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Samstag, 19. November 2016

The road goes ever on and on: Phantastische Tierwesen (6/10)

Warner Bros.: Why did Harry Potter have to end? He was only 17, and we need a success...
Rowling: Pottermore - em - More Potter?
Warner Bros.: Say Potter no more. Make us a franchise to rule them all!
Rowling: I want to bring fantastic beasts to the screen.
Warner Bros.: You will need some cash for the CGI. What did Jurassic World cost? Here's more.
Rowling: We'd better hire some actors, too. No more children, though.
Warner Bros.: Not even some ugly kids? We need to make Ezra Miller famous, he will be our new Flash!
Rowling: Ok, but I want an Oscar winner for the lead.
Warner Bros.: Agreed, but make his character childish.



Eddie Redmayne hat ausgesorgt. Das Publikum für die auf fünf Filme ausgelegte neue Kinoserie ist garantiert, und niemand geht irgendwelche Risiken ein. Dafür sorgen die Potter-erfahrenden Davids Heyman (Produktion) und Yates (Regie),  Auch wenn die Geschichte 1926 in New York spielt, wird sie doch mit dem bekannten Schriftzug und John Williams' berühmten Thema eingeleitet. Leider ist der bisherige Adapteur Steve Kloves zwar noch als Produzent beteiligt, doch seine Handschrift ist nicht zu erkennen. Rowling wäre gut beraten gewesen, wieder nur eine Vorlage zu liefern. Ihr Drehbuch bietet zwar tolle Ideen, ist aber schwach strukturiert, und die Figuren sind lange nicht so plastisch wie erwartet. Gerade Newt birgt mit seiner offenbar tragischen Vorgeschichte zwar dramatisches Potential, das aber bisher nicht ansatzweise zum Tragen kommt. Sein Love Interest (Porpen)Tina kommt noch schlechter weg.



Im Quartett der Protagonisten sind Newt und Tina (Katherine Waterston) nominell die Hauptfiguren, wirken aber eher langweilig im Vergleich zu Tinas Charme versprühender Schwester Queenie (Alison Sudol) und vor allem Muggle/NoMag Kowalski (Dan Fogler), der den Magiern wieder und wieder die Show stiehlt (etwa wenn nicht Alohomora, sondern seine kräftige Schulter eine Tür öffnet). Die beiden bislang recht unbekannten Darsteller gehören übrigens zu den wenigen Amerikanern der britischen Produktion, was mich gelegentlich schon irritiert hat: Was bringt den Iren Colin Farrell oder die Engländerin Samantha Morton nach New York? Was die Nebenfiguren betrifft, hat die Besetzung auf mich ohnehin einen merkwürdigen Effekt. Zum Vergleich:
Harry Potter: Oh, Professor McGonagall, eine faszinierende Figur. Sie kann sich in eine Katze verwandeln! Übrigens toll gespielt von der zweifachen Oscar-Preisträgerin Maggie Smith.
Fantastische Tierwesen: Oh, das ist Jon Voight (Asphalt-Cowboy). Ist der alt geworden! Ob Tochter Angelina in 30 Jahren auch so aussehen wird? Wen spielt der Oscar-Gewinner hier noch mal?



Der Schauplatz New York bringt interessante Satire-Möglichkeiten, die leider fast alle verschenkt werden. Gerade mal erwähnt wird das Verbot von Misch-Ehen (zwischen Magiern und Muggles). Der Subtext von Samantha Mortons "Mary Lou" (ernsthaft?) sektenartig geleiteter Suppenküche und der fast faschistisch anmutenden amerikanischen Zauberervereinigung geht im bunten Geschehen unter. Rowlings Touristensicht auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten kommt dadurch eher bitter rüber. Geradezu garstig fand ich die beiläufigen Todesurteile durch Auror Graves und die Todeskammer des Magischen Kongresses mit den sadistischen "Kranken"schwestern. Dann doch lieber Dementoren! Völlig unglaubwürdig ist auch eine schwarze Präsidentin des Kongresses. Es ist nicht nachvollziehbar, warum die magische Gesellschaft derart progressiv gewesen sein sollte. Selbst einer besseren Schauspielerin hätte ich das nicht abgenommen - erst seit 1920 hatten Frauen in den USA überhaupt das Wahlrecht, Schwarze in vollem Umfang erst 1965!



Eigentlich befinden wir uns in den Goldenen Zwanzigern - Prohibition, Gangster - aber bis auf ein kleines Zwischenspiel in einer Untergrundbar (mit einem gelungenen Cameo von Hellboy Ron Perlman als Kobold) ist davon nichts zu spüren. Und auch wenn wir uns an die Zauberei gewöhnt haben und ein "Petrificus Totalis" höchstens für ein Schmunzeln gut ist, wurde für mich die Glaubwürdigkeit durch Newts wundersamen Koffer doch arg strapaziert. Hermines Tasche (mit Zelt, Büchern, Klamotten) konnte ich gerade noch akzeptieren, aber das? Immerhin reitet niemand auf einem Besen. Und über allem liegt die aufdringliche Musik von James Newton Howard, die uns wohl einhämmern soll, wie phantastisch das alles ist. Nur gelegentlich lockern Jazz-Klänge die Atmosphäre auf. Die 3D-Effekte sind dagegen schön, wann immer es phantastisch wird, und nervig, wenn Menschen im Vordergrund stehen.



Die nächste Folge soll in Paris spielen. Gibt es jetzt ein munteres Städtehüpfen? Klar ist jedenfalls, dass in der Fortsetzung ein gewisser abgehalfterter Star den Schurken spielt. Der wird in den letzten fünf Minuten aus dem Hut gezaubert, was in Fankreisen bereits für Empörung gesorgt hat. Und Albus Dumbledore, man kann es in der Potter-Wikipedia nachlesen, ist 1926 bereits 45 Jahre alt (er starb also mit zarten 116 Jahren). Er wird diesmal nur als Newts Hogwarts-Mentor erwähnt, das Casting ist aber bereits im Gange. Vielleicht nimmt das Franchise dann Fahrt auf. Mit 133 Minuten hat die Einführung einige Längen, bietet ansonsten aber gediegene Unterhaltung. Ordentlich (6/10).

Sonntag, 13. November 2016

Leonard Cohen: 1934 - 2016



Vor 25 Jahren schenkte mir ein etwas älterer Freund ein Werbeheftchen, das er wohl aus den 70ern rübergerettet hatte: "The Poet of Rock Music - Leonard Cohen: Lieder und Gedichte". So wird heute niemand mehr verkauft - Bilder eines nachdenklichen Mannes, schwermütige, sexuell explizite Poesie und Kommentare zu ausgewählten Liedern, die mindestens so kryptisch wie die Texte selbst sind. Folgenden Text nannte er einfach nur "Poem" (Gedicht).
I heard of a man
who says words so beautifully
that if he only speaks their name
women give themselves to him.
If I am dumb beside your body
while silence blossoms like tumors on our lips
it is because I hear a man climb stairs
and clear his throat outside our door.



Er war ein Mann der Widersprüche. Dichter aus Leidenschaft, Musiker aus Widerwillen, ein jüdischer Buddhist, Ladies Man, aber nicht klassisch gutaussehend:
You told me again you preferred handsome men
but for me you would make an exception.
Es begann schon mit dem gescheiterten Versuch einer stilistischen Einordnung. Den Begriff Singer-Songwriter gab es noch nicht, und so wurde er seit seinem Debut 1967 in die Folk-Ecke gestellt, obwohl er mit der Szene nichts am Hut hatte. Daher klingen die Arrangements seiner frühen Alben heute recht merkwürdig, vor allem auf modernen Stereoanlagen - mal in Streichern ertränkt, mal wie aus dem Nebenzimmer kommend. Was zählte, war aber immer das Zusammenspiel von Gitarre und Gesang. Wie viele Folkies besitze auch ich ein Songbook aus dieser Phase und hatte mehrere seiner Lieder im Repertoire. Suzanne, sein meistgewünschter Lagerfeuer-Song, war natürlich dabei, aber lieber waren mir "Winter Lady", "Famous Blue Raincoat" und "Sisters of Mercy". Letzteres liegt mir besonders am Herzen - das Schöne an Poesie ist ja, dass jedem eine eigene Interpretation erlaubt ist. Cohens Sisters of Mercy hießen Alberta, Barbara und Lorraine, meine Andrea und Barbara:
If your life is a leaf
that the seasons tear off and condemn
They will bind you with love
that is graceful and green as a stem



Cohen war kein Virtuose wie Donovan, Cat Stevens oder gar Paul Simon. Harmonische Raffinessen wie bei Nick Drake oder Joni Mitchell waren ihm fremd. Seine Gitarrenparts waren einfach, aber effektiv. Bis auf das gelegentlich fingerbrecherische Tempo seiner Akkordzerlegungen waren sie technisch nicht anspruchsvoll und konnten durch die meisten Hobby-Gitarristen verziert und verbessert werden. Dass er mit den berühmten drei Akkorden auskam, ist allerdings eine grobe Verallgemeinerung. Die Begleitung von Sisters of Mercy arbeitete er angeblich mit einem Jazz-Bassisten aus - die Akkordfolge ist gar nicht so einfach zu lernen. Aber selbst mit den Grundakkorden gelangen ihm geschmackvolle Untermalungen. Und dann war da natürlich seine unnachahmliche Stimme...



Cohen war universell. 1971 integrierte Robert Altman drei Songs aus Cohens erstem Album in seine herausragende Western-Tragödie McCabe & Mrs. Miller. Sie wirkten wie eigens für den Film komponiert. Cohens Lieder wurden auch schon früh durch andere Künstler gecovert. Mein liebstes Beispiel ist Joan Baez' Version von "Famous Blue Raincoat" aus dem Livealbum "Diamonds and Rust in the Bullring". Die Kombination aus Klavier, traurigem Cello und Joans himmlischer Stimme ist fast unerträglich schön (Joan änderte klugerweise die letzte Zeile des Briefs, die Widmung, von "Sincerely, L. Cohen" zu "Sincerely, a friend").



Abgesehen von Liedern, die ich selbst sang, haben mich die Texte eigentlich immer zuletzt interessiert. Es ist schwer beschreibbar, warum das bei Cohen anders ist. Seine melancholische Grundstimmung kommt mir entgegen, aber der Genuss seiner Lieder rührt aus der Verbindung von Music & Lyrics.  Doch auch wenn man nicht auf die Texte achtet, transportiert seine Musik starke, universelle Gefühle. Und darin liegt der Unterschied zu Bob Dylan. Auch wenn ich es begrüße, dass Liedtexte als Literaturform anerkannt werden, ist mein Zugang zu Dylan rein intellektuell. Zudem gefallen mir praktisch nur die Interpretationen anderer Künstler, die ihn ab den 60ern auch berühmt machten: Joan Baez, Peter, Paul & Mary, die Byrds. Nicht nur sein nasaler Gesang verleidet mir das Vergnügen an seinen Originalen, sondern auch die Sabotage, die er mit seinen eigenwilligen Betonungen und seinem Genuschel an seinen eigenen Texten begeht. Insofern wäre Cohen der würdigere Preisträger gewesen.



Nach einer Orientierungsphase in den 70ern brachte Cohen zwischen 1984 und 1992 drei Alben mit starken Songs heraus. Die Musik war jetzt deutlich rythmischer und durch Synthesizer geprägt. Auf dem ersten, "Various Positions", fand sich das erst später berühmt gewordene "Hallelujah". Besonders das mittlere Album, "I'm Your Man", bietet ein mitreissendes Erlebnis, aber auch "The Future" lohnt sich. Zu dieser Zeit begann Cohen, bei der Vertonung seiner Texte auf Kollegen zurückzugreifen, vor allem auf die Sängerin Sharon Robinson, die ihn später auch live begleitete.


Fast wäre es das gewesen mit Cohens Musikkarriere - er zog sich in ein Zen-Kloster zurück und hatte keine Rückkehrabsichten. Insofern muss man seiner Managerin dankbar sein, die mit seinem Vermögen durchbrannte. Die finanzielle Not und die resultierenden Schulden bescherten uns seine berühmte Comeback-Tour und fünf weitere Studio-Alben. Mit diesen Live-Auftritten eroberte er sein Werk zurück. Sie sind umfangreich auf DVD und Blu-ray dokumentiert - seine Bühnenschau zelebrierte er fast ritualistisch, wenn er demütig seinen Hut zog vor dem begeisterten Publikum und seinen virtuosen Mitmusikern ("The Divine Webb Sisters").



Ob alt oder neu, endlich wurden seine Lieder in angemessene Gewänder gekleidet - so wie er sich selbst schon immer im eleganten Maßanzug präsentierte. Und immer war der Mann mit der inzwischen noch tiefergelegten "Golden Voice" gut gelaunt, verschmitzt und sprühte vor Witz und Lebenslust. Da spielt er in "Tower of Song" eine läppische kleine Passage auf dem Clavicord und erwiderte den Szenenapplaus wohlwollend-ironisch mit "You are too kind!".



Leonard Cohen starb wenige Wochen nach Veröffentlichung seines Abschiedswerks, "You Want It Darker", das er nur noch unter Schmerzen und mit kräftiger Hilfe seines Sohnes Adam vollenden konnte. Es war der US-amerikanische Wahltag in diesem trüben November. Traurig für mich ist nicht, dass hier ein alter, auf den Tod vorbereiteter Mann starb, sondern die Ungewissheit, ob vergleichbare Künstler nachwachsen. Leonard Cohens Lieder bleiben und wärmen unsere Seelen wie ein knisterndes Kaminfeuer, wann immer wir das nötig haben. Aber der Kanadier hinterlässt eine Lücke, in der alle auswanderungswilligen US-amerikanischen Künstler Platz haben. Zum Abschluss ein mit Absicht aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat des Poeten der Rockmusik:
Warum sollte man einem Berg eine Medaille umhängen, nur weil er der höchste ist?

Samstag, 12. November 2016

Ein Traum bleibt ein Traum: Woody Allens "Café Society" (6/10)

Ein etwa 30 Jahre alter Bekannter hat mir neulich etwas verschämt gestanden, dass er noch nie einen Woody-Allen-Film gesehen hat. Das ist für meine Generation schier unvorstellbar. Wie die Dire Straits oder Otto Waalkes war Woody Allen gerade in den 80ern Popkulturgut. Aus den Programmkinos war er nicht wegzudenken, Wiederholungen insbesondere seiner "frühen komischen" Filme waren nicht nur im Studentenwohnheim Fernsehereignisse. Seine mit vier von fünf der wichtigsten Oscars ausgezeichnete Annie Hall (Richard Dreyfuss schnappte Woody den Preis als Hauptdarsteller weg) war in Deutschland als "Der Stadtneurotiker" bekannt. Dieser hiesige Verleihtitel fasste Allens Faszination grob vereinfachend zusammen. Und natürlich gab es das alles nur in der deutschen Fassung. Maßgeblich zum Erfolg trug damals sein Synchronsprecher Wolfgang Draeger bei. Der im Berliner Wedding aufgewachsene Kabarettist wusste Allens nervösen jüdischen Witz kongenial zu übertragen und war über Jahrzehnte die unverwechselbare deutsche Stimme des Meisters.



Diese Stimme ist im Original inzwischen ziemlich brüchig geworden. In Café Society taucht nur gelegentlich Woody Allens Voice-over auf, um das umfangreiche Personal in Los Angeles und New York einzuführen. Untermalt wird das wie üblich, aber diesmal zur Handlungszeit passend, vom Playback verschiedener Jazz-Kombos. Neu ist das für Woody extreme Breitbildformat (2.00 : 1) des dreifachen Oscar-Preisträgers Vittorio Storaro (Apocalypse Now, Der letzte Kaiser). Allen hat schon viele tolle Kameraleute (im Englischen besser: Directors of Photography) beschäftigt, so Gordon Willis (Der Stadtneurotiker, Manhattan), Carlo DiPalma (Hannah und ihre Schwestern) und Ingmar-Bergman-DP Sven Nykvist (Verbrechen und andere Kleinigkeiten). Auch diese erste Zusammenarbeit mit dem 76jährigen Italiener Storaro schenkt uns fabelhafte Bilder, so etwa traumhafte Silhouetten der beiden Handlungsstädte. Trotdem sollte man vielleicht die Entdeckung Woody Allens nicht hier beginnen.



Woody Allens Drehbücher waren im Laufe seiner Karriere für 15 Oscars nominiert (er gewann für Der Stadtneurotiker, Hannah und ihre Schwestern, Midnight in Paris), und so vergißt man oft, welch ein großartiger Regisseur er ist. Egal wie schematisch und vorhersehbar seine Geschichten inzwischen sein mögen, so vermag er sie doch mit traumwandlerischer Sicherheit zu inszenieren und holt aus seinen Darsteller stets das Optimum heraus. Aber leider scheint ihm doch langsam der Stoff auszugehen. Ich wünschte mir, er würde sich mehr Zeit für seine Drehbücher nehmen. Stattdessen hat er sich im letzten Jahr weiter verzettelt und für Amazon die Miniserie Crisis in Six Scenes geschaffen, von der ich nur so viel Positives berichten möchte, dass er in der fast vergessenen Comedy-Legende Elaine May eine ebenbürtige (und gleichaltrige) Partnerin gefunden hat. Für den Streaming-Dienst ist das natürlich ein genau an meine Generation gerichtetes Prestige-Projekt. Da Amazon, Netflix und Co. nicht an die demographischen Forderungen von Werbekunden gebunden sind, gehen sie auch ältere Zielgruppen an (am erfolgreichsten war in diesem Jahr wieder einmal Netflix mit der netten, weit überschätzten Horror-Hommage an die 80er Stranger Things).



Zurück zu Café Society. Wir schreiben das Jahr 1936, Fred Astaire und Ginger Rogers tanzen in Swing Time, einem ihrer schönsten Musicals. Phil Stern, Hollywood-Agent von der nicht tödlichen Sorte, wartet auf einen Anruf von Ginger. Er möchte den Star repräsentieren (und Prozente kassieren), doch zu sehen bekommt man Astaires Lieblingspartnerin nicht, genauso wenig wie Phils restliche berühmte Kundschaft. Es bleibt beim "Name-dropping": Joel McCrea, Paul Muni, Gary Cooper, Errol Flynn (über den Phil immerhin eine herrliche Anekdote parat hat). Aber leider bleibt es in dieser Hinsicht, anders als etwa bei Hail, Caesar! von den Coens, bei der bloßen Behauptung von Kino-Glamour. Nicht dass es dem Film an Stars mangeln würde...



Phil wird, nicht besonders glaubwürdig, von Steve Carrell gespielt, der allerdings in letzter Minute für Bruce Willis eingesprungen ist. Während andere dessen Diva-Verhalten zähneknirschend in Kauf nehmen, schmiss Woody den Actionstar kurzerhand vom Set, als der wieder mal unvorbereitet seinene Text nicht parat hatte (Kevin Smith hat seine schlechten Erfahrungen bei CopOut immerhin nachträglich öffentlich gemacht). Aber sei's drum, im Mittelpunkt dieser tragischen Liebesgeschichte stehen ohnehin die jungen Leute, Phils Neffe Bobby und seine Sekretärin Vonnie. Jesse Eisenberg und Kristen Stewart sind hier nach Adventureland (das mir überhaupt nicht gefallen hatte) und der überaus sehenswerten schrägen Brutalkomödie American Ultra zum dritten Mal gemeinsam zu sehen, und es sprühen tatsächlich Funken. Eisenberg hält seine zuletzt als Lex Luthor perfektionierten Manierismen diesmal klug zurück und wirkt eher nach innen gewandt. Aber die Sensation hier ist Kristen Stewart; angeblich hatte Woody bei dieser Besetzung übrigens keine Ahnung von ihrem Twilight-Fame.



Kristen Stewart war mir bereits 2007 mit ihrem Kurzauftritt im ansonsten vergessenswerten Into The Wild aufgefallen, ohne dass ich den Bezug zu Jodie Fosters kleiner Tochter in Finchers Panic Room gezogen hatte. Der Twilight-Trubel hat sie als ernstzunehmende Schauspielerin allerdings weit zurückgeschlagen. Tiefpunkte waren ihre freizügige Darbietung in der Jack-Kerouac-Verfilmung Unterwegs und ihr Auftritt als Schneewittchen in Snow White and the Huntsman, wo sie mit stets halbgeöffnetem Mund eher dümmlich als sexy wirkte. Aber seitdem befindet sie sich auf dem Weg der Besserung. In Still Alice spielte sie kompetent Julianne Morres Tochter, in Die Wolken von Sils Maria begeisterte sie neben Juliette Binoche die Kritiker in Cannes. Vielleicht hat Woody Allen sie ja nur dazu gebracht, ihren Mund geschlossen zu halten, aber so ausdrucksvoll wie bei ihm war Kristen noch nie. Klar ist die 26jährige atemberaubend schön, aber nun passiert etwas in ihrem Gesicht. Vielleicht hatte sie nach über 15 Jahren im Geschäft nun endlich Zeit zu reifen, vielleicht hilft ihr das persönliche Glück mit ihrer ehemaligen Assistentin, nach der praktisch vom Studio verordneten Romanze mit Co-Vampir Robert Pattinson. Für eine Oscar-Nominierung wird es diesmal noch nicht reichen, aber von Kristen kann man noch viel erwarten.



Wie üblich, sind auch die Nebenrollen von Café Society mit versierten Charakterdarstellern besetzt. Am besten in Erinnerung bleibt Corey Stolls Mafioso Onkel Ben. Seltsam ineffizient sind allerdings die meisten anderen Familienmitglieder - Allen-Kenner werden vielleicht seufzen: Noch eine jüdische Großfamilie. Gesichtet wurden jedenfalls "Balin" Ken Stott als Patriarch, Sheryl Lee (die Leiche aus Twin Peaks) als Phils Ehefrau, Anna Camp (True Blood) als jüdisches Möchtegern-Callgirl, Blake Lively als Barbie-Ehefrau und Parker Posey, die schon in Irrational Man zu sehen war, in blonder Lockenperücke. In der Summe hat mir das etwas besser gefallen als die beiden Vorgänger, kommt aber nicht an Witz und Charme von Woody europäischer Phase heran. Ordentlich (6/10).

Sonntag, 30. Oktober 2016

Dr. Strange, or How I Learned To Stop Worrying and Love the Magic (8/10)

Rezept für die Einführung eines neuen Marvel-Superhelden

  1. Man beginne mit einem außergewöhnlichen Menschen mit markanten Charakterfehlern (bisher waren das alles Männer, aber mit der bereits durch Oscar-Gewinnerin Brie Larson besetzten Figur Captain Marvel wird sich das 2019 ändern).
  2. Man lege ihn in eine Lebenskrise ein. Bewährte Zutaten für den Sud: Krebs, Granatsplitter am Herzen, Gefängnis, allgemeiner Minderwertigkeitskomplex. Auch möglich: Schulprobleme, finanzieller Ruin, Hybris.
  3. Optional: Man würze mit einer (vorzugsweise tragischen) Liebesgeschichte. Vielleicht findet man im Gewürzregal sogar eine potentielle Superhelden-Partnerin (siehe The Wasp).
  4. Man füge eine Kelle Superkräfte hinzu. Beim Einkauf darf der Koch seiner Fantasie freien Lauf lassen - von Spinnenbissen über Wunderdrogen bis hin zum Klassiker Radioaktivität gibt es viele beliebte Variationen.
  5. Man lasse ihn mit seinen Superkräften für eine Zeitlang garen (nie verkehrt: Trainingsmontage).
  6. Man schmecke mit Verbündeten und Erzfeinden ab (wichtig: möglichst viele Geschmacksrichtungen berücksichtigen)
  7. Man lasse ihn in einem furiosen Finale die Welt retten (oder wenigstens die Stadt, das Land oder den Zeitfluss).
  8. Nach Gutdünken: Rühren und Schütteln (siehe Deadpool).



Strange Brew (Cream, 1967)


Es lohnt sich also kaum, Worte zur Handlung von Dr. Strange zu verlieren. Wie bei allen Rezepten kommt es dann aber doch auf den Koch und die Zutaten an. Was den Chef angeht, war mit Scott Derrickson zunächst mal Skepsis angesagt. Neben einigen Horrorstreifen hat er das sinnlose Remake von Der Tag, an dem die Erde stillstand mit Keanu Reeves zu verantworten. Mitautor Jon Spaihts war gar am missglückten Alien-Prequel Prometheus beteiligt. So schlecht wie erwartet ist die Inszenierung aber nicht geworden, und das Ausgangsmaterial (Comics von Steve Ditko) war offenbar recht inspirierend. Ein erfahrener Regisseur hätte allerdings so manche Szene besser auf den Punkt gebracht. So erscheinen Schlüsselereignisse (die Rückkehr von Dr. Strange nach New York, seine Meinungsverschiedenheiten mit Mordo) eher als abgehakte Plot Points denn als emotionale Höhepunkte. Und trotz photographischem Gedächtnis erlernt Dr. Strange seine Fähigkeiten viel zu schnell. Für den Zuschauer scheinen nur Tage zu vergehen zwischen den ersten Versuchen und den fortgeschrittenen Kabinettstückchen. Alles in allem werden diese Schwächen jedoch durch tolle Effekte und ein überragendes Ensemble wiedergutgemacht.

Dazzling Stranger (Wizz Jones 1970)




Noch weniger Worte zu Benedict Cumberbatch. Klar ist er charismatisch, selbstverständlich trägt er den Mantel des Hauptdarstellers mühelos. Man sollte einmal innehalten und sich vorstellen, wie albern all die Zauberei auf dem Papier ausgesehen haben muss - die entsteht nämlich durch viel Fuchtelei mit einem halben blechernen Faustring und raumgreifenden Gesten, die jeder Management-Coach seiner Clientel sofort wieder austreiben würde. Aber Cumberbatch findet die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Selbstironie, um den Zuschauer in diese Welt zu transportieren.

She's so strange (Travis 1999)




Zu Tilda Swinton habe ich immer noch ein zwiespältiges Verhältnis. Tony Gilroys Gerichtsdrama Michael Clayton, für das sie 2008 einen Oscar gewann, konnte mich nicht so recht begeistern. Aber in den letzten Jahren hat sie wie niemand sonst fantastische Figuren zum Leben erweckt, besonders für die Coens (Hail, Caesar!) und Jim Jarmusch (Only Lovers Alive). Als "The Ancient One" nimmt man ihr bereits zum wiederholten Mal eine in vielen Jahrhunderten erworbene Weisheit ab, und trotz der durch eine Glatze verstärkten Fremdartigkeit bricht immer wieder eine erfrischende Verschmitztheit durch, die sie doch wieder vertraut erscheinen lässt.


People Are Strange (The Doors 1967)




Dann gibt es den Oscar-nominierten Chiwetel Ejiofor als Mordo (und wer den Namen immer noch nicht aussprechen kann, sollte es nun endlich lernen!) Seiner Figur hätte ich mehr Tiefe und bessere Dialoge gewünscht, aber das wurde wohl für die Fortsetzung aufgespart. Nicht viel besser geht es Rachel McAdams, die für die tragische Liebesgeschichte herhalten muss. Lustigerweise hatte sie ja bereits mit Sherlock zu tun, allerdings in der Inkarnation von Robert Downing Jr. Fehlt noch Jonny Lee Miller aus Elementary.


Strange - I've seen that face before (Grace Jones 1981)




Generisch wirkt auch der dänische Star Mads Mikkelsen als Hauptschurke. Dafür hat mir Benedict Wong als (wie passend) "Master Wong" prima gefallen. Der Engländer mit Hongkong-Wurzeln hat einfach eine irre Ausstrahlung, was er inzwischen nicht nur als Kublai Khan in Marco Polo bewiesen hat, und das trotz einer merkwürdig schleppenden Aussprache, die auch nichts mit seiner Heimatstadt Manchester zu tun hat. Hier glänzt er mit feinem stoischen Humor.

Isn't Life Strange? (The Moody Blues 1972)




Es ist schon wagemutig, Magie in ein Universum einführt, welches sich bisher zumindest bemüht hat, den wissenschaftlichen Anstrich zu wahren. Selbst die Asgarder werden als technisch überlegene Ausserirdische dargestellt, und Phil Coulson wird in Agents of Shield nicht müde zu erklären, dass Thor kein Gott, sondern ein Alien sei ("Technically, he's not a god"). Mit der Einführung des Ghost Riders bewegt sich nun aber auch die TV-Serie auf dünnem pseudowissenschaftlichen Eis. Ehrlich gesagt gehört schon die sagenhafte Macht der Infinity Stones (welche die Avengers noch viele Kinojahre beschäftigen werden) hundertprozentig ins Reich der Fantasy. Jetzt ist jedenfalls der Damm gebrochen: Reisen durch magische Tore, die Astralwelt, Zeitmanipulation, eigensinnige Mäntel kann jetzt auch Tony Stark nicht mehr als technischen Fortschritt wegdiskutieren.

Strange Avenues (Jethro Tull 1989)




Immerhin ist die Tricktechnik weit genug, solche fantastischen Ebenen zu bebildern. Im Vorfeld wurde bereits viel Aufhebens um die an Inception erinnernde Spiegelwelt mit ihren Escher-puzzeligen Straßenzügen gemacht. Ja, sie ist beeindruckend, aber doch mehr ein Gimmick. Beeindruckender fand ich die vielen kleinen Effekte, die Alltagsmagie sozusagen, die wirklich nahtlos integriert ist. In 3D schlagen dem Zuschauer oft feine verzauberte Funken ins Gesicht. Trotzdembin ich mir nicht sicher, ob sich dafür das Brillentragen lohnt. Übrigens ist es tatsächlich gelungen, dem bei Marvel traditionellen Actiongewitter zum Abschluss einen neuen Dreh zu geben - die Guten und die Bösen kämpfen, während um sie herum die Zeit rückwärts läuft, inklusive eines kleinen spaßigen Twists.

Goodbye Stranger (Supertramp 1979)




Ebenfalls üblich sind die beiden Postcredit-Szenen, von denen eine auf die Fortsetzung neugierig macht und die andere den nächsten Gastauftritt vorbereitet. "Spoilerfreier" Tip: Cameo eines Avengers mit modischer Barttracht... Jedenfalls hat mich die Marvelmaschinerie wieder eingefangen, und ich freue mich auf 2017: Guardians Vol. 2 (yeah!), Spiderman: Homecoming (na ja), Thor: Ragnarök (spannend). Auf ein Wiedersehen: Dr. Strange = Marvel-Magie. Sehr gut (8/10).

Sonntag, 23. Oktober 2016

SF-Klassiker #10: Ringwelt (Larry Niven, 1970)

Science-Fiction-Fans lieben gewagte Konzepte, wie sie vor allem in der "harten" SF präsentiert werden. Diese reichen von plausiblen Vorhersagen zu unwahrscheinlichen Konstrukten bis hin zu physikalisch unmöglichen Ideen. Ein Beispiel aus der ersten Kategorie ist ein Kommunikationsnetz aus geosynchronen Satelliten, welches Arthur C. Clarke bereits 1945 beschrieben hatte. Zur zweiten Kategorie gehört etwa die über hundert Jahre alte Idee des Weltraumlifts, die Ende der 70er in Romanen von Clarke und Charles Sheffield aufgegriffen wurde. Larry Nivens Ringwelt ist vielleicht das berühmteste Beispiel für eine unmögliche Idee, die trotzdem zu einer Vielzahl von wissenschaftlichen Erörterungen geführt und die Fantasie unzähliger Leser beflügelt hat. Hochverdient wurden ihm dafür Hugo und Nebula für den besten SF-Roman des Jahres verliehen. Zusätzlich gewann er zwischen 1967 und 1976 drei Hugos für Kurzformen.


So beschreibt Niven seine Ringwelt (aus dem Englischen paraphrasiert):
Man nehme 15 Meter hellblaues Geschenkband mit einer Breite von 2,5 Zentimetern, bilde daraus einen Ring, den man mit der Kante auf dem Fußboden aufstellt, und platziere in der Mitte eine Kerze. Dann vergrößere man den Maßstab: Mit der Sonne im Zentrum stelle man sich den Ring etwa im Erdabstand vor, 1,6 Millionen Kilometer breit (grob 30 mal der Erdumfang). Der Ring rotiert mit mehr als 1.200 Kilometern pro Sekunde, um auf der Innenseite erdähnliche Gravitation zu simulieren. Die Kanten sind durch 1,6 Kilometer hohe Steilwände eingegrenzt, damit die Atmosphäre nicht entweicht, und zwischen dem Ring und der Sonne stehen in gleichmäßigen Abständen 20 riesige, rechteckige Schattenspender im Orbit, die für einen Tag-Nacht-Rhythmus von 30 Stunden sorgen. Das Außenmaterial des Rings muss dabei aus sagenhaft widerstandsfähigem Material bestehen (der Autor beschreibt es als "unreasonably strong" und postuliert, dass nur 40% der kosmischen Neutrinos es durchdringen können).
Ein beeindruckendes Konstrukt bedingt natürlich noch keinen tollen Roman. Zum Glück wurde Niven in diesem Fall von der Inspiration nicht im Stich gelassen. Die Erforschung der Ringwelt bietet nicht nur spannende Abenteuer mit vielen Überraschungen, sondern auch eine exzellente Figurenkonstellation. Aber zunächst noch ein paar Worte zur Ausgangslage. Die Geschichte ist in Nivens "Known Space"-Universum angesiedelt, benannt nach der etwa 60 Lichtjahre durchmessenden Einflusssphäre der Menschheit gut tausend Jahre in der Zukunft. Die meist von Aliens, zum Beispiel den Raumnomaden der Outsiders übernommene Technologie besteht aus den in der SF lange eingeführten Zutaten: Reisen durch Ent- und Rematerialisierung (bei Perry Rhodan heißt das "Materietransmitter", bei Star Trek "Beamen"), lebensverlängernde Drogen, überlichtschnelle Raumfahrt und künstliche Gravitation. Da ist das Konstrukt der Ringwelt schon fast wieder plausibel zu nennen (ich erwähne das trotz aller Liebe zum Genre nur, um auf die Schizophrenität sogenannter "harter" SF hinzuweisen).

Hauptfigur ist Louis Wu, 200 Jahre alter Lebemann (mit der Physis eines 20jährigen). Er wird vom Puppeteer Nessus (einem Alien mit zwei Köpfen und drei Beinen) an seinem Geburtstag für eine Expedition rekrutiert. Das ist in sofern außergewöhnlich, als das Volk der als Feiglinge verschrienen Puppetiers schon seit Jahren den Known Space verlassen hat, auf der Flucht vor den in 2000 Jahren erwarteten Auswirkungen von Novaexplosionen im galaktischen Kern. Dazu gesellt sich Chmeee, ein Mitglied der aggressiven, tigerähnlichen Kzins, die sich in jahrzehntelangen Kriegen mit der Menschheit fast aufgerieben haben, und zuletzt die 20jährige Teela, ein Erdenmädchen, das aufgrund besonderer Umstände fast einer vierten Rasse zugeordnet werden muss (was sie nicht davon abhält, eine Liebesbeziehung mit Wu einzugehen). Übrigens keine Sorge, eine Liebesgeschichte ist dies wirklich nur am Rande.

Spannend ist nicht nur die Dynamik zwischen den vier Forschern, sondern auch die sich erst langsam enthüllende Beziehung zwischen den drei Zivilisationen, deren Werdegang stärker miteinander verknüpft ist, als sie selbst zu Beginn erahnen konnten. Dazu kommt das Geheimnis um die verschollenen Schöpfer der Ringwelt, die technologisch allen anderen überlegen gewesen sein mussten, allerdings scheinbar keine Überlicht-Raumfahrt zur Verfügung hatten. Im Laufe der Geschichte wird auch Teelas Rolle immer wichtiger. Aufgrund der einen kritischen Punkt erreichenden Überbevölkerung hatte die Menschheit nämlich vor Jahrhunderten eine strenge Geburtenregelung eingeführt, die das Recht auf Elternschaft neben anderen Kriterien auch auf eine Zufallskomponente begründet. Teela ist nun in fünfter Generation das Kind solcher Lotteriegewinner, und der Expeditionsleiter Nessus hofft, dass ihr statistisches Glück auf sein Unterfangen abfärbt.

Das ist natürlich eine wagemutige Idee, und ich muss gleich einräumen, dass Niven diese durchaus mit einem Augenzwinkern einführt. Überhaupt ist sein Erzählton eher leichtfüssig. Seine sprachlichen Mittel sind begrenzt, aber er schreibt spannend, humorvoll und mit Herz. Die Darstellung der glaubwürdig fremdartigen Aliens finde ich sehr gelungen, Sexszenen sind geschmackvoll zurückhaltend gestaltet. Frauenfiguren sind allerdings nicht Nivens Stärke (da steht er in der Tradition von Heinlein, Clarke und Asimov). Als Agnostiker interessiert den Autor Religion wenig, und er geht sogar so weit, ein neutrales Schimpfwort zu erfinden. "tanj" steht für "there ain't no justice" und gibt den Dialogen durchaus ein gewisses Flair, auch wenn das Thema kontrovers diskutiert wird (siehe den Wikipedia-Artikel Profanity in Science Fiction). Frakking ridiculous!

Bei genauerem Hinsehen ist Nivens Konstrukt einer futuristischen menschlichen Gesellschaft allerdings ziemlich fragwürdig. Vor den fatalen Gefahren der Überbevölkerung hatte schließlich schon 1968 John Brunner in seinem Hugo-prämierten Roman Stand on Zanzibar gewarnt - der Titel bezieht sich auf den Zeitpunkt, zu dem theoretisch nicht mehr alle Menschen einen Stehplatz auf der afrikanischen Insel Sansibar zur Verfügung haben würden (diesen haben wir übrigens inzwischen erreicht - Glückwunsch!) Dass Niven nun die größte Einschränkung für Bevölkerungswachstum in der mangelnden Hitzeableitung einer Welt sieht, wirkt auf mich schon vorgestrig. Anderseits hatte er nicht den Anspruch, die Gesellschaft aus sozialwissenschaftlicher Sicht zu betrachten. Das Schöne des Genres ist ja unter anderem die mögliche Vielfalt. Nivens Gewinn war eingerahmt von Ursula Le Guins philosophischem, Geschlechterrollen hinterfragenden Meisterwerk Die linke Hand der Dunkelheit ("The Left Hand of Darkness") und Philip José Farmers ebenfalls auf einem grandiosen, allerdings eher mystischen Konzept beruhender Flusswelt der Zeit ("To Your Scattered Bodies Go").

Larry Niven 2015

Der 78 Jahre alte Larry Niven gehört zur zweiten Generation und wohl auch zur zweiten Reihe der Hard-SF-Autoren. Er wurde erst 2015 von der amerikanischen Autorenschaft mit dem Damon Knight Memorial Grand Master Award zum 31. Großmeister der Science Fiction ernannt. In jungen Jahren habe ich etliche seiner unterhaltsamen, aber selten tiefgehenden Romane gelesen, von denen viele in Zusammenarbeit mit Jerry Pournelle entstanden. Von seinem Werk ist mir aber nicht viel im Gedächtnis geblieben, am ehesten noch das 1971 veröffentlichte humoristische Gemeinschaftswerk mit David Gerrold, Die Fliegenden Zauberer. Sein Hauptvermächtnis ist zweifelsohne der Ringwelt-Zyklus. Die erste Fortsetzung erschien 1980, vor allem aufgrund hartnäckig aufgeworfener technischer Fragen der Fans. So befindet sich die Ringwelt ja astronomisch gesehen nicht in einem Orbit um ihre Sonne, was die Stabilität des Systems in Frage stellt. Tatsächlich stellt dann die zweite Forschungsexpedition in "Die Ingenieure der Ringwelt" genau dieses fest - die Sonne steht nicht mehr im Zentrum des Rings und droht diesen zu zerstören. Ansonsten schrieb Niven leider nur die gleiche Figurenkonstellation weniger interessant fort. Der enthüllte kosmische Zusammenhang wirkt auf mich dann aufgesetzt. Wer würde schon seine Geschlechtsorgane gegen ein zweites Herz eintauschen, Langlebigkeit hin oder her?

Erst die eBook-Technik ermöglicht die Wiederveröffentlichung vieler alter Klassiker zu vernünftigen Preisen. Leider gibt es noch Verlage, die diese Entwicklung blockieren. So verlangt Amazon für die berühmten Romane von Joan Vinge inakzeptable Preise um die 20 Euro für die Kindle-Editionen. Die beiden genannten Ringwelt-Romane sind erst seit einem Jahr erhältlich, für gerade noch vertretbare 5-6 Euro. Dabei ist der erste Band für den Kindle offenbar sorgfältig aufbereitet worden (u.a. mit X-Ray, einem interaktiven Figurenverzeichnis), die Fortsetzung deutlich weniger gut (mit gelegentlichen, aber kaum den Lesefluss störenden Scan-Fehlern).

Samstag, 8. Oktober 2016

(Niemand) Findet Dorie (erträglich - 4/10)

Hallo, mein Name ist Dorie, ich leide an einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses...

Walt Disney würde sich im Grabe umdrehen. All die entgangenen Marketing-Möglichkeiten! Statt seine frühen Trickfilm-Erfolge richtig auszuschlachten, nahm er immer neue wahnwitzige Projekte in Produktion. Dabei hätte allein die Origin-Story von Schneewittchens sieben Zwergen über Jahre stabile Umsätze garantiert. Ganz zu schweigen von "Die spannenden Abenteuer von Jiminy Cricket" oder "Die Kindheit des Gepetto" über die beliebten Pinocchio-Figuren. Stattdessen verschwendete er seine Zeit mit psychedelisch bebilderten Klassikkonzerten und verschreckte die Jugend mit fliegenden Elefanten und Rehkitz-Waisen.

Oh, Sand! Ich liebe Sand, er ist so schön matschig!



Bald nach Walts Tod 1966 wurde zum Glück die Videokassette erfunden, und der Disney-Konzern produzierte prompt zu jedem Hit billige, uninspirierte Fortsetzungen für die Flimmerkiste im Wohnzimmer. Ob Pocahontas II, Simbas Abenteuer, Kleine Strolche - selbst eine Fortsetzung des Glöckners von Notre Dame war für ein paar Dollars gut.

Hallo, mein Name ist Dorie, könnt ihr mir helfen, meine Eltern zu finden?



Endlich sieht sich auch Pixar in dieser Tradition des Mutterstudios und produziert zu jedem Hit teure, uninspirierte Fortsetzungen. Einzig Toy Story 2 übertraf dabei das Original, aber das ist lange her. Und doch: Die Rechnung scheint aufzugehen: Fast jeder zehnte Amerikaner hat schon ein Ticket für Finding Dory gelöst. Weltweit ist die Milliardengrenze in Dollars fast erreicht, vielleicht wird in der Jahresbilanz sogar noch das (originelle und trotzdem grauenhafte) Produkt des Mutterkonzerns Zoomania überholt.

Muscheln! Ich liebe Muscheln! Meine Mutter mochte besonders die violetten!



Was soll ich gegen solche Zahlen und immer noch einen Metascore von 7,7 anschwimmen? Anbringen, dass Dorie als Sidekick toll war, als Hauptfigur allerdings schnell nervt? Dass ich keinen Spannungsbogen erkennen konnte und der Film in Einzelepisoden zerfällt? Dass die "zufälligen" Begegnungen jedwede Glaubwürdigkeit strapazieren? Dass es verstörend wirkt, dass Nemo nach einem Jahr erst halb so gross wie sein Vater ist - und das bei einer Lebenserwartung von 6-9 Jahren? Dass die Aquariumbilder inzwischen so realistisch gerendert sind, dass Nemos lyrische Qualität völlig verlorengegangen ist? Und was, um Avatars willen, hat Sigourney Weaver hier verloren?



Hallo, wisst Ihr den Weg nach nirgendwo?

Und dann die fragwürdigen Botschaften! Spoiler: Hatten Dories Eltern wirklich all die Jahre nichts anderes zu tun, als in ihrem Unterseehäuschen zu hocken, Muschelspuren zu legen und auf ihre verschollene Tochter zu warten? Welch eine Verschwendung, diese Loser mit den Altstars Diane Keaton und Eugene Levy zu besetzen! Und Familie ist Familie, aber wenn man seine Familie vermisst, muss man Familie suchen, nur um am Ende festzustellen, dass Freunde Familie sind - aber hat man dann zwei Familien? Welche ist überzählig?

Hallo, mein Name ist Dorie, ich leide an einer Störung des Kurzzeitgedächtnisses...


Was würde Dorie tun? Wahrscheinlich eher das charmante Original nochmals anschauen, gern in der nachträglich veröffentlichten 3D-Version. Auch ein Besuch des Aquariums im heimischen Zoo wäre vorzuziehen. Allein der Septopus Hank (gesprochen vom Modern-Family-Patriarchen Ed O'Neill) und der herzallerliebste Vorfilm Piper machen den Kinoabend noch erträglich (4/10). Und wehe, Pixar kommt uns in ein paar Jahren mit "Findet Hank"!

Sonntag, 25. September 2016

Meine Emmy-Auslese 2016

Wenn ich mir die Emmy-Show anschaue, das TV-Pendant zu den Oscars, fühle ich mich ein wenig wie auf einer Party, zu der mich ein Bekannter eines Bekannten eingeladen hat. Etliche Gesichter kommen mir bekannt vor, viele Namen liegen mir auf der Zunge, aber es sind einfach zu viele Teilnehmer in rasanter Abfolge, um auch nur die Hälfte einordnen zu können. Die amerikanische TV-Landschaft hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig verzettelt, es gibt Hunderte von Shows, die verzweifelt um Zuschauer kämpfen. Zu den klassischen flächendeckenden Sendern (ABC, NBC etc.) kommen nun nach den Kabelgiganten (HBO, Showtime) auch noch die Streaminganbieter (Netflix, Amazon). Wer kann sich das alles ansehen? Sicher nicht die Mitglieder der Fernsehakademie; kaum jemand wird nach dem üblichen 14-Stunden-Arbeitstag noch die Konkurrenz begutachten wollen. Daher werden bei den Emmys natürlich die Prestigeprojekte gefeiert, die Publikumslieblinge und vielleicht noch der eine oder andere Kritiker-Darling. In Deutschland schon mal ziemlich unbekannt ist der Moderator Jimmy Kimmel, ein beliebter Talkshow-Host, der einen ganz ordentlichen Job gemacht hat:

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Wie bei den Golden Globes wird in den meisten Kategorien zwischen Comedy und Drama unterschieden, aber davon gibt es viel, viel mehr - und dabei wurden die "technischen" Preise (Kamera, Schnitt etc.) bereits einige Tage zuvor separat ausgeschüttet. Da gibt es Serie, Limitierte Serie, TV-Movie, Variety-Program, ... Während die Dramen oft ziemlich humorlos erscheinen, haben offenbar bei den Komödien offenbar die Shows mit möglichst viel Pathos oder wichtigen Themen die Nase vorn. Nachdem die Comedyfabriken Big Bang Theory und Modern Family sich inzwischen ziemlich totgelaufen haben, gewann in diesem Jahr die Polit-Komödie Veep den Top-Preis. Hauptdarstellerin Julia Louis-Dreyfus gewann dafür den vierten Emmy in Folge, macht insgesamt sechs (und nur einer dafür für Seinfeld, immer noch meine liebste Comedy-Serie). Trotzdem habe ich die Geschichte um die unkompetente Vizepräsidentin nach dem Piloten aufgegeben. Lange ausgehalten habe ich es auch nicht bei Amazons Transgender-Geschichte Transparent, trotz des grandiosen und mutigen Jeffrey Tambor. Ich konnte einfach nicht drüber lachen. Hierzu teilte Kimmel eine kluge Beobachtung: 
Transparent wurde als Komödie geboren, fühlt sich aber als Drama ("identifies as a drama").



Umso mehr habe ich mich über den Gewinn einer anderen "Comedy"-Show gefreut, wenngleich nur für das Drehbuch der Episode Parents: Master of None von Aziz Ansari und Alan Yang sträubt sich gegen alle Kategorisierungen, was wohl nur dank Netflix funktioniert. Wenig Drama-Serien erlauben so kluge Einsichten in das Leben von "Asian-Americans", Migranten der zweiten Generation Mitte 30, junger Künstler. Sobald man einmal gelernt hat, die Welt durch die Augen von Aziz Ansari zu sehen, kann das auch hochkomisch sein. Da sich die Schöpfer an kein Schema halten müssen, funktioniert dann auch eine Episode wie Mornings, die über Monate das morgendliche Miteinander und damit die Entwicklung der Beziehung von Aziz und seiner Freundin zeigt.



Eine freudige Überraschung, wahrscheinlich nur durch den gestiegenen Bekanntheitsgrad nach der Übernahme der Serie durch Netflix möglich, ist der Preis für Tatiana Maslany als beste Hauptdarstellerin in einer Drama-Serie. Orphan Black ist ein kleines Juwel der kanadischen BBC, mit dem auch ich erst mit der Zeit warm wurde. Nun hat's gleich bei der ersten Nominierung geklappt - natürlich haben nicht viele Darstellerinnen die Chance, allein fünf Hauptfiguren gleichzeitig zu spielen.



Gefreut habe ich mich auch über den Emmy für Patton Oswald, für das Buch seines Standup-Specials Talking For Clapping, ebenfalls im Netflix-Angebot. Der 47jährige Komiker macht sehr scharfsinnige Beobachtungen, ist aber lange nicht so ausfallend wie viele seiner Kollegen. Dafür ist er wahrscheinlich einfach zu nett (verstörend ist allerdings, dass er genau wie über "Star Wars" auch minutenlang über das Lieblingsprogramm seiner sechsjährigen Tochter, "My Little Pony", referieren kann).



Am Ende gewann dann wie erwartet Game of Thrones als beste Drama-Serie, präsentiert von Kiefer Sutherland, ein Beispiel für einen Drama-Star, der mit einem einzigen Gesichtsausdruck auskommt. Und leider hat die vielleicht schlechteste Episode der Serie, Battle of the Bastards, Preise für die beste Regie und das beste Drehbuch (!) einkassiert. Vorhersehbar, unlogisch, brutal nur um des Schauwertes willen, steht dieser Tiefpunkt meiner aktuellen Lieblingsserie in der IMDB immer noch bei einer unglaublichen Wertung von 9,9. Schade allerdings, dass bei den Nebenrollen niemand zum Zuge kam. Musste wirklich die 81jährige Dame Maggie Smith ihren dritten Emmy für Downton Abbey (den vierten insgesamt) bekommen? Ich jedenfalls hätte "Daenerys" Emilia Clarke, wie "Cersei" Lena Headey zum dritten Mal nominiert, den Preis gegönnt, trotz ihrer fragwürdigen Entscheidung für jenes beige Kleid. Links neben ihr im Foto steht übrigens die erstmalig nominierte "Arya" Maisie Williams in sehr viel mutigerem Outfit.


Curtis Hanson: 1945 - 2016



Curtis Hanson hatte eine merkwürdige Karriere. Nach zwei Jahrzehnten unpersönlicher Auftragsarbeiten - etwa Das Schlafzimmerfenster (1987), Die Hand an der Wiege (1992) - katapultierte er sich 1997 mit dem herausragenden James-Ellroy-Thriller L.A. Confidential plötzlich in die A-Liste der Hollywood-Regisseure. Bei den Oscars war als Produzent und Regisseur nominiert und gewann gemeinsam mit Brian Helgeland den Preis für die beste Drehbuchadaption, Kim Basinger gewann als beste Nebendarstellerin. Der stimmungsvolle, in den 50ern spielende Krimi um drei sehr unterschiedliche Polizisten (Kevin Spacey, Russell Crowe, Guy Pearce) hält sich auch heute noch knapp in der IMDB-Top100.



Der immerhin ebenfalls drehbuchnominierte Nachfolger, Die Wonder Boys, gehört zu meinen Lieblingsfilmen des Jahres 2000 (Bob Dylan gewann übrigens für seinen Song "Things Have Changed" seinen bislang einzigen Oscar). Nach meiner sehr persönlichen Zählung gab es damals gleich drei Meisterwerke und sechs weitere herausragende Filme - welch ein Kinojahr:
  1. Almost Famous (Cameron Crowe, 10/10)
  2. Traffic (Steven Soderbergh, 10/10)
  3. Memento (Christopher Nolan, 10/10)
  4. Tiger & Dragon (Ang Lee, 9/10)
  5. Die Wonder Boys (Curtis Hanson , 9/10)
  6. High Fidelity (Stephen Frears, 9/10)
  7.  Billy Elliot - I Will Dance (Stephen Daldry, 9/10)
  8. Chocolat (Lasse Hallström, 9/10)
  9. Wir müssen zusammenhalten (Jan Hrebejk, 9/10)




Danach wurde es leider schnell wieder ruhig um Hanson. Sein Eminem-Biopic 8 Mile konnte mich 2002 nicht so recht überzeugen. Die nette Komödie In den Schuhen meiner Schwester mit Cameron Diaz, Toni Collette und Shirley McLaine war 2005 noch ein letzter Höhepunkt. Sein gar nicht so übler Surferfilm Chasing Mavericks mußte 2012 von Michael Apted abgeschlossen werden, Hanson war an Alzheimers erkrankt. An den Folgen verstarb er am vergangenen Dienstag. Vielleicht war er einfach zu nett, um weitere große Projekte an Land zu ziehen. Aber nicht viele Regisseure hinterlassen der Nachwelt gleich zwei herausragende Filme.



Hier meine Kritik zu Wonder Boys nach dem Kinobesuch (am 20.11.2000):
Es gibt kein Rezept dafür, einen guten Film zu machen. Auch die Methode, ein paar kreative Leute zusammenzuholen und das Beste zu hoffen, führt oft ins Abseits. Hier jedoch hat es geklappt. Autor Steve Kloves (Die fabelhaften Baker Boys) und Regisseur Curtis Hanson (L. A. Confidential) machen aus Michael Chabons Roman ein außergewöhnliches Kinoerlebnis. Versucht man die Handlung zu beschreiben, hört sich das fast nach einer Farce an, wie man sie von den Coen-Brüder kennt (und schätzt). Das trifft es aber nicht ganz - Wonder Boys hat zudem Herz, und seine Figuren sind viel näher am wirklichen Leben als die Karikaturen aus Fargo oder The Big Lebowski. Solche Charaktere erfordern außergewöhnliche Schauspieler, und die waren hier versammelt. Frances McDormand, Tobey Maguire und besonders Robert Downey Jr. (gezeichnet von Gefängnisaufenthalt und Drogenkonsum, aber umso präsenter) sind ideale Besetzungen. Michael Douglas jedoch spielt alle an die Wand. Es hat lange gedauert, aber jetzt endlich ist der Kirk-Douglas-Sproß zum Charakterdarsteller gereift. Er gibt dem ständig bekifften, sich nie entscheiden könnenden Versager und ehemaligen Wunderknaben genau das Maß an Würde, das die Rolle ausbalanciert. So können wir mit ihm, aber nicht über ihn lachen. Und zu lachen gibt es viel, auf seine (hintergründige) Art ist Wonder Boys mindestens so komisch wie O Brother, Where Art Thou oder High Fidelity. Und so verzeihen wir gern ein etwas schwaches (amerikanisches) Ende und den geschwätzigen Start, bis der Ich-Erzähler den Handlungsrahmen erklärt hat. Nun gut, das ermöglicht dann einen flotten Einstieg in die Geschichte, die an einem einzigen Wochenende spielt. Übrigens, wenn möglich die Originalversion anschauen: kaum anzunehmen, daß die beeindruckende Erzählstimme von Michael Douglas angemessen synchronisiert werden konnte.