonlight (wo er übrigens neben Janelle Monáe auftritt) eine weitere farbige Hoffnung der kommenden Oscar-Verleihung, ist hier nur Eye Candy: "That Colonel Jim is a tall glass of water!"



Es gibt schon so viele belanglose Filme um weiße Männer, dass die Zeit für belanglose Filme um schwarze Frauen gekommen ist. Von mir aus kann das Pendel jetzt erstmal in diese Richtung umschlagen, allein schon um im Kino neue Gesichter zu entdecken. Differenzierter sind wahrscheinlich die in Deutschland erst in den nächsten Wochen anlaufenden Mitkandidaten Fences und Moonlight, aber auch Hidden Figures hat mir Freude gemacht. Einer der Produzenten ist übrigens nicht zufällig der Gute-Laune-König Pharrell Williams (Happy). Gut (7/10).

Samstag, 28. Januar 2017

Casey Affleck sieht tote Kinder: Manchester by the Sea (3/10)

Manchester by the Sea ist so trübsinnig, dass ich es für klinische Studien zum Auslösen von Depressionen empfehlen kann. Traurige Filme verschiedenster Ausprägung haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Ob Krieg, Genozid, Diskriminierung, Armut, Ungerechtigkeit oder einfach nur gescheiterte Liebe - all dies sind Themen, mit denen sich Film beschäftigen kann und dabei gelegentlich sogar über sich hinauswächst- siehe Im Westen nichts Neues, Hotel Rwanda, Brokeback Mountain, Die Früchte des Zorns, Kinder des Olymp. Aber Kenneth Lonergans Oscar-Kandidat handelt lediglich von ein paar nicht besonders sympathischen Menschen, die einfach viel Pech im Leben hatten. Das ist für mich weder erbaulich noch erhellend, sondern einfach nur verzichtbar. Empfehlen kann ich das auch noch überlange Werk nur Masochisten. Warum finden sich für ein solches Buch Produzenten (es ist nun ein kleiner Hit in den USA)?



Schuld hat Matt Damon. Kenneth Lonergan war an sich recht erfolgreich mit seiner Drehbucharbeit an verschiedenen Komödien, so etwa der herrlichen Paarung von Robert De Niro und Billy Crystal in Reine Nervensache. Auch sein Regiedebut, das Comedy-Drama You Can Count On Me, konnte 1999 überzeugen und brachte ihm sogar eine Oscar-Nominierung ein. Nachdem der Nachfolger Margaret, ein trauriges starbesetztes Drama (sic!) mit Damon in einer Nebenrolle, nach einem Streit mit dem Produzenten allerdings gnadenlos floppte, zog sich Lonergan aus dem Geschäft zurück. Sein neues Drehbuch wurde in Hollywood offenbar jahrelang wie ein heisses Eisen umhergereicht. Schließlich wurde es als Prestige-Objekt vom Streamingdienst Amazon mitfinanziert, das nun noch vor Netflix seine erste Oscar-Nominierung vorweisen kann. Damon sollte eigentlich die Hauptrolle übernehmen, musste wegen anderer Verpflichtungen dann aber an seinen Kumpel Casey Affleck abgeben (Damon ist nun immerhin als Produzent nominiert).



Casey gilt als der bessere Schauspieler der beiden Affleck-Brüder. Wie auch immer man dazu steht, finde ich es doch ungerecht, dass Casey nun als Favorit zu den Oscars geht und Ben für seine Batman-Darstellung bei den Goldenen Himbeeren verhöhnt wird (und überhaupt: warum acht Nominierungen für BvS und nur zwei für Suicide Squad???) In die Gesellschaft von Ben Stiller und Gerard Butler gehört er jedenfalls nicht. Klar, die Ausdrucksfähigkeit seines aus Granit gemeisselten Gesichts ist begrenzt, aber für den Dunklen Ritter passte das hervorragend (es sind wohl eher eifersüchtige Christian-Bale-Fans, die mit ihm nicht einverstanden sind). Casey hat m.E. nicht viel mehr mimische Möglichkeiten, er ist halt eher der Typ für zerbrechliche, geschlagene Figuren. Die porträtiert er kompetent, aber die große Schauspielkunst projizieren wohl eher die Zuschauer auf ihn.



Was bleibt, sind ein paar atmosphärische Bilder aus dem 5000-Seelen-Örtchen Manchester-by-the-Sea in Massachusetts, zu salbungsvoller Orchestermusik u.a. von Georg Friedrich Händel. Das kompetente Ensemble hat sicher hart gearbeitet, um derart deprimierend zu wirken. Michelle Williams hat darin ja reichlich Erfahrung, schon im Finale von Dawson's Creek musste ihre Figur den Krebstod sterben. Der junge Lucas Hedges unterläuft immerhin die üblichen Teenager-Klischees, aber wirklich: Sollen wir es toll finden, wie der 16jährige seine beiden "Freundinnen" jongliert? Einzig Kyle Chandler (der FBI-Agent aus The Wolf of Wall Street) strahlt die ihm eigene Wärme aus, aber seine Figur ist ja auch schon tot, als wir sie kennenlernen. Es hilft alles nichts: Die Geschichte taugt nicht, sie ist langweilig, wenig plausibel und sinnlos. Sie ist für mich der bisherige Tiefpunkt bei den ohnehin unfassbar schwachen Oscar-Kandidaten 2017. Mäßig interessant (3/10).

Samstag, 21. Januar 2017

Macht trotz allem Spaß: The Great Wall (6/10)

The Great Wall sieht besser aus und hat auch einen größeren Unterhaltungswert als die meisten sogenannten Blockbuster des letzten Jahres. Das ist allerdings Lob auf niedrigem Niveau. Tatsächlich ist diese angeblich 150 Millionen teure US-chinesische Koproduktion ein kühl kalkuliertes Produkt, bei dem die Teile sich nur widerspenstig zu einem Ganzen fügen. Dabei ist die Grundidee dieses Fantasy-Films tatsächlich ganz nett: Die Chinesische Mauer wurde gebaut, um allesfressende Ungeheuer abzuwehren. Zur Zeit der Song-Dynastie verirren sich nach dem legendären Schwarzpulver suchende Europäer in die entscheidende Schlacht. "Helms Deep" in China, sozusagen.



Das von einem amerikanischen Komittee zusammengestückelte Drehbuch konzentriert sich, welche Überraschung, bei den Figuren auf die drei Westler. Die asiatischen Darsteller gehören zum malerischen Hintergrund, obwohl etwa mit Andy Lau (Infernal Affairs, House of Flying Daggers) ein veritabler Superstar den Strategen Wang gibt. In der weiblichen Hauptrolle ist die junge Tian Jing zu sehen, die mit liebreizendem Gesicht eine gute Figur in ihren farbenprächtigen Kostümen macht. Schauspielerische Fähigkeiten konnte ich jedoch nicht erkennen (man munkelt, sie habe einen einflussreichen "Onkel" in der chinesischen Filmindustrie). Jedenfalls wird man sie demnächst in weiteren Monster-Filmen bewundern können: in der vierten King-Kong-Auflage Kong: Skull Island und der Fortsetzung von Guillermo del Toros Pacific Rim.



Zu den abgebrühten Helden Matt Damon und Willem Dafoe gesellt sich der chilenische TV-Star Pedro Pascal, der als Viper Oberyn Martell bereits die vierte Staffel von Game of Thrones veredeln durfte (und nicht nur aufgrund seines spektakulären Zweikampfs mit dem Mountain, der am Ende doch ins Auge ging). Die drei Recken wetteifern um den gruseligsten britischen Akzent (wer weiss schon, wie sich europäische Weltenbummler vor über 1.000 Jahren verständigt haben - vielleicht eher durch Grunzen). Überhaupt finden sie sich in der Rolle der Barbaren, während als Kontrast tatsächliche und erfundene Errungenschaften der asiatischen Hochkultur offenbar den chinesischen Nationalstolz anfachen sollen (die chinesische Jugend ist allerdings an den Kinokassen nicht drauf reingefallen).



Ausstattung und Effekte brauchen sich vor keinem amerikanischen Fantasy-Film zu verstecken. Am unglaubwürdigsten sind wie so oft weder die Monster noch die Handlung, sondern die Figuren. Frauen in Machtpositionen hat es in der chinesischen Geschichte eher selten gegeben, und sicher keine mit Porzellan-Teint und Mannequinfigur. Und was Willem Dafoes Ballard nun 25 Jahre lang an der Mauer getrieben hat, bleibt auch unklar. Matt Damon kann natürlich mit oder ohne Bart einen Film tragen, aber Wills Freundschaft zu Pero bleibt vage.



Wie auch immer, man muss Regisseur Zhang Yimou ein großes Lob aussprechen, dass er unter diesen widrigen Umständen dem Material trotzdem eine unterhaltsame Geschichte enttrotzt hat. Natürlich ist er nicht irgendjemand, sondern (mal abgesehen vom Taiwan-Amerikaner Ang Lee) der weltweit angesehenste chinesische Regisseur. Ab den 80ern war er gerngesehener Gast bei den europäischen Festivals, gewann mit seinen Arthouse-Filmen, mit seiner damaligen Frau Gong Li in den Hauptrollen, u.a. einen Berliner Bären und eine Goldene Palme in Cannes. Mein Favorit aus dieser Zeit ist das anrührende metaphorische Ehedrama Rote Laterne von 1991.



Im Kielwasser von Ang Lees überraschendem Kassenschlager Tiger & Dragon (und nach seiner Trennung von Gong Li) feierte Zhang Yimou dann internationale Erfolge mit den poetischen Wuxia-Filmen Hero (2002) und House of Flying Daggers (2004, mit der von Ang Lee entdeckten zauberhaften und begabten Zhang Ziyi - keine Verwandte übrigens). 2011 stellte er in The Flowers of War mit Christian Bale schon einmal einen westlichen Schauspieler in den Mittelpunkt einer chinesischen Produktion. Mir gefiel das damals nicht besonders, aber in China fand die Geschichte aus dem Vorfeld des Zweiten Weltkriegs ein großes Publikum. Zwischendurch drehte er auch intimere, die chinesische Gegenwart spiegelnde Dramen (Happy Time, Keiner weniger), soweit ihm die staatliche Zensur das zuließ.



Die Kunst eines Regiemagiers ist es auch, aus minderwertigem Material das beste herauszuholen. Das ist Zhang Yimou hier für meinen Geschmack gelungen. Daher meine milde Wertung: Ordentlich (6/10).

Montag, 16. Januar 2017

So la la: La La Land (6/10)

Langsam fühle ich mich wie der Grinch, der das Kinovergnügen stiehlt. Dabei hatte ich mich als Fan klassischer Film-Musicals von Top Hat über Singin' in the Rain bis zur West Side Story wirklich auf den Golden-Globe-Gewinner gefreut. Von der Kritik gern vergessen wird, dass es auch in diesem Jahrhundert schon tolle und erfolgreiche Musicals gab, selbst wenn man Baz Luhrmann (Moulin Rouge) mal aussen vor lässt (let's!): Chicago (Oscar-Gewinner für den Besten Film 2003), The Producers (2005), Mamma Mia! (2008), und mein Favorit, Hairspray (2007). Damien Chazelles letzten, auch schon umjubelten Film Whiplash mochte ich zwar nicht, dafür Emma Stone umso mehr.



Diese ist auch schon das Beste an La La Land. Verständlich übrigens, dass sie Kristen Stewart die Hauptrolle in Café Society überließ, denn die Handlung beider Filme ist praktisch identisch, nur dass La La Land ohne die Komplikation der Onkel-Neffe-Rivalität auskommt und mehr oder weniger in der Gegenwart spielt. Jesse Eisenberg wäre allerdings ein besserer Partner gewesen, denn Ryan Gosling sieht zwar hübsch aus und hat mit Emma in Crazy, Stupid, Love auch wunderbar harmoniert, hier jedoch fällt sein Mangel an Ausdrucksfähigkeit extrem auf. Dabei haben mich nicht mal das laienhafte Tanzen oder der nur zweckdienliche Gesang gestört. Aber wie die Musik, die mit höchstens zwei netten Liedern aufwartet und ansonsten tatsächlich wenig mit Jazz zu tun hat, ist alles übrige einfach nur lauwarm. Am meisten Energie hat noch der Elektropop von John Legends Band, und dessen Plotpoint soll doch eigentlich sein, dass er ein Ausverkauf ist (?). Die Geschichte selbst ist im Endeffekt tragisch und ganz und gar nicht uplifting (aber vielleicht bin ich momentan einfach zu schwer zu begeistern). Bezeichnend auch, dass nicht eine einzige Nebenfigur im Gedächtnis bleibt (ausser vielleicht J.K. Simmons im Cameo als fieser Barbesitzer). Schade (6/10).

Ausführlicher haben übrigens die Fünf Filmfreunde den Film auseinandergenommen:  Kritik



Zugabe: Kurzrezension zur DVD-Ausgabe von Top Hat (1935):

"Top Hat" wird als bester Film des Traumpaares Fred Astaire - Ginger Rogers gehandelt, und in der Tat kann man sich kaum eine Verbesserung vorstellen. Hier gibt es die glaubhafte Romanze, Geist versprühende Dialoge, atemberaubende Tanzszenen, aberwitzige Pointen und über allem die Evergreens von Irving Berlin. Von der brillanten Eingansszene im Club (wehe, es raschelt jemand mit der Zeitung) bis zur Enthüllung des Butlers (grandios: Eric Blore), die zum Happy End führt, ist der Zuschauer an den Bildschirm gefesselt, lacht, weint, leidet, freut sich - wessen Herz könnte unberührt bleiben, wenn Fred Astaire "Cheek to Cheek" singt? Wer könnte seine Augen abwenden, wenn er seien Solo-Nummer mit tödlichem Spazierstock vorführt? Wer möchte nicht für alle Ewigkeit mit Ginger Rogers im Regen tanzen? Tatsächlich ein Top-Musical, in seinen Tanzszenen vielleicht nie wieder erreicht, aber auch in jeder anderen Disziplin herausragend (10/10).

SF-Klassiker #11: Way Station (Clifford D. Simak, 1963)

Clifford D. Simak (1904-1988, reimt sich auf Grzimek) war einer der produktivsten SF-Autoren des 20. Jahrhunderts. Er schrieb bereits im Goldenen Zeitalter der SF, ab den 30ern, unzählige Kurzgeschichten, und veröffentlichte bis zu seinem Tode etwa 30 Romane. 1977 wurde er von der amerikanischen Autorengemeinschaft, nach Robert A. Heinlein und Jack Williamson, zu deren drittem Grand Master ernannt. Trotzdem ist sein Name heute kaum noch ein Begriff, im Gegensatz zu den in den 80ern ernannten Großmeistern. Simak war nicht so wagemutig wie sein Freund Isaac Asimov, nicht so wissenschaftsorientiert wie Arthur C. Clarke, nicht so experimentierfreudig wie Alfred Bester oder so stilsicher wie Ray Bradbury. Vielleicht hat er einfach nicht laut genug geklappert, vielleicht war er zu "Middle of the Road" mit seiner sanften Erzählweise und seinen kleinen Geschichten, die sich auf Ideen und Figuren konzentrierten, aber nicht den üblichen Actionformeln genügten. Auf die Leinwand bzw. den Bildschirm haben es lediglich zwei seiner Romane (in Russland und Ungarn) und eine Handvoll Geschichten als Vorlagen von TV-Folgen einschlägiger Anthologieserien geschafft.

Simak schrieb nie den "großen" Roman, der die Fantasie auch der Nachfolgegenerationen hätte beflügeln können (wie etwa Larry Niven mit Ringwelt, dem er ansonsten durchaus ebenbürtig war). "Way Station", von den Fans 1964 mit dem Hugo für den Besten Roman ausgezeichnet, ist jedoch eine Wiederentdeckung wert (Simak gewann zwei weitere Hugos für Kurzformen). Im Mittelpunkt steht Enoch, ehemaliger Soldat aus dem amerikanischen Bürgerkrieg, der seit fast hundert Jahren unerkannt eine galaktische Station auf der Erde betreut. Nun aber spitzen sich die Ereignisse zu; der Erde droht ein Atomkrieg, der CIA beginnt Enoch zu beobachten, und in den galaktischen Zivilisationen gibt es Unruhe um eine legendäre Maschine, die den Völkern den Zugang zu einer sprituellen Kraft des Universums ermöglichen soll.

Simak verbindet geschickt eine ganze Reihe von zunächst unabhängigen Ideen, die er ohne viel äußere Spannung in einem mild-kathartischen Finale zusammenführt. Trotzdem hat es dieser schmale, keine 200 Seiten umfassende Roman in sich. Er enthält ein plausibles futuristisches Szenario mit vielen faszinierenden, oft fast nebenbei erwähnten Details. Die Geschichte beginnt mit der Schilderung eines CIA-Agenten, der sich in die Dorfgemeinschaft eingeschleust hat, die Enoch als verschrobenen Sonderling akzeptiert hat, obwohl er seit vielen Jahrzehnten wie ein 30jähriger aussieht und bis auf den Postboten auch keine Kontakte pflegt. Doch schnell wechselt die Perspektive zum eigentlichen Helden und seiner geheimnisvollen Station. Enoch ist sicher einer der einsamsten Menschen der Welt, hat allerdings auch Zugang zu einem beneidenswerten Schatz von Informationen und Artefakten. Trotz seiner Isolation informiert er sich regelmäßig durch Zeitungen und Magazine über die Entwicklung der Menschheit. Nach der Kuba-Krise rechnet er sich fast mit Sicherheit den Dritten Weltkrieg aus.

Der Autor ist allerdings niemand, der diese pessimistische Ausgangslage in einen bedrohlichen Text wandelt (anders als Kurt Vonnegut, dessen tolle apokalyptische Satire "Cat's Cradle" im gleichen Jahr für den Hugo nominert war). Bei Simak sind die meisten Aliens gutmütig, und selbst der CIA-Agent zeigt sich verständnisvoll. Die Ereignisse werden ohne Hast in einem wohltuend-optimistischen Grundton geschildert (Simak hätte bestimmt gute Star-Trek-Folgen erfunden). Dabei ist der Hauptkonflikt eher in Enochs psychologischer Situation als den äußeren Umständen zu finden. Dazu macht die Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben und kulturellem Austausch "Way Station" auch heute noch zu einem zeitgemäßen Lesevergnügen.

Samstag, 7. Januar 2017

Hübsche Romanze im All: Passengers (7/10)

Jim und Aurora sind in einem Fernraumschiff auf dem Weg zu einem Kolonialplaneten. Die 120 Jahre dauernde Reise verbringen Besatzung und die 5.000 Passagiere im Kälteschlaf - eigentlich. Doch zunächst Jim und dann Aurora wachen 90 Jahre zu früh auf, ohne die Möglichkeit, sich erneut in Tiefschlaf zu versetzen. Ein Mann und eine Frau allein in einem riesigen Schiff  (mit dem robotischen Bartender Arthur - brillant: Michael Sheen aus Frost/Nixon). Was könnte da wohl passieren?



Passengers beruht auf einem Originaldrehbuch des New Yorkers Jon Spaihts, der u.a. am misslungenen Alien-Prequel Prometheus und an Dr. Strange mitgeschrieben hat. Weder bei Kritik noch bei den Zuschauern kommt dieser zweite englischsprachige Film des Norwegers Morten Tyldum (immerhin Oscar-nominiert für die Turing-Biographie The Imitation Game) besonders gut an. Er wird Mühe haben, das Budget von 120 Millionen Dollar wieder einzuspielen. Dabei bietet er solide Unterhaltung, solange man sich darauf einlässt.



Science-Fiction-Fans finden den Film nicht komplex genug. Das gewaltige Raumschiff ist tricktechnisch durchaus überzeugend realisiert, alle Voraussetzungen sind technologisch plausibel. Aber es fehlt auch mir der großartige Twist, der dieser Reise eine weitere Bedeutungsebene geben könnte. So habe ich einige Zeit darauf gewartet, dass vielleicht das komplette Trillionen schwere Kolonialisierungsgeschäft nur ein Scam und das Schiff ins Nirgendwo unterwegs ist. Dem scheint aber nicht so zu sein. Als SF-Grundlage genügt im Endeffekt allerdings das Dilemma des nicht wieder aufzunehmenden Kälteschlafs. Und als Zugabe hat noch die SF-Ikone Laurence "Morpheus" Fishburn einen Kurzauftritt.



Action-Fans finden den Film eher langweilig. Tatsächlich gelingt es dem Team nicht, das Weltall so unmittelbar fühlbar wie bei Gravity oder so lebensbedrohlich wie bei Der Marsianer zu vermitteln. Die unvermeidbaren Explosionen gibt es erst im letzten Drittel der Geschichte, und auch dann liegt der Fokus auf der Psychologie der Figuren. Ich persönlich habe mich aber zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Spannung kann schließlich auch ohne Hektik entstehen. Und mir gefällt auch der leichte Ton, in dem all dies dargeboten wird. Ob man allerdings dafür soviel Geld ausgeben musste, sei dahingestellt (mal abgesehen von den Gehältern für JLaw und CPratt, die jeden Dollar verdient haben).



Vielen Romantik-Fans steht ein entscheidendes moralisches Dilemma im Weg, welches ihnen den Spaß verdirbt. Jim trifft aus Verzweiflung eine zweifelsohne verwerfliche Entscheidung (die allerdings eher einer Entführung als einem Mord entspricht, but still, damn!). Leider ist es typisch für das moderne Klima politischer Korrektheit, dass die Zuschauer diese pauschal verurteilen und sich ab diesem Zeitpunkt nicht mehr differenziert mit dem Thema auseinandersetzen. Aber muss man es am Ende nicht dem Opfer Aurora überlassen, ob es Jim verzeihen kann?



Mich persönlich hat die Romanze berührt, und diese funktioniert wie immer nur, wenn man die Hauptfiguren mag. Aber wer könnte Chris "Starlord" Pratt und Jennifer "Katniss" Lawrence widerstehen? Insbesondere die erst 26jährige Oscar-Preisträgerin zieht hier alle Register ihres Könnens. Und sie wird von Jahr zu Jahr hübscher - vielleicht, weil sie langsam ihren Babyspeck im Gesicht verliert? Ich muss zugeben, dass mir ihr Anblick im futuristischen Badeanzug schon den Atem verschlug. Und im Gegensatz zu den Panem-Filmen profitiert sie hier von einem ebenbürtigen Partner, auch wenn dieser gut 10 Jahre älter ist. Ich hätte den beiden jedenfalls gern noch länger zugeschaut, ob beim Tanzen, Küssen oder Prügeln. Gut (7/10).