Bird Box ist ein Zombiefilm ohne Zombies, der die Stärken des Genres in höchst unterhaltsamer Weise variiert: die Angst vor den Nachbarn, der Belagerungszustand, Helden und Feiglinge, unkonventionelle Todesarten und die Flucht ins Unbekannte. Es ist aber kein Splatterfilm, auch wenn natürlich reichlich Blut fließt. Offiziell ab 16 freigegeben, ist es durchaus auch für jüngere Jugendliche geeignet, wenn sie nicht gerade in den USA leben (es wird geflucht, um Himmels willen!)
Das Konzept ist denkbar einfach und funktioniert im Film deshalb auch fabelhaft: Weltweit treten geheimnisvolle Phänomene auf, die Menschen bei Sichtkontakt direkt in den Wahnsinn und den Selbstmord treiben. Monster, die man nicht zu sehen bekommt, waren in der Filmgeschichte schon immer am effektivsten. Hier kündigen sie sich nur durch Lichterspiele, aufgewehte Blätter und das Kreischen von Vögeln an (daher die titelgebende Kiste). Nun kommen die aus der Werbung bekannten Augenbinden ins Spiel (Stevie Wonders Sonnenbrille war wohl nicht verfügbar). In der realen Welt hat dies Nachahmer via der "Bird Box Challenge" schon umgebracht - ich kann nur alle Dummköpfe auffordern, auch mal das Autofahren mit verbundenen Augen auszuprobieren! Aber bitte nur, wenn vernünftige Menschen schlafen...
Embed from Getty Images
Den 2014 veröffentlichten Debutroman des Rocksängers Josh Malerman hat Eric Heisserer besser als zuletzt Arrival umgesetzt. Der Hauptteil des Abenteuers, die Ereignisse ab dem Auftreten der Phänomene, wird als Rückblende erzählt, ausgehend von einer atemberaubenden Bootsfahrt fünf Jahre später. Offenbar hat der Adapteur das Ende des Films etwas positiver als in der Vorlage gestaltet, was ich nur begrüßen kann. Deprimierende apokalyptische Alpträume gibt es schon genug. Den kleinen Aha-Moment zum Schluss hätte man übrigens durchaus vorher erraten können, wenn man denn Zeit zum Nachdenken bekommen hätte. Dazu ist die Geschichte aber einfach zu spannend erzählt. Die dänische Regisseurin Susanne Bier, deren Oscar-Gewinner von 2011, In einer besseren Welt, mir weitaus weniger gefallen hatte als die Vorgänger Zwischen Brüdern (2004, mit Hippolyta Connie Nielsen) und Nach der Hochzeit (2006, mit Mads Mikkelsen und Sidse Babett Knudsen), inszeniert diesmal geschickt und lässt ihr fabelhaftes Ensemble glänzen (auch wenn man keine große psychologische Tiefe erwarten sollte). Und das ist natürlich der Hauptgrund, warum dieser Horrorthriller funktioniert.
Embed from Getty Images
Hauptdarstellerin Sandra Bullock wird im Juli 55 Jahre alt. Wenn man ihr zusieht, kann man es nicht so recht glauben. Sie spielt inzwischen nicht mehr das nette Mädchen von nebenan, sondern starke Frauen, ist aber immer noch höllisch attraktiv (auch ohne viel Makeup). Und wenn Cary Grant mit 60 noch 30jährige becircen durfte, muss es wohl möglich sein, Sandy als werdende Mutter zu besetzen! Sie ist immer noch einer der Stars mit der größten Leinwandpräsenz und zieht Millionen Zuschauer an. Die zehn Jahre jüngere Sarah Paulsen sieht dagegen alt aus, ist als Sandys Schwester (in einer kleinen Rolle) aber überzeugend besetzt. In einer zweiten Hauptrolle glänzt der junge Moonlight-Star Trevante Rhodes (er war schon der ältere Black, jung nur im Vergleich zu seiner Leading Lady). Dann agieren da John Malkovitch (der zwar nur seine bekannte Persona variiert, aber trotzdem immer sehenswert ist), die pfiffige Jacki Weaver (Silver Linings Playbook), die quirlige Rosa Salazar (die demnächst als Alita zu sehen sein wird), der spinnerte Tom Hollander (der sich jüngst gefühlt in jeden dritten Film mogelt), die warmherzige Parminder Nagra (die Hauptdarstellerin aus Bend it like Beckham hat anders als ihr Co-Star Keira Knightley zwar eine solide, aber doch etwas enttäuschende Karriere) und, stets willkommen, Pruitt Taylor Vince (Die Legende vom Ozeanpianisten) in einer leider selten gewordenen sympathischen Rolle.
Embed from Getty Images
Bird Box ist nach Bright der zweite Netflix-Blockbuster. Es ist nicht ganz einfach, Streaming mit Kino zu vergleichen, aber die veröffentlichten Zahlen scheinen plausibel. Netflix hat inzwischen ca. 140 Millionen Nutzer weltweit. Bright hatte in den ersten drei Tagen bereits 11 Millionen Zuschauer, Bird Box binnen zwei Wochen schon 45 Millionen Abrufe (was deutlich mehr Zuschauer bedeutet). In Kinoumsätzen ausgedrückt würde ich das mal locker mit 500 Millionen Dollar gleichsetzen. Die Zukunft des Kinos ist angekommen! Netflix ist gerade der MPAA beigetreten (nicht der Monty-Python-Zweig der Anonymen Alkoholiker, sondern der einflussreiche amerikanische Filmverband) und platziert sich auf Augenhöhe mit den sechs anderen Mitgliedern: Paramount, Warner, Fox, Universal, Columbia, Walt Disney. Hier kehrt sich ein 70 Jahre alter Paradigmenwechsel um. 1948 entschied der Supreme Court der USA, dass die Produktion und Verbereitung von Kinofilmen nicht in gleicher Hand liegen dürfe, und zerschlug das Kartell der Studios, die gleichzeitig auch die großen Kinoketten besaßen. Jetzt haben die Studios mittels Streaming wieder die Möglichkeit, die komplette Produktkette zu beherrschen. Und diesmal wird kein Gericht diese globale Entwicklung stoppen können...
Embed from Getty Images
Bird Box wird gern mit dem Überraschungshit des letzten Jahres, A Quiet Place, verglichen. Gemeinsam haben die beiden Horrorthriller aber nur, dass sie auf einem einfachen Konzept beruhen (na ja, und dass es eine Geburt gibt, Opfertode, etc.) Bird Box ist keinesfalls eine Kopie, schließlich erschien der Roman vor dem Drehbuch des Krasinski-Projekts. Darüber hinaus fand ich A Quiet Place viel weniger plausibel (es geht hier nur um innere Logik, es ist ja Horror und keine SF), und es begang den Fehler, seine Monster zu zeigen (merkwürdige, spinnenartige Aliens, die auf leisteste Geräusche reagieren, menschliches Atmen jedoch nicht hören können). Im Endeffekt ist es eine Frage des Geschmacks, und Bird Box hat mich einfach viel mehr begeistert. Das erste Geschenk des jungen Kinojahrs: Sehr gut (8/10).
Übrigens eine Bitte an Netflix: Wenn schon Kino, dann will ich auch die Option haben, den Abspann bis zum Ende zu sehen! Momentan muss man da schon sehr schnell und kontraintuitiv reagieren, um nicht stattdessen plötzlich den Trailer für den nächsten Film auf dem Schirm zu haben!
Neben Kinofilmen bespreche ich auch TV-Serien, Musik und Bücher, mit dem Schwerpunkt Science Fiction.
Suche im Blog
Samstag, 26. Januar 2019
Samstag, 19. Januar 2019
Farb- und leblos: Roma (3/10)
Es ist schon ein Kreuz mit den Netflix-Filmen. Abgesehen vom gelungenen Fantasy-Abenteuer Bright hat mich noch kein Langfilm des Streamingvorreiters so recht überzeugen können (mein nächster Versuch wird Publikumsliebling Bird Box mit Sandra Bullock sein). Aber nun pumpt das junge Studio, das neuerdings Milliarden in Eigenproduktionen investiert, Millionen in die Oscar-Kampagne für das neue, bereits bei den Golden Globes preisgekrönte "Meisterwerk" Roma des zweifachen Oscar-Preisträgers Alfonso Cuarón (für Regie und Schnitt von Gravity). Das American Film Institute (AFI) fühlte sich sogar berufen, einen Special Award zu vergeben, da Mexiko ja nicht zum Homeland gehört und bald auch noch hinter einer Mauer verschwinden wird. Wenn von Kritikerseite überhaupt etwas negatives zu vermerken war, dann über die Veröffentlichungspolitik: Nach einer Woche in ausgewählten Arthouse-Kinos lief das Werk direkt bei Netflix, also "im Fernsehen". Meine Vermutung ist allerdings, dass die Zuschauer im Kino genauso eingeschlafen wären wie zu Hause im Fernsehsessel.
Es ist weniger so, dass der Kaiser keine Kleider anhat, als dass die Kleider keinen Kaiser enthalten. Es sind in der Tat exquisite Bilder, die Cuarón als sein eigener Kameramann komponiert hat. Die Schwarzweissbilder im Widescreen-Format von 2.35 : 1 (was auf einem 16:9-Fernseher mit schwarzen Balken oben und unten maskiert wird) sind ungeheuer detailliert und kontrastreich, die Kamerafahrten elegant, die Nahaufnahmen scharf bis in die Poren. Ein Großteil des Budgets von angeblich 15 Millionen Dollar ist offenbar in die authentische Ausstattung und CGI-Nachbildung des "historischen" Nobelviertels Roma in Mexico City geflossen (die Geschichte spielt Anfang der 70er). Von den Nippes auf den Kaminsimsen bis zur Ford-Galaxy-Limousine, den Wäscheleinen auf dem Dach bis zu den Fliesen im Eingangsbereich stimmt alles. Es ist, als ob man durch ein Fotoalbum der Familie Cuarón blättert, oder einem nostalgischen Diavortrag über Alfonsos Jugend beiwohnt. Aber für mich (und das liegt sicher im Auge des Betrachters) entwickeln sich daraus keine Geschichte, keine Spannung, keine große Sympathie für die Figuren. Alles ist gleichförmig schön und leblos. Das ist mehr ein gut zweistündiger Aufenthalt beim Kunsthandwerker als ein Museumsbesuch. Das beginnt gleich mit der Titelsequenz. Für eine lange Zeit sieht man nur Putzwasser auf den Fliesen der Einfahrt (und auch das erschließt sich erst nach und nach), aber selbst die geringe Spannung, die sich aufbaut, verpufft dann, wenn man aus mittlerer Entfernung schließlich das Putzmädchen mit Wischmop entdeckt. Und übrigens: Der extrem direktionale Dolby-Atmos-Surroundsound hat mich hier eher irritiert, insbesondere bei Perspektivenwechseln, wenn die Dialoge plötzlich von vorn nach rechts hinten wandern. Und die Untertitel (es wird natürlich spanisch und mixtekisch gesprochen) hätte man durchaus ausserhalb des Bildbereichs platzieren können.
Embed from Getty Images
Cuarón behauptet, Roma bestehe zu 90% aus seinen Erinnerungen. Es ist aber aus der Sicht des mixtekischen (darf man das so schreiben?) Dienstmädchens Cleo erzählt (deren Vorbild Libo ist der Film gewidmet). Wie gut kann sich der Sohn wohlsituierter Eltern wohl in dieses einfache Mädchen vom Land hineinversetzen, das zwar fast wie ein Familienmitglied behandelt wird, aber doch von der Willkür der Herrschaften abhängig ist? Einen genauen Eindruck davon, wie genau die Familie zu ihr steht, konnte ich übrigens lange nicht gewinnen. Klar, die Kinder lieben ihre Cleo, aber die Mutter Doña Sofia etwa erlebt man lange nur am Rande, und da kommt sie neurotisch und herrisch rüber (was auch durch die Besetzung mit der streng wirkenden Marina de Tavira unterstrichen wird). Umso größer die Überraschung, als sie nach einer Krise plötzlich Wärme und Mitgefühl für Cleo zeigt. Mir scheint das eine unzulässige nostalgische Verklärung, die mit den Realitäten wenig zu tun haben kann. Hinzu kommt, dass die Laiendarstellerin Yalitza Aparicio als Cleo zwar sympathisch rüberkommt und durchaus natürlich agiert, aber mangels Erfahrung ihrem Innenleben selten Ausdruck geben kann. So wirkt ihre Figur oft nur dumm und naiv. Auch eine Krise gegen Ende, aus der sie als kleine Heldin hervorgeht (und die für sie eine Katharsis bedeutet) kann diese Banalität nicht wieder gut machen (aber oft sind es ja die letzten Szenen, die die nachträgliche Beurteilung der Kinogänger am meisten beeinflussen). Mir sind nur wenige gute Momente im Gedächtnis geblieben. Allein die Einparkversuche mit der Limousine in der viel zu schmalen Einfahrt haben mich zum Schmunzeln gebracht (nicht verstanden habe ich allerdings, warum die Hundeköttel von den Dienstmädchen nicht sofort entsorgt wurden).
Embed from Getty Images
Es gibt ja Künstler, die werfen einen blauen Farbklecks an die Wand und bringen dann die Kunstkritiker dazu, diesen als die seit Deep Thought beste Antwort auf das Leben, das Universum und überhaupt alles zu interpretieren. In den für mich nicht enden wollenden 135 Minuten von Roma finden Kinokritiker offenbar genug ähnliche Bedeutungsschwere und Symbolik, um tausende von Kolumnen mit ihren Ergüssen zu füllen. Guillermo Del Toro zählt das Werk seines Landsmanns nun zu seinen fünf Lieblingsfilmen. Vielleicht erkennt er seine eigene Kindheit darin, wer weiss. Ich bin kein großer Fellini-Fan (abgesehen von seinem herzergreifenden Oscar-Gewinner La Strada), aber selbst dessen konfus-autobiographischer Namensvetter Roma hat mir mehr zugesagt, ganz zu schweigen von anderen Vorbildern wie Fellinis vergnüglichem internationalen Durchbruch Die Müßiggänger oder gar Buñuels Meisterwerk Die Vergessenen (Los Olvidados). Nun ja, das mexikanische Triumvirat aus Iñárritu, Del Toro und Cuarón hat vier der fünf jüngsten Regie-Oscars eingesackt, und der nächste erscheint zumindest möglich (wenn die Akademie sich nicht wegen der Netflix-Connection sträubt). Von Cuarón liebe ich eigentlich nur Gravity, bis dahin hatten mich sowohl seine Arthouse-Hits (2000: Y tu mamá tambien) als auch seine Hollywood-Beiträge (1998: Great Expectations, mit Gwyneth Paltrow) ziemlich kalt gelassen. Leider ist auch sein jüngster Oscar-Favorit nichts für mich. Mäßig interessant (3/10).
Embed from Getty Images
Es ist weniger so, dass der Kaiser keine Kleider anhat, als dass die Kleider keinen Kaiser enthalten. Es sind in der Tat exquisite Bilder, die Cuarón als sein eigener Kameramann komponiert hat. Die Schwarzweissbilder im Widescreen-Format von 2.35 : 1 (was auf einem 16:9-Fernseher mit schwarzen Balken oben und unten maskiert wird) sind ungeheuer detailliert und kontrastreich, die Kamerafahrten elegant, die Nahaufnahmen scharf bis in die Poren. Ein Großteil des Budgets von angeblich 15 Millionen Dollar ist offenbar in die authentische Ausstattung und CGI-Nachbildung des "historischen" Nobelviertels Roma in Mexico City geflossen (die Geschichte spielt Anfang der 70er). Von den Nippes auf den Kaminsimsen bis zur Ford-Galaxy-Limousine, den Wäscheleinen auf dem Dach bis zu den Fliesen im Eingangsbereich stimmt alles. Es ist, als ob man durch ein Fotoalbum der Familie Cuarón blättert, oder einem nostalgischen Diavortrag über Alfonsos Jugend beiwohnt. Aber für mich (und das liegt sicher im Auge des Betrachters) entwickeln sich daraus keine Geschichte, keine Spannung, keine große Sympathie für die Figuren. Alles ist gleichförmig schön und leblos. Das ist mehr ein gut zweistündiger Aufenthalt beim Kunsthandwerker als ein Museumsbesuch. Das beginnt gleich mit der Titelsequenz. Für eine lange Zeit sieht man nur Putzwasser auf den Fliesen der Einfahrt (und auch das erschließt sich erst nach und nach), aber selbst die geringe Spannung, die sich aufbaut, verpufft dann, wenn man aus mittlerer Entfernung schließlich das Putzmädchen mit Wischmop entdeckt. Und übrigens: Der extrem direktionale Dolby-Atmos-Surroundsound hat mich hier eher irritiert, insbesondere bei Perspektivenwechseln, wenn die Dialoge plötzlich von vorn nach rechts hinten wandern. Und die Untertitel (es wird natürlich spanisch und mixtekisch gesprochen) hätte man durchaus ausserhalb des Bildbereichs platzieren können.
Embed from Getty Images
Cuarón behauptet, Roma bestehe zu 90% aus seinen Erinnerungen. Es ist aber aus der Sicht des mixtekischen (darf man das so schreiben?) Dienstmädchens Cleo erzählt (deren Vorbild Libo ist der Film gewidmet). Wie gut kann sich der Sohn wohlsituierter Eltern wohl in dieses einfache Mädchen vom Land hineinversetzen, das zwar fast wie ein Familienmitglied behandelt wird, aber doch von der Willkür der Herrschaften abhängig ist? Einen genauen Eindruck davon, wie genau die Familie zu ihr steht, konnte ich übrigens lange nicht gewinnen. Klar, die Kinder lieben ihre Cleo, aber die Mutter Doña Sofia etwa erlebt man lange nur am Rande, und da kommt sie neurotisch und herrisch rüber (was auch durch die Besetzung mit der streng wirkenden Marina de Tavira unterstrichen wird). Umso größer die Überraschung, als sie nach einer Krise plötzlich Wärme und Mitgefühl für Cleo zeigt. Mir scheint das eine unzulässige nostalgische Verklärung, die mit den Realitäten wenig zu tun haben kann. Hinzu kommt, dass die Laiendarstellerin Yalitza Aparicio als Cleo zwar sympathisch rüberkommt und durchaus natürlich agiert, aber mangels Erfahrung ihrem Innenleben selten Ausdruck geben kann. So wirkt ihre Figur oft nur dumm und naiv. Auch eine Krise gegen Ende, aus der sie als kleine Heldin hervorgeht (und die für sie eine Katharsis bedeutet) kann diese Banalität nicht wieder gut machen (aber oft sind es ja die letzten Szenen, die die nachträgliche Beurteilung der Kinogänger am meisten beeinflussen). Mir sind nur wenige gute Momente im Gedächtnis geblieben. Allein die Einparkversuche mit der Limousine in der viel zu schmalen Einfahrt haben mich zum Schmunzeln gebracht (nicht verstanden habe ich allerdings, warum die Hundeköttel von den Dienstmädchen nicht sofort entsorgt wurden).
Embed from Getty Images
Es gibt ja Künstler, die werfen einen blauen Farbklecks an die Wand und bringen dann die Kunstkritiker dazu, diesen als die seit Deep Thought beste Antwort auf das Leben, das Universum und überhaupt alles zu interpretieren. In den für mich nicht enden wollenden 135 Minuten von Roma finden Kinokritiker offenbar genug ähnliche Bedeutungsschwere und Symbolik, um tausende von Kolumnen mit ihren Ergüssen zu füllen. Guillermo Del Toro zählt das Werk seines Landsmanns nun zu seinen fünf Lieblingsfilmen. Vielleicht erkennt er seine eigene Kindheit darin, wer weiss. Ich bin kein großer Fellini-Fan (abgesehen von seinem herzergreifenden Oscar-Gewinner La Strada), aber selbst dessen konfus-autobiographischer Namensvetter Roma hat mir mehr zugesagt, ganz zu schweigen von anderen Vorbildern wie Fellinis vergnüglichem internationalen Durchbruch Die Müßiggänger oder gar Buñuels Meisterwerk Die Vergessenen (Los Olvidados). Nun ja, das mexikanische Triumvirat aus Iñárritu, Del Toro und Cuarón hat vier der fünf jüngsten Regie-Oscars eingesackt, und der nächste erscheint zumindest möglich (wenn die Akademie sich nicht wegen der Netflix-Connection sträubt). Von Cuarón liebe ich eigentlich nur Gravity, bis dahin hatten mich sowohl seine Arthouse-Hits (2000: Y tu mamá tambien) als auch seine Hollywood-Beiträge (1998: Great Expectations, mit Gwyneth Paltrow) ziemlich kalt gelassen. Leider ist auch sein jüngster Oscar-Favorit nichts für mich. Mäßig interessant (3/10).
Embed from Getty Images
Sonntag, 6. Januar 2019
Tribut an Freddie: Bohemian Rhapsody (5/10)
Den Erfolg von Tribute Bands habe ich noch nie verstanden. Was hat man davon, einer Beatles-Kopie dabei zuzusehen, die Originalhits Note für Note nachzududeln - mit Bonus, falls der Bassist linkshändig spielt? Vor allem, wenn es guterhaltene Konzertaufnahmen gibt - zugegeben, die sind bei den Beatles etwas rar. Das war aber keine Entschuldigung für Brian May und Roger Taylor, nach Freddie Mercurys Tod mit Adam Lambert ihre eigene Queen-Tribute-Band zu starten. John Deacon hielt sich klugerweise aus der Sache heraus, wie auch aus dem problemgeplagten Biopic Bohemian Rhapsody, das leider weder Rock noch Pop geworden, sondern eher zum Schlager geraten ist. Das Originellste an diesem Biopic ist noch die Neuaufnahme der Fox-Fanfare durch Brian May und Roger Taylor (à la God Save the Queen). Aber wen kümmert's bei einer halben Milliarde Umsatz weltweit und gut zwei Millionen Zuschauern allein in Deutschland?
Embed from Getty Images
Das Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach viel Hin und Her bezüglich der Besetzung ("Borat" Sacha Baron Cohen wollte die Hauptrolle übernehmen, was am Veto von Brian May scheiterte) wurde schließlich ein Drehbuch von Anthony McCarten (Die dunkelste Stunde) und Peter Morgan (The Queen) angefertigt, beide eher als Autoren braver Historienepen bekannt. Und Regisseur Bryan Singer hatte am Anfang vielleicht eine Vision (von ihm hätte ich erwartet, dass Mercurys Sexualität besser thematisiert worden wäre), diese ist aber offenbar seinen psychischen Problemen zum Opfer gefallen (nachdem schon mehrfach der Kamerachef Thomas Sigel einspringen musste, wurde der Film schließlich von Dexter Fletcher fertiggestellt). So konnten mich gerade die dramatischen Szenen nicht überzeugen, und bei Rami Malek hatte ich schon ab und zu das Gefühl, er spiele gegen seine Zahnprothese an.
Bohemian Rhapsody zeigt fast willkürlich ausgewählte Episoden und wird so weder dem Menschen Freddie Mercury noch der Band Queen gerecht. Und von diesen Episoden sind gefühlt die Hälfte auch noch erfunden, um nicht zu sagen: erlogen. Das beginnt mit Kleinigkeiten: Wir sind erst bei 1975 angekommen, und die Band spielt "Fat Bottomed Girls" von 1978. Oder, gravierender: Der Name des Albums "A Night at the Opera" wird dem Studioboss erklärt mit dem "opernhaften Sound". Tatsächlich rührt er natürlich vom gleichnamigen Film der Marx Brothers her; nicht zufällig hieß Queens nächstes Album "A Day at the Races" (wegen des rasanten Sounds?) Laut IMDB freundeten die Jungs sich deshalb sogar mit Groucho Marx an, der ja erst 1977 starb. Und die wichtigsten Ereignisse (u.a. Freddies Coming Out, AIDS-Diagnose) werden chronologisch durcheinandergewirbelt und in ein dramatisches Korsett gezwängt. Auch hier würde ich weniger von dramatischer Freiheit als von Geschichtsfälschung sprechen. Die "Trennung" von Queen und Freddies Solovertrag werden aufgebauscht und müssen als Kernkonflikt herhalten. Allerdings ergibt sich daraus eine der schönsten Sequenzen des Films, nämlich die "Versöhnung" beim Manager. Wer Freddies mäßiges Soloalbum kennt, wird hier nur zustimmen können, wenn der Sänger zugibt, dass seine beste Arbeit nur mit Brian, John und Roger gemeinsam entstehen konnte. Dazu gehören die Szenen im Studio zu den besten des Films, davon hätte ich gern mehr gesehen. Die Bandkollegen sind mit Gwilym Lee (May), Ben Hardy (Taylor) und Joseph Mazzello ("Tim" aus Jurassic Park als "Deaky") übrigens überzeugend besetzt.
Embed from Getty Images
Die Single Bohemian Rhapsody landet regelmäßig auf den vorderen Plätzen der besten Songs aller Zeiten. Er bietet eine perfekte Mischung aus Progressive Rock und Pop, hat einen spannenden Aufbau, geheimnisvollen Text, ins Ohr gehende Melodien, mitreißende Rhythmik und natürlich brillante Gesangs- und Instrumentalparts. Mit A Night at the Opera meldeten Queen sich als legitime Nachfolger der Beatles an. In seiner Vielfalt und Experimentierfreude, in der vielschichtigen Produktion und der musikalischen Substanz erinnert es tatsächlich an das Weisse Album, dessen Brillanz es natürlich nicht erreichen kann (trotzdem gehört es zu meinen zehn Lieblingsalben). Mit den Beatles gemeinsam hatte Queen auch, dass sich hier vier Kreative auf Augenhöhe gefunden hatten, wobei Mercurys exaltierter Gesang und Mays Gitarrenzauber doch oft im Vordergrund standen, die beiden steuerten auch die meisten Kompositionen bei. Dabei kann man John Deacon ein wenig mit George Harrison vergleichen. Er schrieb nicht viele Songs für die Gruppe, aber die hatten es in sich. Auf A Night at the Opera war das die zweite Single You're My Best Friend.
Embed from Getty Images
Für einen Film, der "Bohemian Rhapsody" heißt, kommt das gleichnamige Lied merkwürdig schlecht weg. Der Film zeigt die Entstehung und den Kampf um die Single-Veröffentlichung des Sechsminutentitels (die Studiobosse wurden mithilfe von DJ Kenny Everett listig übertölpelt). Den Rest muss man sich denken - geht der Film davon aus, dass die Zuschauer das bereits wissen? Selbst wenn das auf viele zutrifft, ist das unzulässig. Die Single stand in England neun Wochen auf Nummer Eins (und ist laut Wikipedia immer noch die drittmeistverkaufte Single dort). Diese Diskrepanz ist für mich ein weiteres Indiz für das Chaos bei Dreh und Schnitt.
Embed from Getty Images
Der Erfolg des Films beruht also wohl auf den perfekt nachgestellten Konzertszenen, ist also eher ein Tribut als eine Biographie. Das hat für mich aber wenig künstlerischen Wert. So leid es mir um Rami Malek und Komparsen tut, kann ich doch nur empfehlen, statt dieses Films ein Originalkonzert anzuschauen. Da gibt es etwa auf Blu-ray perfekt festgehalten einen technisch großartigen Mitschnitt von 1981, mit dem Live-Aid-Auftritt als Bonus: Rock Montreal. Für Bohemian Rhapsody selbst kann ich mich gerade noch zu einem Annehmbar durchringen (5/10).
Embed from Getty Images
Das Projekt stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Nach viel Hin und Her bezüglich der Besetzung ("Borat" Sacha Baron Cohen wollte die Hauptrolle übernehmen, was am Veto von Brian May scheiterte) wurde schließlich ein Drehbuch von Anthony McCarten (Die dunkelste Stunde) und Peter Morgan (The Queen) angefertigt, beide eher als Autoren braver Historienepen bekannt. Und Regisseur Bryan Singer hatte am Anfang vielleicht eine Vision (von ihm hätte ich erwartet, dass Mercurys Sexualität besser thematisiert worden wäre), diese ist aber offenbar seinen psychischen Problemen zum Opfer gefallen (nachdem schon mehrfach der Kamerachef Thomas Sigel einspringen musste, wurde der Film schließlich von Dexter Fletcher fertiggestellt). So konnten mich gerade die dramatischen Szenen nicht überzeugen, und bei Rami Malek hatte ich schon ab und zu das Gefühl, er spiele gegen seine Zahnprothese an.
Bohemian Rhapsody zeigt fast willkürlich ausgewählte Episoden und wird so weder dem Menschen Freddie Mercury noch der Band Queen gerecht. Und von diesen Episoden sind gefühlt die Hälfte auch noch erfunden, um nicht zu sagen: erlogen. Das beginnt mit Kleinigkeiten: Wir sind erst bei 1975 angekommen, und die Band spielt "Fat Bottomed Girls" von 1978. Oder, gravierender: Der Name des Albums "A Night at the Opera" wird dem Studioboss erklärt mit dem "opernhaften Sound". Tatsächlich rührt er natürlich vom gleichnamigen Film der Marx Brothers her; nicht zufällig hieß Queens nächstes Album "A Day at the Races" (wegen des rasanten Sounds?) Laut IMDB freundeten die Jungs sich deshalb sogar mit Groucho Marx an, der ja erst 1977 starb. Und die wichtigsten Ereignisse (u.a. Freddies Coming Out, AIDS-Diagnose) werden chronologisch durcheinandergewirbelt und in ein dramatisches Korsett gezwängt. Auch hier würde ich weniger von dramatischer Freiheit als von Geschichtsfälschung sprechen. Die "Trennung" von Queen und Freddies Solovertrag werden aufgebauscht und müssen als Kernkonflikt herhalten. Allerdings ergibt sich daraus eine der schönsten Sequenzen des Films, nämlich die "Versöhnung" beim Manager. Wer Freddies mäßiges Soloalbum kennt, wird hier nur zustimmen können, wenn der Sänger zugibt, dass seine beste Arbeit nur mit Brian, John und Roger gemeinsam entstehen konnte. Dazu gehören die Szenen im Studio zu den besten des Films, davon hätte ich gern mehr gesehen. Die Bandkollegen sind mit Gwilym Lee (May), Ben Hardy (Taylor) und Joseph Mazzello ("Tim" aus Jurassic Park als "Deaky") übrigens überzeugend besetzt.
Embed from Getty Images
Die Single Bohemian Rhapsody landet regelmäßig auf den vorderen Plätzen der besten Songs aller Zeiten. Er bietet eine perfekte Mischung aus Progressive Rock und Pop, hat einen spannenden Aufbau, geheimnisvollen Text, ins Ohr gehende Melodien, mitreißende Rhythmik und natürlich brillante Gesangs- und Instrumentalparts. Mit A Night at the Opera meldeten Queen sich als legitime Nachfolger der Beatles an. In seiner Vielfalt und Experimentierfreude, in der vielschichtigen Produktion und der musikalischen Substanz erinnert es tatsächlich an das Weisse Album, dessen Brillanz es natürlich nicht erreichen kann (trotzdem gehört es zu meinen zehn Lieblingsalben). Mit den Beatles gemeinsam hatte Queen auch, dass sich hier vier Kreative auf Augenhöhe gefunden hatten, wobei Mercurys exaltierter Gesang und Mays Gitarrenzauber doch oft im Vordergrund standen, die beiden steuerten auch die meisten Kompositionen bei. Dabei kann man John Deacon ein wenig mit George Harrison vergleichen. Er schrieb nicht viele Songs für die Gruppe, aber die hatten es in sich. Auf A Night at the Opera war das die zweite Single You're My Best Friend.
Embed from Getty Images
Für einen Film, der "Bohemian Rhapsody" heißt, kommt das gleichnamige Lied merkwürdig schlecht weg. Der Film zeigt die Entstehung und den Kampf um die Single-Veröffentlichung des Sechsminutentitels (die Studiobosse wurden mithilfe von DJ Kenny Everett listig übertölpelt). Den Rest muss man sich denken - geht der Film davon aus, dass die Zuschauer das bereits wissen? Selbst wenn das auf viele zutrifft, ist das unzulässig. Die Single stand in England neun Wochen auf Nummer Eins (und ist laut Wikipedia immer noch die drittmeistverkaufte Single dort). Diese Diskrepanz ist für mich ein weiteres Indiz für das Chaos bei Dreh und Schnitt.
Embed from Getty Images
Der Erfolg des Films beruht also wohl auf den perfekt nachgestellten Konzertszenen, ist also eher ein Tribut als eine Biographie. Das hat für mich aber wenig künstlerischen Wert. So leid es mir um Rami Malek und Komparsen tut, kann ich doch nur empfehlen, statt dieses Films ein Originalkonzert anzuschauen. Da gibt es etwa auf Blu-ray perfekt festgehalten einen technisch großartigen Mitschnitt von 1981, mit dem Live-Aid-Auftritt als Bonus: Rock Montreal. Für Bohemian Rhapsody selbst kann ich mich gerade noch zu einem Annehmbar durchringen (5/10).
Mittwoch, 2. Januar 2019
Jahresrückblick 2018
2018 war das Jahr, in dem weltweit die Streamingumsätze die der Lichtspielhäuser überschritten. Nach der Musikbranche muss nun auch die Filmindustrie umdenken. Das hat für die Verbraucher zunächst einige ärgerliche Folgen. So versiegt trotz des Siegeszugs von 4K-Fernsehern mit großen Diagonalen die Veröffentlichung von UHD-Medien, vor allem klassischer Filme. Insbesondere Disney sitzt auf seinem Riesenschatz filmhistorischer Perlen wie ein eifersüchtiger Drache auf seinen Goldmünzen. Das ist natürlich Kalkül für den geplanten Start eines eigenen Streamingservice. Aber wenn ein Studio Filme in Topqualität (Dolby Atmos/Dolby Vision) bei iTunes verkauft, die zugehörigen UHD-Blu-rays aber (wenn überhaupt) mit minderwertigen Codecs zu überhöhten Preisen auf den Markt bringt, verbrennt dieses Vorgehen schnell auch die Fangemeinde. Und übrigens Disney: Der marktführende Drache hat aus fadenscheinigen Gründen den liebenswerten James Gunn geschasst (so dass die Zukunft der Guardians noch unsicher ist). Wie man auch am verhinderten Oscar-Moderator Kevin Hart sieht, kann man offenbar Komikern nicht mehr trauen. Am besten alle an die Wand stellen!
Embed from Getty Images
Zum Glück gibt es auch Ausnahmen bei den Studios. Vor allem Warner hat sich um das neue Format verdient gemacht, mit Top-Veröffentlichungen aller acht Harry-Potter-Filme etwa (aber wo bleibt der Herr der Ringe?), und insbesondere mit der Jubliäumsausgabe von Kubricks 2001 - Odyssee im Weltall, deren neue 8K-Abtastung auf moderner Hardware auch nach 50 Jahren atemberaubend aussieht (wobei ich vermute, dass ein 8K-Fernseher hier nur marginale Verbesserungen bringen könnte). Universal hingegen hat die 4K-Abtastung von Spartacus bislang nur als schnöde Blu-ray herausgebracht. Und was ist mit Lawrence von Arabien? Hier müssen wir hoffentlich nicht noch drei Jahre bis zum 60jährigen Jubiläum warten?
Embed from Getty Images
Jubiläen gab es auch bei einigen klassischen Musikalben. Glanzpunkt des Jahres war hier unumstritten das ebenfalls 50 Jahre alte Weisse Album der Beatles, nun genial in Surroundsound neugemischt, ohne das Original dadurch zu verfälschen. Jetzt müssen wir nochmals ein Jahr auf Abbey Road warten... Weitere Höhepunkte: Heavy Horses von Jethro Tull (40 Jahre) und Electric Ladyland (50 Jahre) von Jimi Hendrix.
Embed from Getty Images
Leider schielen auch die bestehenden Streaminganbieter zunehmend auf den Kommerz. Es tut weh, dass ein wunderbares Nischenprodukt wie Mozart in the Jungle nun von Amazon eingestellt wurde. Netflix hat dem SF-Epos Sense8 immerhin ein fulminantes Finale finanziert (Amor Vincit Omnia). Dafür bekommen wir nun haufenweise Albernheiten von Will Ferrell und Adam Sandler. Was die Eigenproduktionen anbelangt, hat Netflix so schnell wie kein anderes Studio die übliche Corporate Stupidity erreicht. So hat man nach Meinungsverschiedenheiten über die Fortsetzung des Megahits Bright den Autor Max Landis gefeuert und sich auf die Seite des Regisseurs David Ayer gestellt, nicht gerade eine helle Entscheidung. Und bislang konnte mich auch keine der weiteren Eigenproduktionen überzeugen, trotz Emma Stone auch nicht die vieldiskutierte Miniserie Maniac.
Embed from Getty Images
Zurück zum Kino: Während in den USA Black Panther und die Avengers irrsinnig durchgestartet sind, gaben sich die deutschen Zuschauer mit Mittelmäßigkeit zufrieden. Während früher der Herr der Ringe oder Harry Potter schon mal die Zehnmillionenmarke überschritten, reichten den Avengers dieses Jahr schon gut 3 Millionen verkaufter Karten für Platz 1 an den Kinokassen. Noch peinlicher: Auf den weiteren Plätzen folgen mit "Phantastische Tierwesen 2", "Fifty Shades of Grey 3", "Hotel Transsilvanien 3", Jurassic World 2, Deadpool 2, Mamma Mia! 2 und "Die Unglaublichen 2" lauter (meist maue) Fortsetzungen, vor dem ersten (leider auch nicht tollen) Original "Bohemian Rhapsody" und auf Platz 10 dem ersten deutschen Film, "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Schlimm auch: Vor dem Actionkracher des Jahres, Mission Impossible 6, konnten sich sogar die Megagurken "Venom" und Solo platzieren. Weltweit in den Milliardenclub aufgestiegen sind übrigens nur Avengers: Infinity War, Black Panther, Jurassic World: Fallen Kingdom und "Die Unglaublichen 2", wobei Aquaman wohl noch eine Anschlusschance hat (und damit DCs erfolgreichster Titel ist!)
Embed from Getty Images
Mit 19 Besuchen 2018 zähle ich zwar immer noch zu den treuesten Kinokunden, das ist aber kein Vergleich etwa zu den 85 gekauften Karten von 2004. Meine Jahreswertung speist sich nun aus allen 80 im vergangenen Jahr gesehenen Filme der Jahre 2017 und 2018, ob im Kino, auf Blu-ray oder gestreamt.
Embed from Getty Images
Zum Glück gibt es auch Ausnahmen bei den Studios. Vor allem Warner hat sich um das neue Format verdient gemacht, mit Top-Veröffentlichungen aller acht Harry-Potter-Filme etwa (aber wo bleibt der Herr der Ringe?), und insbesondere mit der Jubliäumsausgabe von Kubricks 2001 - Odyssee im Weltall, deren neue 8K-Abtastung auf moderner Hardware auch nach 50 Jahren atemberaubend aussieht (wobei ich vermute, dass ein 8K-Fernseher hier nur marginale Verbesserungen bringen könnte). Universal hingegen hat die 4K-Abtastung von Spartacus bislang nur als schnöde Blu-ray herausgebracht. Und was ist mit Lawrence von Arabien? Hier müssen wir hoffentlich nicht noch drei Jahre bis zum 60jährigen Jubiläum warten?
Embed from Getty Images
Jubiläen gab es auch bei einigen klassischen Musikalben. Glanzpunkt des Jahres war hier unumstritten das ebenfalls 50 Jahre alte Weisse Album der Beatles, nun genial in Surroundsound neugemischt, ohne das Original dadurch zu verfälschen. Jetzt müssen wir nochmals ein Jahr auf Abbey Road warten... Weitere Höhepunkte: Heavy Horses von Jethro Tull (40 Jahre) und Electric Ladyland (50 Jahre) von Jimi Hendrix.
Embed from Getty Images
Leider schielen auch die bestehenden Streaminganbieter zunehmend auf den Kommerz. Es tut weh, dass ein wunderbares Nischenprodukt wie Mozart in the Jungle nun von Amazon eingestellt wurde. Netflix hat dem SF-Epos Sense8 immerhin ein fulminantes Finale finanziert (Amor Vincit Omnia). Dafür bekommen wir nun haufenweise Albernheiten von Will Ferrell und Adam Sandler. Was die Eigenproduktionen anbelangt, hat Netflix so schnell wie kein anderes Studio die übliche Corporate Stupidity erreicht. So hat man nach Meinungsverschiedenheiten über die Fortsetzung des Megahits Bright den Autor Max Landis gefeuert und sich auf die Seite des Regisseurs David Ayer gestellt, nicht gerade eine helle Entscheidung. Und bislang konnte mich auch keine der weiteren Eigenproduktionen überzeugen, trotz Emma Stone auch nicht die vieldiskutierte Miniserie Maniac.
Embed from Getty Images
Zurück zum Kino: Während in den USA Black Panther und die Avengers irrsinnig durchgestartet sind, gaben sich die deutschen Zuschauer mit Mittelmäßigkeit zufrieden. Während früher der Herr der Ringe oder Harry Potter schon mal die Zehnmillionenmarke überschritten, reichten den Avengers dieses Jahr schon gut 3 Millionen verkaufter Karten für Platz 1 an den Kinokassen. Noch peinlicher: Auf den weiteren Plätzen folgen mit "Phantastische Tierwesen 2", "Fifty Shades of Grey 3", "Hotel Transsilvanien 3", Jurassic World 2, Deadpool 2, Mamma Mia! 2 und "Die Unglaublichen 2" lauter (meist maue) Fortsetzungen, vor dem ersten (leider auch nicht tollen) Original "Bohemian Rhapsody" und auf Platz 10 dem ersten deutschen Film, "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Schlimm auch: Vor dem Actionkracher des Jahres, Mission Impossible 6, konnten sich sogar die Megagurken "Venom" und Solo platzieren. Weltweit in den Milliardenclub aufgestiegen sind übrigens nur Avengers: Infinity War, Black Panther, Jurassic World: Fallen Kingdom und "Die Unglaublichen 2", wobei Aquaman wohl noch eine Anschlusschance hat (und damit DCs erfolgreichster Titel ist!)
Embed from Getty Images
Mit 19 Besuchen 2018 zähle ich zwar immer noch zu den treuesten Kinokunden, das ist aber kein Vergleich etwa zu den 85 gekauften Karten von 2004. Meine Jahreswertung speist sich nun aus allen 80 im vergangenen Jahr gesehenen Filme der Jahre 2017 und 2018, ob im Kino, auf Blu-ray oder gestreamt.
Herausragend (9/10)
- Three Billboards Outside Ebbing, Missouri (Martin McDonagh)
- Shape of Water (Guillermo Del Toro)
- Your Name: Gestern, heute und für immer (Makoto Shinkai)
Unbeschreiblich traurig. Unbeschreiblich romantisch. Unbeschreiblich hoffnungsvoll.
Ein Animationsfilm für Erwachsene (auch für ältere Kinder geeignet).
Unbeschreiblich schön.
Sehr gut (8/10)
- Black Panther (Ryan Coogler)
- Die Taschendiebin (Chan-wook Park)
Ungewöhnliche, überraschende Erzählstrukturen kommen bei IMDB-Nutzern gut an (Score: 8,1/10). Dieser südkoreanische Film bietet aber Spannung und Herz, eher ungewöhnlich für den Regisseur von Gewaltorgien wie Old Boy und Lady Vengeance. Die gleiche Liebesgeschichte wird dreimal aus sehr subjektiven Perspektiven erzählt, und jedesmal fügen sich die Puzzle-Teile sehr unterschiedlich zusammen, bis es dann zu einem schönen Happy-End kommt. - Bad Times at the El Royale (Drew Goddard)
- A Star is Born (Bradley Cooper)
- Deadpool 2 (David Leitch)
- Borg McEnroe (Janus Metz)
- Bright (David Ayer)
- Coco (Lee Unkrich, Adrian Molina)
Endlich mal wieder ein überzeugendes Original von Pixar. Vielleicht nicht ganz auf gleichem Niveau wie andere sehr gute Klassiker (Monster AG, Findet Nemo, Wall-E), aber für mich Pixars bester Film seit zehn Jahren. - I, Tonya (Craig Gillespie)
- Körper und Seele (Ildikó Enyedi)
Unsentimental erzählte Liebesgeschichte zwischen einem 65jährigen, körperlich versehrten Mann und einer 30jährigen Autistin. Beide arbeiten in einem Schlachthof (und wer die dokumentarischen Bilder nicht vertragen kann, verliert auch das Recht auf ein gutes Steak), und nachts träumen sie von winterlichen Begegnungen als Hirsche. Mal eine gute Wahl für den Goldenen Bären, ungewöhnlich inszeniert von einer ungarischen Regisseurin.
- Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Dennis Gansel)
In einer besseren Welt wäre das ein Knüller geworden. So ist diese Neuverfilmung des genialen Kinderbuchs von Michael Ende mit 1,8 Millionen Zuschauern immerhin der erfolgreichste deutsche Film des (schlappen) Kinojahres. Warum musste sie zu Ostern in Konkurrenz zu Peter Hase laufen? Für Nostalgiker kommt sie natürlich nicht an die charmante Fassung der Augsburger Puppenkiste heran, aber trotz der episodischen Struktur macht die Abenteuerreise von Jim und Lukas auf Emma, der Lokomotive, einen Riesenspaß (nicht nur einen Scheinriesenspaß - äh, na ja). Wohlausgesuchte Darsteller, versponnene computergenerierte Kulissen, schöne Musik, ein paar Filmzitate für Erwachsene - was will man mehr? Einzig der Liedtext war den Machern wohl zu altmodisch (oder die Puppenkiste wollte ihn nicht hergeben). Und jetzt alle:
Ei---ne Insel mit zwei Bergen
Und dem tiefen, weiten Meer
Mit vier Tunnels und Geleisen
Und dem Eisenbahnverkehr
Nun, wie mag die Insel heißen?
Ringsherum ist schöner Strand
Jeder sollte einmal reisen
In das schöne Lummerland
Gut (7/10)
- Ant-Man and the Wasp (Peyton Reed)
- Aquaman (James Wan)
- Avengers: Infinity War (die Russo-Brüder)
- Battle of the Sexes (Valerie Faris & Jonathan Dayton)
- Call Me By Your Name (Luca Guadagnino)
Irgendwie hat mich diese Liebesgeschichte vor den herrlichen lombardischen Landschaften nicht so recht gepackt. Vielleicht verstehe ich die Menschen nicht gut genug - in der ersten Hälfte gibt es keinerlei Indiz, dass Oliver und Elio die Erwiderung der Gefühle des Gegenübers erkennen, und plötzlich fallen sie übereinander her, als gäbe es kein Morgen? Na ja, trotz ein paar peinlicher Situationen ist es eine schöne Geschichte, und Adapteur James Ivory, der im Juni stolze 90 Jahre alt geworden ist, sei die Krönung dieses Ehrenjahrs mit einem Oscar mehr als gegönnt (unvorstellbar, dass er bis dahin weder einen Oscar noch einen Golden Globe gewonnen hatte). Ivory ist ja zeit seines Lebens gegen den Strom geschwommen, hat aber mit seinem (Lebens-)Partner Ismail Merchant (1936-2005) und in Zusammenarbeit mit Autorin Ruth Prawer Jhabvala (1927-2013) den Filmolymp immer wieder mit prächtig ausgestatteten, tief empfundenen Meisterwerken bereichert. Meine Lieblinge: Zimmer mit Aussicht (1986), Howards End (1992), Was vom Tage übrig blieb (1993). - Der Wein und der Wind (Cédric Klapisch)
Unaufgeregte Familiengeschichte, ruhig erzählt über vier Jahreszeiten. Attraktive Schauspieler und schöne Landschaften, dazu halbdokumentarische Informationen über den Weinanbau im Burgund. - Dunkirk (Christopher Nolan)
- Jumanji - Willkommen im Dschungel (Jake Kasdan)
The Rock + Kevin Hart + Jack Black + Karen "Nebula" Gillan + Bobby Cannavale = bestes Popcorn-Kino. Annehmbare Alternative: Rampage (5/10). - Little Sister (Zach Clark)
Nicht zu verwechseln mit Sister Act. Addison Timlin spielt eine Nonne mit Goth-Vergangenheit. Ich mag die Kleine (1,55m) einfach. Verfügbar auf Netflix. - Mamma Mia! Here We Go Again (Ol Parker)
- Mission Impossible: Fallout (Christopher McQuarrie)
- Ocean's Eight (Gary Ross)
- Professor Marston and the Wonder Women (Angela Robinson)
Hübsche, gut gespielte Dreiecksgeschichte der anderen Art. - Ready Player One (Steven Spielberg)
Bunt und unterhaltsam - vielleicht folgt noch irgendwann eine längere Kritik. - The Florida Project (Sean Baker)
- Tully (Jason Reitman)
Von Jason Reitman lasse ich mich schon lange nicht mehr enttäuschen. Das Drama um eine Mutter mit postnataler Depression ist trotz glänzend aufgelegter Darsteller (Charlize Theron, Mackenzie Davis) und Diablo Codys bestem Script seit Juno erneut nicht massentauglich.
Enttäuschungen
- Auslöschung (Alex Garland, 6/10)
Das Netflix-Ereignis mit Natalie Portman hat mich noch weniger als das Buch überzeugt. - Predator: Upgrade (Shane Black, 6/10)
- The Ballad of Buster Scruggs (Joel & Ethan Coen via Netflix, 6/10)
Erste Episode mit Tim Blake Nelson: Herrlich - 9/10
Zweite Episode mit James Franco: bester Kalauer des Jahres - 8/10
Dritte Episode mit Liam Neeson: deprimierend/merkwürdig - 4/10
Vierte Episode mit Tom Waits: spaßig (7/10)
Fünfte Episode mit Zoe Kazan: überlang, eintönig (5/10)
Sechste Episode mit Brendan Gleeson: schwach (3/10) - Bad Moms 2 (5/10)
Überhastet konzipierte, unnötige Fortsetzung. - Red Sparrow (Francis Lawrence, 5/10)
Manche nackten Tatsachen sollte man wohl besser der Fantasie überlassen. Ein Karrieretief für Jennifer Lawrence. - Bohemian Rhapsody (5/10)
Getragen nur von der tollen Musik und der chamäleonartigen Darstellung von Rami Malek. Ausführliche Kritik folgt vielleicht noch. - Mord im Orient-Express (Kenneth Branagh, 5/10)
Tolle Bilder, schöne Darsteller, aber im Ergebnis weniger als die Summe der Teile. Tip: Besser das Original anschauen! - Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen (5/10)
Unbeholfen strukturiert, überladen. Das eigentliche Verbrechen: dass die Paarung von Muggle Kowalski und der spinnerten Queenie derart im Nebel verlorengeht! - Ataris Reise ("Isle of Dogs", Wes Anderson, 3/10)
Ein Höhepunkt des Stop-Motion-Films, ein Tiefpunkt des Geschichtenerzählens.
Egal (Auswahl)
- A Quiet Place (John Krasinski, 6/10)
Der überraschende "Horror"-Hit mit Emily Blunt fing gut an, hatte dann aber zu viele Logiklöcher. - Tomb Raider (Roar Uthaug, 6/10)
Alicia Vikander ist eine tolle Lara Croft, eine Heldin, die blutet und leidet, aber sich immer wieder aufrappelt. Wenn doch das Script der Hauptdarstellerin angemessen gewesen wäre! - Logan Lucky (Steven Soderbergh, 4/10)
Me unlucky. - Alles Geld der Welt (Ridley Scott, 4/10)
Auch Kevin Spacey hätte diese konfuse biographische Geschichte um die Entführung von Milliardärsenkel Getty nicht retten können. - Atomic Blonde (David Leitch, 3/10)
So sehr ich Charlize Theron mag, so übel ist mir diese Actiongurke aufgestoßen. - Roman J. Israel, Esq. (Dan Gilroy, 3/10)
So langatmig und wichtig, dass ich das Denzel-Washington-Vehikel nicht mal zu Ende schauen konnte.
Ärgernis des Jahres
- Venom (Ruben Fleischer, 2/10)
Nachrufe
- Ursula K. Le Guin war nicht nur die First Lady der Science Fiction, sondern eine der wichtigsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Ihre Erdsee-Romane (nominell für Jugendliche gedacht) sind Fantasy-Klassiker, ihre Hugo-Gewinner "Die linke Hand der Dunkelheit" (1969) und "Planet der Habenichtse" (1974) beeinflussten Generationen. Die Kalifornierin starb 88jährig bereits im Januar.
Embed from Getty Images
- Kurz darauf verstarb auch die 89jährige Kate Wilhelm, nach Le Guin die zweite Frau, die einen Hugo für den besten Roman gewann ("Hier sangen früher Vögel", 1976).
- William Goldman war einer der ersten Drehbuchautoren, die von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Seine Oscars gewann er für Butch Cassidy and the Sundance Kid ("Zwei Banditen", 1969) sowie Die Unbestechlichen (1976, 9/10), aber Unsterblichkeit sichert ihm die warmherzige Abenteuerpersiflage Die Braut des Prinzen (1987), für die er seinen eigenen fabelhaften Roman adaptierte, congenial von Rob Reiner inszeniert. Die popkulturelle Relevanz des Films wurde jüngst noch unterstrichen durch die inoffizielle Fortsetzung Once Upon a Deadpool. Goldman hat neben Romanen und Drehbüchern auch kluge Hintergrundberichte geschrieben, etwa Das Hollywood-Geschäft. Er starb 87jährig im November. Embed from Getty Images
- Der Tscheche Milos Forman drehte nur ein Dutzend Filme, gewann dafür aber allein zwei Regieoscars, nämlich für die überwältigenden Meisterwerke Einer flog übers Kuckucksnest und Amadeus. Mit seinen drei in der Heimat entstandenen Filmen konnte ich nicht so viel anfangen (ganz nett: Die Liebe einer Blondine), aber unter seinen Exilfilmen sind nur wenige Nieten, dafür weitere sehenswerte Werke: Taking Off, Hair, Larry Flynt, Der Mondmann (ich warte immer noch auf die Blu-ray-Veröffentlichung dieser wunderbaren Andy-Kaufman-Biographie). Forman starb im April mit 86 Jahren.
Klassische Rezension: Butch Cassidy and the Sundance Kid (7/10)
Eine kluge Freundin hat mir einmal erklärt, daß es nur drei Arten von Frauen gibt: diejenigen, die auf Paul Newman stehen, diejenigen, die Robert Redford verehren, und diejenigen, die - beide lieben. Dies mag zum Teil die Publikumswirkung der gemeinsamen Projekte der beiden erklären. Ich selbst will zugeben (und mich nicht nur in diesem Punkt Pauline Kaels Meinung anschließen), daß es Spaß macht, die beiden Stars in Aktion zu sehen. Leider muß ich aber sowohl bei "Butch Cassidy" als auch beim Nachfolgeprojekt "Der Clou" ("The Sting") feststellen, daß da ein gewaltiges Potential verschenkt wurde. Die Western-Komödie, die u.a. dem Autor William Goldman und dem Komponisten Burt Bacharach ("Raindrops Keep Falling on my Head") Oscars einbrachte, hat neben bravourösen, unvergeßlichen Szenen (der Fahrrad-Balztanz Newmans, der mangels Sprachkenntnissen zu scheitern drohende erste Banküberfall in Bolivien) auch gravierende Schwächen. So orientierungslos wie die beiden Helden fühlte ich mich auch als Zuschauer. Über eine halbe Stunde hat es gedauert, bis ich ein grobes Bild der Hauptpersonen und der Zeitumstände vor Augen hatte. Der historische Hintergrund bleibt blaß. Es ist kein Handlungsbogen zu erkennen, keine Entwicklung der Figuren. Als Komödie nicht witzig, als Tragödie nicht packend genug, zeugt es eher von Hilflosigkeit, von einer Charakterstudie zu sprechen. Charme versprühende Stars und ein paar gute Dialoge reichen dazu nicht aus. Wo bitte ist denn herausgearbeitet, wie unterschiedlich Butch und Sundance gewesen sein sollen? Wo kommt die Tragik der Edelganoven zum Ausdruck, die im Zuge der kapitalistisch-industriellen Revolution plötzlich die letzten ihrer Art waren? Ich neige dazu, dies dem Regisseur George Roy Hill vorzuwerfen, der Genie im Detail beweist, aber kein Talent fürs große Werk hat. Der Erfolg scheint aber die Kritiker nachhaltig zum Schweigen gebracht zu haben (Maltin und Halliwell geben Höchstwertungen). Zum Glück hat bei den Oscar-Verleihungen 1970 Schlesingers Meisterwerk "Midnight Cowboy" die Hauptpreise einkassiert (was das AFI nicht hinderte, "Butch Cassidy" auf Platz 50 der Top 100 des 20. Jahrhunderts zu setzen). Nun ja - unterhaltsam war's schon (7/10).
Freitag, 28. Dezember 2018
Supercalifragilisticexpialidocious NOT: Mary Poppins' Rückkehr (6/10)
Da habe ich mich gerade noch gewundert, dass Aquaman unter Wasser sprechen kann, dabei kann Mary Poppins dort sogar singen! Dass mir das aufgefallen ist, zeigt leider, dass mich die Disney-Fantasie nicht so recht einfangen konnte. Und das sogar zur Weihnachtszeit, in der man für sentimentalen Quatsch am ehesten zu haben ist (Schmalz-Tip: A Christmas Prince mit Rose McIver bei Netflix - das Original vom letzten Jahr, nicht die alberne Fortsetzung). Disneys Original von 1964 mag ich sehr wohl, auch wenn ich es beileibe nicht für deren bestes Werk halte (vielleicht, wenn ich damals Kind gewesen wäre - aber so alt bin ich auch wieder nicht). Leider hat das Team um Regisseur Rob Marshall (Chicago) und Autor David Magee (Life of Pi) auch dessen Schwächen ins 21. Jahrhundert hinübergerettet, vor allem die selbstverliebten überlangen Tanzszenen.
Aber im Endeffekt sind es die Lieder der Sherman-Brüder (Das Dschungelbuch), die den Klassiker auch heute noch so vergnüglich machen: A Spoonful of Sugar, Chim Chim Cheree, Feed the Birds, Let's Go Fly a Kite etc. Dagegen können Komponist Marc Shaiman und sein Texter Scott Wittman nur leise anpusten. Da werden dann der smogverdeckte Londoner Himmel besungen (Lovely London Sky), Binsenweisheiten heraufbeschworen (A Cover Is Not The Book), oder den Kindern der Bär aufgebunden, dass die verstorbene Mutter ja gar nicht fort, sondern nur irgendwie verschütt gegangen ist (The Place Where Lost Things Go). Bezeichnenderweise hat es nicht mal für den behaupteten Höhepunkt, Trip a Little Light Fantastic, zu einer Golden-Globe-Nominierung gereicht.
Embed from Getty Images
Nichts auszusetzen habe ich an Emily Blunt in der Titelrolle, die Julie Andrews in Würde nachfolgt und sogar eine ganz nette Stimme hat. Für eine Oscar-Nominierung wird das nicht reichen, aber der Preis für Dame Julie war damals auch die Anerkennung für ihre Paraderolle als Eliza Doolittle auf der Bühne, die ihr für den (trotzdem schönen) Film Audrey Hepburn weggeschnappt hatte (mit Gesang von Marni Nixon). Weniger begeistert war ich von Lin-Manuel Miranda als Lampenwart Jack. Er ist offenbar ein Broadway-Star, bleibt im Vergleich zu Dick van Dyke als Schornsteinfeger Berti aber blass (von dessen Eleganz und Beweglichkeit sogar Fred Astaire geschwärmt hatte). Der 93jährige hat übrigens einen schönen Gastauftritt als Banker Dawes Jr., genauso wie die gleichaltrige Angela Lansbury als Ballonverkäuferin (ein Tribut an die vogelfütternde Jane Darwell). Colin Firth darf mal seine fiese Seite zeigen, und Meryl Streep - na ja, sie hat sich als Gag einen besonders schrägen Akzent ausgedacht, aber ihr Gesangstalent wird verschwendet an die Kröte Turning Turtle.
Embed from Getty Images
Mit einer Rückkehr von Mary Poppins hat eigentlich niemand mehr gerechnet, und bis auf Disneys Kassen hat sie auch niemanden so recht bereichert. Sie hat der Geschichte und Botschaft von P.L. Travers nichts hinzuzufügen. Die 1996 verstorbene Autorin hätte die Fortsetzung übrigens genauso gehasst wie das Original, vor allem die auch diesmal wieder vorhandene Zeichentricksequenz. Für die schönen Bilder, netten Darsteller und die harmlose Musik kann ich mit viel Wohlwollen (und Weihnachtsbonus) noch ein Ordentlich vergeben (6/10).
Embed from Getty Images
Aber im Endeffekt sind es die Lieder der Sherman-Brüder (Das Dschungelbuch), die den Klassiker auch heute noch so vergnüglich machen: A Spoonful of Sugar, Chim Chim Cheree, Feed the Birds, Let's Go Fly a Kite etc. Dagegen können Komponist Marc Shaiman und sein Texter Scott Wittman nur leise anpusten. Da werden dann der smogverdeckte Londoner Himmel besungen (Lovely London Sky), Binsenweisheiten heraufbeschworen (A Cover Is Not The Book), oder den Kindern der Bär aufgebunden, dass die verstorbene Mutter ja gar nicht fort, sondern nur irgendwie verschütt gegangen ist (The Place Where Lost Things Go). Bezeichnenderweise hat es nicht mal für den behaupteten Höhepunkt, Trip a Little Light Fantastic, zu einer Golden-Globe-Nominierung gereicht.
Embed from Getty Images
Nichts auszusetzen habe ich an Emily Blunt in der Titelrolle, die Julie Andrews in Würde nachfolgt und sogar eine ganz nette Stimme hat. Für eine Oscar-Nominierung wird das nicht reichen, aber der Preis für Dame Julie war damals auch die Anerkennung für ihre Paraderolle als Eliza Doolittle auf der Bühne, die ihr für den (trotzdem schönen) Film Audrey Hepburn weggeschnappt hatte (mit Gesang von Marni Nixon). Weniger begeistert war ich von Lin-Manuel Miranda als Lampenwart Jack. Er ist offenbar ein Broadway-Star, bleibt im Vergleich zu Dick van Dyke als Schornsteinfeger Berti aber blass (von dessen Eleganz und Beweglichkeit sogar Fred Astaire geschwärmt hatte). Der 93jährige hat übrigens einen schönen Gastauftritt als Banker Dawes Jr., genauso wie die gleichaltrige Angela Lansbury als Ballonverkäuferin (ein Tribut an die vogelfütternde Jane Darwell). Colin Firth darf mal seine fiese Seite zeigen, und Meryl Streep - na ja, sie hat sich als Gag einen besonders schrägen Akzent ausgedacht, aber ihr Gesangstalent wird verschwendet an die Kröte Turning Turtle.
Embed from Getty Images
Mit einer Rückkehr von Mary Poppins hat eigentlich niemand mehr gerechnet, und bis auf Disneys Kassen hat sie auch niemanden so recht bereichert. Sie hat der Geschichte und Botschaft von P.L. Travers nichts hinzuzufügen. Die 1996 verstorbene Autorin hätte die Fortsetzung übrigens genauso gehasst wie das Original, vor allem die auch diesmal wieder vorhandene Zeichentricksequenz. Für die schönen Bilder, netten Darsteller und die harmlose Musik kann ich mit viel Wohlwollen (und Weihnachtsbonus) noch ein Ordentlich vergeben (6/10).
Embed from Getty Images
Freitag, 21. Dezember 2018
Der Wassermann kommt: Aquaman (7/10)
Mit Aquaman haben die DC-Filme den Spaß wiedergefunden, den Batman und Superman so gar nicht verstehen. Solange man gleich zu Beginn sein Hirn fluten läßt, ist dies ein buntes Unterwasserabenteuer der Extraklasse. Das man wie gesagt mit verwässertem Verstand genießen sollte. Denn selbst unser Held wundert sich, dass er sich unter Wasser unterhalten kann. Und das ist noch die geringste Unwahrscheinlichkeit, in einer Welt bevölkert von wiehernden Seepferdchen, trommelnden Kraken und putzigen Urzeitwesen. Der Atlantier heißt übrigens eigentlich Arthur, ist selbstverständlich Sohn einer Königin (und eines trinkfesten Maori-Leuchtturmwärters, mit Herz verkörpert von Temuera Morrison) und fast so unverletzlich wie ein Asgardier.
Jason Momoa hatte mir schon in Justice League gefallen (gerade erst habe ich entdeckt, dass er mit der hinreißenden Lisa Bonet verheiratet ist!) In seinem Soloabenteuer, welches nach dem Sieg über Steppenwolf spielt, perfektioniert er seine bärbeißige Lässigkeit, seine Sprüche sind oft das Salz im Meerwasser. Und trotz seiner eindrucksvollen, kugelsicheren Muskelpakete spürt man doch gelegentlich die innere Verletzlichkeit des verstoßenen Bastards, der mit dem Unterseereich eigentlich nichts zu tun haben will. Bei seiner Leading Lady Amber Heard war ich zunächst sehr skeptisch. Durch ihre stürmische Kurzehe mit Johnny Depp nebst Scheidungskrieg hat sie sich keine Freunde gemacht, auch wenn sie dann die ihr zugesprochenen Millionen gespendet hat. Aber mit ihren langen, algenroten Haaren und enganliegendem Schuppenkostüm ist ihre Prinzessin Mera doch mehr als nur eine Barbie am Haken zweiter Fischmänner. Der zweite ist übrigens Arthurs Halbbruder Orm, eine blasse Figur, die Patrick Wilson (nicht mit Owen verwandt) gerade so über Wasser halten kann.
Embed from Getty Images
Angenehm überrascht hat mich Nicole Kidman als Arthurs Vater. Die 51jährige hat inzwischen (sicherlich dank Hautstraffungen und viel Schminke) eine Aura der Alterslosigkeit und wirkt daher oft überheblich oder deplatziert. Hier macht sie in ihrem Muschelkostüm eine gute Figur, gelegentlich blitzt sogar der Schalk aus ihren wasserblauen Augen. Dann gibt es da noch Willem Dafoe als Arthurs Mentor Vulko mit fließender Agenda. Er ist ein seltener Überläufer von Marvel, für die er 2001 im originalen Spider Man einen erinnerungswürdigen Green Goblin gab, gerade im Vergleich mit Neuling Yahya Abdul-Mateen II, der hier alsFord Prefect Manta (warum nicht Mantis? Rechtestreit mit Marvel?) als ziemlich generischer schwarzer Schurke daherkommt. Einen der (vier bis sieben) Unterwasserkönige und Vater von Mera spielt übrigens Dolph Lundgren, ein Besetzungscoup, der an mir vorbeiging, da ich kein Kenner von B-Action bin.
Embed from Getty Images
Kern von Aquaman sind allerdings die Schauwerte, und davon gibt es reichlich. Das versunkene Reich ist so eine Art Wakanda in der Tiefsee, das mit irrsinnigen Kamerafahrten präsentiert wird. Auch hier leben Traditionen neben hochentwickelten Technologien (lustig übrigens die mit Wasser gefüllten "Taucheranzüge" der Meersoldaten, ohne die sie an Land ersticken würden). Aber während wir Wakanda durch die Augen seiner Bewohner (und des CIA-Gasts) entdecken durften, ist Atlantis mehr eine Lightshow für Taucher, mit allerdings immer wieder neuen Überraschungen. Wohlgemerkt visueller Art, denn die Handlung ist nicht einfallsreicher als etwa die der Neuauflage von Tomb Raider (die ich nur wegen Alicia Vikander mochte). Nach 20 Minuten weiß man schon, was in der letzten Szene passieren wird (selbst die Postcredit-Szene ist vorhersehbar).
Embed from Getty Images
Gelegentlich plätschert die Handlung nur so vor sich hin, und dann wirken die 143 Minuten doch etwas lang. Und abgesehen von Roy Orbisons She's a Mystery To Me möchte ich die Musikbeiträge gnädig ignorieren. Macht insgesamt nichts. Aquaman ist nicht Wonder Woman, auch nicht Black Panther (trotz einiger ethnischer Rollen sind die Protagonisten doch überwiegend schneeweiß), aber doch zehnmal unterhaltsamer als etwa Man of Steel. Gut (7/10).
Embed from Getty Images
Ceterum censeo tertiam dimensionem ignorandam esse.
Jason Momoa hatte mir schon in Justice League gefallen (gerade erst habe ich entdeckt, dass er mit der hinreißenden Lisa Bonet verheiratet ist!) In seinem Soloabenteuer, welches nach dem Sieg über Steppenwolf spielt, perfektioniert er seine bärbeißige Lässigkeit, seine Sprüche sind oft das Salz im Meerwasser. Und trotz seiner eindrucksvollen, kugelsicheren Muskelpakete spürt man doch gelegentlich die innere Verletzlichkeit des verstoßenen Bastards, der mit dem Unterseereich eigentlich nichts zu tun haben will. Bei seiner Leading Lady Amber Heard war ich zunächst sehr skeptisch. Durch ihre stürmische Kurzehe mit Johnny Depp nebst Scheidungskrieg hat sie sich keine Freunde gemacht, auch wenn sie dann die ihr zugesprochenen Millionen gespendet hat. Aber mit ihren langen, algenroten Haaren und enganliegendem Schuppenkostüm ist ihre Prinzessin Mera doch mehr als nur eine Barbie am Haken zweiter Fischmänner. Der zweite ist übrigens Arthurs Halbbruder Orm, eine blasse Figur, die Patrick Wilson (nicht mit Owen verwandt) gerade so über Wasser halten kann.
Embed from Getty Images
Angenehm überrascht hat mich Nicole Kidman als Arthurs Vater. Die 51jährige hat inzwischen (sicherlich dank Hautstraffungen und viel Schminke) eine Aura der Alterslosigkeit und wirkt daher oft überheblich oder deplatziert. Hier macht sie in ihrem Muschelkostüm eine gute Figur, gelegentlich blitzt sogar der Schalk aus ihren wasserblauen Augen. Dann gibt es da noch Willem Dafoe als Arthurs Mentor Vulko mit fließender Agenda. Er ist ein seltener Überläufer von Marvel, für die er 2001 im originalen Spider Man einen erinnerungswürdigen Green Goblin gab, gerade im Vergleich mit Neuling Yahya Abdul-Mateen II, der hier als
Embed from Getty Images
Kern von Aquaman sind allerdings die Schauwerte, und davon gibt es reichlich. Das versunkene Reich ist so eine Art Wakanda in der Tiefsee, das mit irrsinnigen Kamerafahrten präsentiert wird. Auch hier leben Traditionen neben hochentwickelten Technologien (lustig übrigens die mit Wasser gefüllten "Taucheranzüge" der Meersoldaten, ohne die sie an Land ersticken würden). Aber während wir Wakanda durch die Augen seiner Bewohner (und des CIA-Gasts) entdecken durften, ist Atlantis mehr eine Lightshow für Taucher, mit allerdings immer wieder neuen Überraschungen. Wohlgemerkt visueller Art, denn die Handlung ist nicht einfallsreicher als etwa die der Neuauflage von Tomb Raider (die ich nur wegen Alicia Vikander mochte). Nach 20 Minuten weiß man schon, was in der letzten Szene passieren wird (selbst die Postcredit-Szene ist vorhersehbar).
Embed from Getty Images
Gelegentlich plätschert die Handlung nur so vor sich hin, und dann wirken die 143 Minuten doch etwas lang. Und abgesehen von Roy Orbisons She's a Mystery To Me möchte ich die Musikbeiträge gnädig ignorieren. Macht insgesamt nichts. Aquaman ist nicht Wonder Woman, auch nicht Black Panther (trotz einiger ethnischer Rollen sind die Protagonisten doch überwiegend schneeweiß), aber doch zehnmal unterhaltsamer als etwa Man of Steel. Gut (7/10).
Embed from Getty Images
Ceterum censeo tertiam dimensionem ignorandam esse.
Samstag, 8. Dezember 2018
Oh weh! Mowgli: Legende des Dschungels (4/10)
Zwei Jahre nach Jon Favreaus gelungener Realverfilmung von Disneys Dschungelbuch läuft nun seit Freitag die lange erwartete Parallelproduktion Mowgli von Andy Serkis bei Netflix, nachdem Warner Bros. sie unzeremoniell an den Streaminganbieter verhökert hat. Man kann wohl vermuten, dass sie an den Kinokassen gnadenlos untergegangen wäre: zu düster für Kinder, zu zerfahren für Erwachsene.
Wenn ich eine Goldene Himbeere für die schlechteste stimmliche Darbietung des Jahres zu verleihen hätte, ginge diese an die zweifache Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett. Ihr Voiceover, mit dem die Python Kaa als Erzählerin zu Beginn und Ende der Geschichte von Mowgli einen Rahmen gibt., ist tierisch peinlich. Sie versucht an die Weisheit der äonenalten Elbin Galadriel anzuknüpfen, kommt aber leider nur wie die pompöse Ansagerin eines Schmierentheaters rüber. Die meisten ihrer Kollegen können etwas mehr überzeugen, so etwa Christian Bale als erstaunlich rumpeliger Panther Bagheera und Benedict Cumberbatch als bedrohlicher, Smaug artverwandter Tiger Shere Khan. Aber die meisten kleinen Rollen, inklusive Andy Serkis' Bär Baloo, wirken fehlbesetzt oder zumindest farblos.
Den Stimmkünstlern kann ich allerdings nicht die Hauptschuld an dieser Naturkatastrophe geben. In zwei weiteren entscheidenden Aspekten versagt die Neuinterpretation von Andy Serkis, der ja bei Peter Jackson in die Lehre ging. Für ihn verkörperte er nicht nur Gollum und King Kong, sondern übernahm oft auch die Regie des zweiten Units. Zum einen geht das Konzept der computergenerierten tierischen Darsteller nicht auf, und zum anderen entfernt sich die Handlung nicht weit genug von der berühmten Disney-Version.
Embed from Getty Images
Was bei Gollum und Caesar (in der erfolgreichen neuen Trilogie um den Planet der Affen) eindrucksvoll wirkte, klappt mit Wölfen und Raubkatzen nur bedingt. Über den Motion-Capture-Prozess wurde die Mimik der menschlichen Darsteller auf die computergenerierten Tiere übertragen. Das führt zu verstörenden Chimäreneffekten. Die Figuren werden vermenschlicht, ohne dass sie sich (wie bei Disney) in liebevolle Karikaturen verwandeln. Matt Zoller Seitz nennt das in seiner klugen Kritik (2/4 Sterne) "uncanny valley feeling". Shere Khan ist eben nicht photorealistisch wie sein Argenosse aus Das Leben des Pi, sondern sieht aus wie Cumberbatch im Tigerfell. Die Tierdarsteller sind nicht mehr so putzig wie in der Realverfilmung von Disneys Dschungelbuch, aber doch noch zu vermenschlicht, um als wilde Wesen durchzugehen.
Embed from Getty Images
Ähnliches gilt für die Handlung. Ziel der Produktion war es, sich näher an Rudyard Kiplings Buch zu orientieren (allein schon aus rechtlichen Gründen). Das Drehbuch stammt von der völlig unerfahrenen Callie Kloves, Tochter von Steve Kloves (Harry Potter, Wonder Boys, The Fabulous Baker Boys). Es gelingt ihr einfach nicht, Kiplings sparsamer Prosa Fleisch auf die Knochen zu zaubern. Nehmen wir nur Mowglis Entführung durch die Affenbande. Das ist im Buch eine kleine Episode, in der unser kleine Held die Äffchen als Zerrspiegel seiner selbst begreift. Im Film wird daraus eine kurze Actionsequenz, in der die Primaten wie gruselige Gremlins wirken. Oder der immerhin vom Regisseur selbst gespielte Baloo: Er entspricht zwar eher der literarischen Vorlage, gewinnt aber kaum Kontur (vielleicht kann ich auch einfach den gemütlichen Disney-Bären nicht aus meiner Erinnerung verdrängen). In der zweiten Hälfte der Handlung wird's zwar etwas besser, aber die dazuerfundene Figur des Jägers Lockwood (Matthew Rhys) fand ich am Ende nur ärgerlich, vor allem weil die indischen Dorfbewohner nur Kulisse für den weißen Wichtigtuer sein dürfen (inklusive der bezaubernden Freida Pinto, die in einer sehr merkwürdigen Szene dem hübschen Jungdarsteller Rohan Chand die Haare waschen durfte).
Embed from Getty Images
So sehr ich Andy Serkis mag (der gerade in Black Panther einen denkwürdigen Schurken gab), so wenig konnte ich mit seiner ersten Regiearbeit anfangen (inzwischen gibt es mit Solange ich atme eine zweite, die bei der Kritik besser weggekommen ist). Und das, obwohl er viele Kollegen aus seinen Mittelerde-Jahren zur Mitarbeit bewegen konnte. Natürlich reicht es für ein paar schöne Bilder (bei entsprechendem Equipment in Dolby Vision und UHD-Auflösung), und es gibt auch spannende und komische Elemente, aber ein überzeugendes Ganzes ergibt das nicht. Vielleicht waren in diesem Fall 100 Minuten tatsächlich zu kurz. Erträglich (4/10).
Wenn ich eine Goldene Himbeere für die schlechteste stimmliche Darbietung des Jahres zu verleihen hätte, ginge diese an die zweifache Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett. Ihr Voiceover, mit dem die Python Kaa als Erzählerin zu Beginn und Ende der Geschichte von Mowgli einen Rahmen gibt., ist tierisch peinlich. Sie versucht an die Weisheit der äonenalten Elbin Galadriel anzuknüpfen, kommt aber leider nur wie die pompöse Ansagerin eines Schmierentheaters rüber. Die meisten ihrer Kollegen können etwas mehr überzeugen, so etwa Christian Bale als erstaunlich rumpeliger Panther Bagheera und Benedict Cumberbatch als bedrohlicher, Smaug artverwandter Tiger Shere Khan. Aber die meisten kleinen Rollen, inklusive Andy Serkis' Bär Baloo, wirken fehlbesetzt oder zumindest farblos.
Den Stimmkünstlern kann ich allerdings nicht die Hauptschuld an dieser Naturkatastrophe geben. In zwei weiteren entscheidenden Aspekten versagt die Neuinterpretation von Andy Serkis, der ja bei Peter Jackson in die Lehre ging. Für ihn verkörperte er nicht nur Gollum und King Kong, sondern übernahm oft auch die Regie des zweiten Units. Zum einen geht das Konzept der computergenerierten tierischen Darsteller nicht auf, und zum anderen entfernt sich die Handlung nicht weit genug von der berühmten Disney-Version.
Embed from Getty Images
Was bei Gollum und Caesar (in der erfolgreichen neuen Trilogie um den Planet der Affen) eindrucksvoll wirkte, klappt mit Wölfen und Raubkatzen nur bedingt. Über den Motion-Capture-Prozess wurde die Mimik der menschlichen Darsteller auf die computergenerierten Tiere übertragen. Das führt zu verstörenden Chimäreneffekten. Die Figuren werden vermenschlicht, ohne dass sie sich (wie bei Disney) in liebevolle Karikaturen verwandeln. Matt Zoller Seitz nennt das in seiner klugen Kritik (2/4 Sterne) "uncanny valley feeling". Shere Khan ist eben nicht photorealistisch wie sein Argenosse aus Das Leben des Pi, sondern sieht aus wie Cumberbatch im Tigerfell. Die Tierdarsteller sind nicht mehr so putzig wie in der Realverfilmung von Disneys Dschungelbuch, aber doch noch zu vermenschlicht, um als wilde Wesen durchzugehen.
Embed from Getty Images
Ähnliches gilt für die Handlung. Ziel der Produktion war es, sich näher an Rudyard Kiplings Buch zu orientieren (allein schon aus rechtlichen Gründen). Das Drehbuch stammt von der völlig unerfahrenen Callie Kloves, Tochter von Steve Kloves (Harry Potter, Wonder Boys, The Fabulous Baker Boys). Es gelingt ihr einfach nicht, Kiplings sparsamer Prosa Fleisch auf die Knochen zu zaubern. Nehmen wir nur Mowglis Entführung durch die Affenbande. Das ist im Buch eine kleine Episode, in der unser kleine Held die Äffchen als Zerrspiegel seiner selbst begreift. Im Film wird daraus eine kurze Actionsequenz, in der die Primaten wie gruselige Gremlins wirken. Oder der immerhin vom Regisseur selbst gespielte Baloo: Er entspricht zwar eher der literarischen Vorlage, gewinnt aber kaum Kontur (vielleicht kann ich auch einfach den gemütlichen Disney-Bären nicht aus meiner Erinnerung verdrängen). In der zweiten Hälfte der Handlung wird's zwar etwas besser, aber die dazuerfundene Figur des Jägers Lockwood (Matthew Rhys) fand ich am Ende nur ärgerlich, vor allem weil die indischen Dorfbewohner nur Kulisse für den weißen Wichtigtuer sein dürfen (inklusive der bezaubernden Freida Pinto, die in einer sehr merkwürdigen Szene dem hübschen Jungdarsteller Rohan Chand die Haare waschen durfte).
Embed from Getty Images
So sehr ich Andy Serkis mag (der gerade in Black Panther einen denkwürdigen Schurken gab), so wenig konnte ich mit seiner ersten Regiearbeit anfangen (inzwischen gibt es mit Solange ich atme eine zweite, die bei der Kritik besser weggekommen ist). Und das, obwohl er viele Kollegen aus seinen Mittelerde-Jahren zur Mitarbeit bewegen konnte. Natürlich reicht es für ein paar schöne Bilder (bei entsprechendem Equipment in Dolby Vision und UHD-Auflösung), und es gibt auch spannende und komische Elemente, aber ein überzeugendes Ganzes ergibt das nicht. Vielleicht waren in diesem Fall 100 Minuten tatsächlich zu kurz. Erträglich (4/10).
Montag, 26. November 2018
Mamma Mia! Here We Go Again. (7/10)
Die beiden Mamma-Mia-Musicals sind randvoll mit guter Laune gefüllte Partyfilme, die man am besten leicht beschwipst genießt (mich haben ein paar Pinnchen westfälischer Pflaumenschnaps in Stimmung gebracht). Eine wirkliche Handlung gibt es nicht, stattdessen erfreut man sich an der herrlichen Insellandschaft (deren satte Farben auf den Zuschauer insbesondere in Dolby Vision einen zusätzlichen Extasy-Effekt haben), den schönen, ausgelassen tanzenden Menschen aller Generationen und natürlich den zeitlosen ABBA-Melodien, die von den Darstellern (teilweise mit erstaunlichem Erfolg) selbst geträllert und in den Arrangements erfreulicherweise weitgehend vom Disco-Gestampfe befreit wurden (unter der Regie Ihrer Hoheiten Björn Ulvaeus und Benny Andersson persönlich, die auch beide kleine Cameos haben).
Embed from Getty Images
Der erste Film (der weitgehend dem Bühnenmusical entspricht) handelte von Sophie (Amanda Seyfried), die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel aufgewachsen ist. Zu ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper), die im kleinen Touristenhotel des Gespanns stattfinden soll, lädt Sophie anhand vager Informationen aus Donnas alten Tagebuch heimlich ihre drei potentiellen Väter ein, dargestellt von Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgard. Entsprechend komische Verwicklungen folgen...
Zehn Jahre später gibt es nun die Fortsetzung (Here We Go Again). Der hinzugezogene Romanzenspezialist Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Alles eine Frage der Zeit) ließ sich vom Paten, Teil II inspirieren und entwarf mit Regisseur Ol Parker (Autor des Best Exotic Marigold Hotel) und der Mamma-Mia-Erfindern Catherine Johnson und Judy Craymer eine Rückblendenstruktur, in der Lily James als junge Donna glänzt, während in der Gegenwart Sophie der Neueröffnung des Hotels entgegenfiebert. Den Hotelmanager gibt übrigens der Pate der dritten Generation, Andy Garcia (ob Pacino und DeNiro abgesagt hatten?) Donna ist inzwischen gestorben - vielleicht war Meryl Streep zu teuer, für ein Cameo an Schluß reichte es dann aber doch. Abgesehen von diesem ein Jahr zurückliegenden Trauerfall passiert natürlich wieder nix Schlimmes. Am dramatischsten ist noch der Sturm, der dafür sorgt, dass nicht die erhofften Millionäre, sondern nur eine Flotte gut gelaunter Fischersleute zur Eröffnung erscheinen. Plus Überraschungsgäste...
Ich vermute, es gibt kaum jemanden in der westlichen Welt, der nicht wenigstens eine Handvoll Lieder dieser zu den erfolgreichsten Bands unserer Zeit gehörenden Gruppe kennt: Waterloo, Dancing Queen, Thank You For The Music, ... In meiner Schulzeit war es nicht cool, ABBA zu hören. Aber einer gute Melodie konnte ich mich noch nie entziehen (na gut, bei den Bee Gees ziehe ich die Grenze). Es stimmt allerdings, dass die Disco-lastige Produktion so manche schöne Lieder verschandelt hat, etwa auf dem Album Super Trouper (1980). Was flüchtigen Hörern nicht so bewusst sein wird: Die Texte von Björn und (meist) Benny, gelegentlich unter Mitwirkung von Manager Stig Anderson entstanden, sind durchaus nicht alle oberflächliche Schlager. Viele ihrer besten Songs beschreiben persönliche Erlebnisse und Gefühle aus dem Leben der Musiker. Und die Liebeslieder haben oft einen pfiffigen Twist, etwa When I Kissed The Teacher:
Und Hand aufs Herz, wie viele Hörer wissen, dass The Winner Takes It All die Folgen einer Scheidung beschreibt? Mein Lieblingsalbum von ABBA war auch ihr letztes: The Visitors (1981). Es entstand, nachdem beide Bandehen in die Brüche gegangen waren und hat einen deutlich melancholischen Anstrich. Da erzählt dann Slipping From My Fingers die Gefühle der Mutter, die ihr Kind aufwachsen sieht, One of Us und When All Is Said And Done von Trennungsschmerz und Einsamkeit. Daneben gibt es aber auch eine letzte Elegie auf die Musik: I Let The Music Speak, und das witzige Two for the Price of One. Insgesamt ein perfektes Album für kalte Winterabende. Und wieviel Substanz die Melodien auch ohne Gesang und Band haben, kann man auf Benny Anderssons wunderschöner CD Piano hören (die auch Lieder des Ausnahmemusicals Chess und anderer Projekte beinhaltet).
Embed from Getty Images
Für den zweiten Durchgang von Mamma Mia waren die großen Hits zwar fast schon abgegrast. Das hat aber den Vorteil, dass einige Lieder aus der zweiten Reihe zur Geltung kommen, die damit auch noch nicht so abgenudelt erscheinen, etwa Andante Andante, I've Been Waiting For You und (fast unkenntlich von der lokalen "Mariachi"-Band interpretiert) Hole in Your Soul.
Daneben gibt es einige Wiederholungen im neuen Kleid, neben dem Titelsong natürlich auch Dancing Queen, I Have a Dream und im grandiosen Finale (mit den Darstellern aller Generationen vereint) Super Trouper:
Aber in der ABBA-Schatztruhe waren durchaus auch noch ungenutzte Hits zu finden, so etwa Fernando, ein ungewöhnliches Liebeslied aus der mexikanischen Revolution, das nun mittels eines wackligen Kniffs in die Handlung eingebaut wurde. Was macht's, wenn niemand anders als Cher den Gesang übernimmt! Die inzwischen über 70jährige Sängerin war ja schon in den 60ern erfolgreich als Aushängeschild von Sonny & Cher (I Got You Babe). In den 80ern krönte sie eine kurze Schauspielkarriere mit dem Oscar für ihre Hauptrolle im märchenhaft-schönen Mondsüchtig (1987), bevor sie sich wieder (ähnlich erfolgreich) der Musik widmete (auch in Die Hexen von Eastwick und Meerjungfrauen küssen besser war sie toll). Trotz ihres leicht zombiehaften Auftretens hat sie immer noch eine tolle Stimme. Dass die Diva Donnas Mutter spielt, aber nur drei Jahre älter als Meryl Streep ist, darüber denkt man besser nicht nach.
Beim übrigen Cast muss ich zunächst mal die großartigen Gesangsstimmen der Damen herausheben. Von Meryl Streep wusste man das, und Amanda Seyfried überzeugte bereits im ersten Film. Nun überrascht noch Lily James, die ich bislang nicht besonders mochte, nun aber gewillt bin, ihre farblosen Auftritte in Cinderella und insbesondere dem gruseligen Stolz, Vorurteil und Zombies zu vergessen. Einen weiteren Reiz der Fortsetzung macht die Besetzung der beiden Haupttrios in den unterschiedlichen Zeitebenen aus. Im Original waren es Donnas beste Freundinnen, die für Komik und Pfiff sorgten: Julie Walters (Molly Weasley) als Rosie und Christine Baranski (Cybill) als Tanya. In jungen Jahren werden sie nun von Alexa Davies und Jessica Keenan Wynn gespielt, wobei gerade letztere, Spross einer illustren Schauspielerdynastie, Baranskis Posen erheiternd genau imitiert.
Embed from Getty Images
Die Väter ("Sam" Pierce Brosnan, "Harry" Colin Firth und "Bill" Stellan Skarsgard) dagegen waren schon im Original vor allem Eye Candy, weniger Ohrenschmaus (auch wenn ich finde, dass gerade der emeritierte Bond trotz mangelndem Stimmtalent ganz viel Emotion in seine Gesangspassagen einbringen konnte). Bei der Besetzung ihrer jüngeren Versionen konnte man natürlich aus dem Vollen schöpfen, und so überzeugen Jeremy Irvine (Sam), Hugh Skinner (Harry) und Josh Dylan (Bill) auch durch Gesangstalent. Hier fiel mir besodners der bereits TV-erfahrene Hugh Skinner mit seiner amüsanten Firth-Imitation auf.
Embed from Getty Images
Auch wenn im zweiten Teil die Originalidee bereits ein wenig abgestanden ist und ein paar Tanzszenen doch eher gezwungen wirken, kann auch dieser noch prächtig unterhalten. Nochmals loben muss ich die Ton- und Bildqualität der UHD-Präsentation (beider Filme). Beim zweiten Teil haben es übrigens, ein seltenes Vorkommnis, alle Extras auch auf die UHD-Scheibe geschafft, so dass ich die beiliegende Blu-ray gar nicht einlegen musste. Da gibt es dann noch mehr Gesangsnummern und spaßige Interviews mit den Machern und Darstellern, die offenbar alle viel Freude an ihrem Unterfangen hatten, sowie zwei Kommentare und eine Sing-along-Variante (nichts für mich, aber trotzdem eine schöne Zugabe). Daher ziehe ich vom Original auch nur einen Stern ab und lande bei einem Gut (7/10).
Embed from Getty Images
Der erste Film (der weitgehend dem Bühnenmusical entspricht) handelte von Sophie (Amanda Seyfried), die mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer kleinen griechischen Insel aufgewachsen ist. Zu ihrer Hochzeit mit Sky (Dominic Cooper), die im kleinen Touristenhotel des Gespanns stattfinden soll, lädt Sophie anhand vager Informationen aus Donnas alten Tagebuch heimlich ihre drei potentiellen Väter ein, dargestellt von Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgard. Entsprechend komische Verwicklungen folgen...
Zehn Jahre später gibt es nun die Fortsetzung (Here We Go Again). Der hinzugezogene Romanzenspezialist Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall, Alles eine Frage der Zeit) ließ sich vom Paten, Teil II inspirieren und entwarf mit Regisseur Ol Parker (Autor des Best Exotic Marigold Hotel) und der Mamma-Mia-Erfindern Catherine Johnson und Judy Craymer eine Rückblendenstruktur, in der Lily James als junge Donna glänzt, während in der Gegenwart Sophie der Neueröffnung des Hotels entgegenfiebert. Den Hotelmanager gibt übrigens der Pate der dritten Generation, Andy Garcia (ob Pacino und DeNiro abgesagt hatten?) Donna ist inzwischen gestorben - vielleicht war Meryl Streep zu teuer, für ein Cameo an Schluß reichte es dann aber doch. Abgesehen von diesem ein Jahr zurückliegenden Trauerfall passiert natürlich wieder nix Schlimmes. Am dramatischsten ist noch der Sturm, der dafür sorgt, dass nicht die erhofften Millionäre, sondern nur eine Flotte gut gelaunter Fischersleute zur Eröffnung erscheinen. Plus Überraschungsgäste...
Ich vermute, es gibt kaum jemanden in der westlichen Welt, der nicht wenigstens eine Handvoll Lieder dieser zu den erfolgreichsten Bands unserer Zeit gehörenden Gruppe kennt: Waterloo, Dancing Queen, Thank You For The Music, ... In meiner Schulzeit war es nicht cool, ABBA zu hören. Aber einer gute Melodie konnte ich mich noch nie entziehen (na gut, bei den Bee Gees ziehe ich die Grenze). Es stimmt allerdings, dass die Disco-lastige Produktion so manche schöne Lieder verschandelt hat, etwa auf dem Album Super Trouper (1980). Was flüchtigen Hörern nicht so bewusst sein wird: Die Texte von Björn und (meist) Benny, gelegentlich unter Mitwirkung von Manager Stig Anderson entstanden, sind durchaus nicht alle oberflächliche Schlager. Viele ihrer besten Songs beschreiben persönliche Erlebnisse und Gefühle aus dem Leben der Musiker. Und die Liebeslieder haben oft einen pfiffigen Twist, etwa When I Kissed The Teacher:
Und Hand aufs Herz, wie viele Hörer wissen, dass The Winner Takes It All die Folgen einer Scheidung beschreibt? Mein Lieblingsalbum von ABBA war auch ihr letztes: The Visitors (1981). Es entstand, nachdem beide Bandehen in die Brüche gegangen waren und hat einen deutlich melancholischen Anstrich. Da erzählt dann Slipping From My Fingers die Gefühle der Mutter, die ihr Kind aufwachsen sieht, One of Us und When All Is Said And Done von Trennungsschmerz und Einsamkeit. Daneben gibt es aber auch eine letzte Elegie auf die Musik: I Let The Music Speak, und das witzige Two for the Price of One. Insgesamt ein perfektes Album für kalte Winterabende. Und wieviel Substanz die Melodien auch ohne Gesang und Band haben, kann man auf Benny Anderssons wunderschöner CD Piano hören (die auch Lieder des Ausnahmemusicals Chess und anderer Projekte beinhaltet).
Embed from Getty Images
Für den zweiten Durchgang von Mamma Mia waren die großen Hits zwar fast schon abgegrast. Das hat aber den Vorteil, dass einige Lieder aus der zweiten Reihe zur Geltung kommen, die damit auch noch nicht so abgenudelt erscheinen, etwa Andante Andante, I've Been Waiting For You und (fast unkenntlich von der lokalen "Mariachi"-Band interpretiert) Hole in Your Soul.
Daneben gibt es einige Wiederholungen im neuen Kleid, neben dem Titelsong natürlich auch Dancing Queen, I Have a Dream und im grandiosen Finale (mit den Darstellern aller Generationen vereint) Super Trouper:
Aber in der ABBA-Schatztruhe waren durchaus auch noch ungenutzte Hits zu finden, so etwa Fernando, ein ungewöhnliches Liebeslied aus der mexikanischen Revolution, das nun mittels eines wackligen Kniffs in die Handlung eingebaut wurde. Was macht's, wenn niemand anders als Cher den Gesang übernimmt! Die inzwischen über 70jährige Sängerin war ja schon in den 60ern erfolgreich als Aushängeschild von Sonny & Cher (I Got You Babe). In den 80ern krönte sie eine kurze Schauspielkarriere mit dem Oscar für ihre Hauptrolle im märchenhaft-schönen Mondsüchtig (1987), bevor sie sich wieder (ähnlich erfolgreich) der Musik widmete (auch in Die Hexen von Eastwick und Meerjungfrauen küssen besser war sie toll). Trotz ihres leicht zombiehaften Auftretens hat sie immer noch eine tolle Stimme. Dass die Diva Donnas Mutter spielt, aber nur drei Jahre älter als Meryl Streep ist, darüber denkt man besser nicht nach.
Beim übrigen Cast muss ich zunächst mal die großartigen Gesangsstimmen der Damen herausheben. Von Meryl Streep wusste man das, und Amanda Seyfried überzeugte bereits im ersten Film. Nun überrascht noch Lily James, die ich bislang nicht besonders mochte, nun aber gewillt bin, ihre farblosen Auftritte in Cinderella und insbesondere dem gruseligen Stolz, Vorurteil und Zombies zu vergessen. Einen weiteren Reiz der Fortsetzung macht die Besetzung der beiden Haupttrios in den unterschiedlichen Zeitebenen aus. Im Original waren es Donnas beste Freundinnen, die für Komik und Pfiff sorgten: Julie Walters (Molly Weasley) als Rosie und Christine Baranski (Cybill) als Tanya. In jungen Jahren werden sie nun von Alexa Davies und Jessica Keenan Wynn gespielt, wobei gerade letztere, Spross einer illustren Schauspielerdynastie, Baranskis Posen erheiternd genau imitiert.
Embed from Getty Images
Die Väter ("Sam" Pierce Brosnan, "Harry" Colin Firth und "Bill" Stellan Skarsgard) dagegen waren schon im Original vor allem Eye Candy, weniger Ohrenschmaus (auch wenn ich finde, dass gerade der emeritierte Bond trotz mangelndem Stimmtalent ganz viel Emotion in seine Gesangspassagen einbringen konnte). Bei der Besetzung ihrer jüngeren Versionen konnte man natürlich aus dem Vollen schöpfen, und so überzeugen Jeremy Irvine (Sam), Hugh Skinner (Harry) und Josh Dylan (Bill) auch durch Gesangstalent. Hier fiel mir besodners der bereits TV-erfahrene Hugh Skinner mit seiner amüsanten Firth-Imitation auf.
Embed from Getty Images
Auch wenn im zweiten Teil die Originalidee bereits ein wenig abgestanden ist und ein paar Tanzszenen doch eher gezwungen wirken, kann auch dieser noch prächtig unterhalten. Nochmals loben muss ich die Ton- und Bildqualität der UHD-Präsentation (beider Filme). Beim zweiten Teil haben es übrigens, ein seltenes Vorkommnis, alle Extras auch auf die UHD-Scheibe geschafft, so dass ich die beiliegende Blu-ray gar nicht einlegen musste. Da gibt es dann noch mehr Gesangsnummern und spaßige Interviews mit den Machern und Darstellern, die offenbar alle viel Freude an ihrem Unterfangen hatten, sowie zwei Kommentare und eine Sing-along-Variante (nichts für mich, aber trotzdem eine schöne Zugabe). Daher ziehe ich vom Original auch nur einen Stern ab und lande bei einem Gut (7/10).
Samstag, 10. November 2018
Erster! Aufbruch zum Mond (4/10)
Am 21. Juli 1969, ich war noch keine vier Jahre alt, weckten mich meine Eltern mitten in der Nacht und setzten sich mit mir vor den Fernseher. Da flimmerten nun die Bilder der ersten Mondlandung, natürlich noch von einer antiquierten Schwarzweiss-Röhre, Angeblich gab es weltweit 600 Millionen Zuschauer, gefühlt die Hälfte der Menschheit. Direkte Erinnerungen an das historische Ereignis habe ich trotzdem nicht, führe aber meine spätere Leidenschaft für Raumschiffe und Science Fiction durchaus auf diese frühkindliche Prägung zurück. Eigentor für meine Eltern, die diese Literaturgattung eher für schädlich hielten...
Zum historischen 49jährigen Jubiläum erzählt nun der jüngste Oscar-prämierte Regisseur Damien Chazelle (er ist erst 33) nach einer Drehbuch-Adaption von Oscar-Gewinner Josh Singer (Spotlight) den Aufbruch zum Mond. Oder tut er das?
Auf mich wirkte der Film eher wie ein dröges Familiendrama mit ein paar Ausflügen ins All. Der Originaltitel trifft es daher ein wenig besser: Ryan Gosling spielt tatsächlich den First Man. Nicht Adam, aber immerhin Neil Armstrong, den ersten Menschen, der seinen Stiefelabdruck in den Mondstaub setzte. Leider traf er nicht auf die Arkoniden Crest und Thora mit ihrem havarierten Raumschiff, was in einer Parallelwelt Perry Rhodan passierte (übrigens erst zwei Jahre später, gemäß "Kanonenherbert" K.H. Scheers vorsichtiger Vorstellungskraft). Aber die Realität wirkt im Finale des Films eindrucksvoll genug, schließlich hat man gewaltige IMAX-Kameras auf den Mond geschossen, um Armstrongs Giant Leap und Buzz Aldrins Tänzchen in der geringen Schwerkraft des Trabanten nachzustellen (Corey Stoll ist einer der wenigen Nebendarsteller, die einen Eindruck hinterließen). Trotzdem - bei diesem technischen Aufwand hätte ich schon erwartet, dass die eine oder andere Amazone auf der Leinwand verewigt worden wäre. Aber nein, wieder nur der Mann im Mond.
Leider hat das fulminante Finale das technische Budget wohl fast ausgeschöpft, denn für den Rest der 140 Minuten laangen Laufzeit konnte man sich offenbar nicht einmal ein Stativ leisten. Die Wackelkamera mit ihren überhasteten Schwenks, für die Raketenstarts durchaus ein passendes Stilmittel, verträgt sich nicht gut mit der IMAX-Leinwand (und sorgte bei vielen Zuschauern für Übelkeit). Im Kontrollzentrum und in der Vorstadtidylle der Astronautenfamilien ist sie erst recht fehl am Platz. Ähnlich sporadisch hat mich das Sounddesign überzeugt, das bei den Raketenstarts nicht den erwarteten Wumms hat, gelegentlich interessante ätherische Effekte bietet, aber ansonsten ähnlich motivationslos zusammengekleistert erscheint wie der Bildschnitt. Die Walzeruntermalung zu den Bildern im Orbit soll möglicherweise als Hommage an Kubrick verstanden werden, erzeugt aber nie den unnachahmlichen Sog des Weltraumballetts in 2001: Odyssee im Weltall. Spannend fand ich allerdings das akribisch nachempfundene Design der fast improvisiert zusammengenieteten Module, aus heutiger Sicht eher primitiv als futuristisch.
Embed from Getty Images
Viel Geld ist immerhin noch in die Besetzung geflossen, darunter Kyle Chandler, Ciarán Hinds, Jason Clarke, Patrick Fugit und Lukas Haas. Die bekannten Gesichter sind aber auch notwendig, denn das Drehbuch gibt ihnen kaum Raum zur Entwicklung. Als (brüchiger) roter Faden dienen Armstrongs Hadern mit dem Krebstod seiner zweijährigen Tochter und die aus seiner nüchtern-zurückgezogene Haltung resultierenden Eheprobleme. Als seine resolute Ehefrau wirkt Claire Foy ziemlich anstrengend, was ich aber eher dem Buch als der Darstellerin anlasten möchte.
Embed from Getty Images
Ansonsten kann ich eigentlich keinen Handlungsbogen erkennen. Es werden beliebige Ereignisse aus den Jahren 1961 bis 1969 aneinandergereiht. Dabei werden hochinteressante Wegmarken im NASA-Programm ausgespart, so das erste Umkreisen des Mondes 1968 (There is no dark side of the moon, really. Matter of fact, it's all dark). Es wird auch nicht klar, welche besonderen Fähigkeiten Armstrong hatte und warum er als Kommandant von Apollo 11 ausgewählt wurde. Man sieht ihn nur ein paar Schalter umlegen und einen Joystick bedienen, was die heutige Gamergeneration sicher nicht beeindrucken wird. Es mag Absicht sein, den Thriller-Aspekt des Wettrennens zwischen UdSSR und USA zu ignorieren, ebenso die Unterspielung der heroischen Momente. Aber wenn man auf traditionelle Erzählweisen und Stilmittel verzichtet, muss man dem Zuschauer doch einen angemessenen Ersatz bieten. Ansonsten verkommt Avantgarde zum reinen Trotzexzess.
Embed from Getty Images
Kritikerliebling Damien Chazelle hat sich bei mir im Raktentempo zum unbeliebtesten Regisseur des letzten Jahrzehnts gemausert. Nach Whiplash und LaLaLand nun also Aufbruch zum Mond, nicht gerade Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten. Die technischen Herausforderungen der Raumfahrt sind viel besser in Hidden Figures thematisiert, das Abenteuer ist viel unterhaltsamer in Ron Howards Apollo 13 fühlbar, die Heldenbiographien prägnanter in The Right Stuff. Das Publikum ist diesmal auf meiner Seite, das (mittelschwere) 60-Millionen-Dollar-Projekt floppt gerade an den Kinokassen. Mit dem Oscar für Ryan Gosling wird es wohl wieder nichts, Favorit ist momentan ohnehin Rami Malek als Freddy Mercury (Bohemian Rhapsody habe ich mir ob lauer Kritiken vorerst gespart). First Man wird wohl trotzdem als Bester Film ins Rennen gehen. Für mich war's gerade noch Erträglich (4/10).
Zum historischen 49jährigen Jubiläum erzählt nun der jüngste Oscar-prämierte Regisseur Damien Chazelle (er ist erst 33) nach einer Drehbuch-Adaption von Oscar-Gewinner Josh Singer (Spotlight) den Aufbruch zum Mond. Oder tut er das?
Auf mich wirkte der Film eher wie ein dröges Familiendrama mit ein paar Ausflügen ins All. Der Originaltitel trifft es daher ein wenig besser: Ryan Gosling spielt tatsächlich den First Man. Nicht Adam, aber immerhin Neil Armstrong, den ersten Menschen, der seinen Stiefelabdruck in den Mondstaub setzte. Leider traf er nicht auf die Arkoniden Crest und Thora mit ihrem havarierten Raumschiff, was in einer Parallelwelt Perry Rhodan passierte (übrigens erst zwei Jahre später, gemäß "Kanonenherbert" K.H. Scheers vorsichtiger Vorstellungskraft). Aber die Realität wirkt im Finale des Films eindrucksvoll genug, schließlich hat man gewaltige IMAX-Kameras auf den Mond geschossen, um Armstrongs Giant Leap und Buzz Aldrins Tänzchen in der geringen Schwerkraft des Trabanten nachzustellen (Corey Stoll ist einer der wenigen Nebendarsteller, die einen Eindruck hinterließen). Trotzdem - bei diesem technischen Aufwand hätte ich schon erwartet, dass die eine oder andere Amazone auf der Leinwand verewigt worden wäre. Aber nein, wieder nur der Mann im Mond.
Leider hat das fulminante Finale das technische Budget wohl fast ausgeschöpft, denn für den Rest der 140 Minuten laangen Laufzeit konnte man sich offenbar nicht einmal ein Stativ leisten. Die Wackelkamera mit ihren überhasteten Schwenks, für die Raketenstarts durchaus ein passendes Stilmittel, verträgt sich nicht gut mit der IMAX-Leinwand (und sorgte bei vielen Zuschauern für Übelkeit). Im Kontrollzentrum und in der Vorstadtidylle der Astronautenfamilien ist sie erst recht fehl am Platz. Ähnlich sporadisch hat mich das Sounddesign überzeugt, das bei den Raketenstarts nicht den erwarteten Wumms hat, gelegentlich interessante ätherische Effekte bietet, aber ansonsten ähnlich motivationslos zusammengekleistert erscheint wie der Bildschnitt. Die Walzeruntermalung zu den Bildern im Orbit soll möglicherweise als Hommage an Kubrick verstanden werden, erzeugt aber nie den unnachahmlichen Sog des Weltraumballetts in 2001: Odyssee im Weltall. Spannend fand ich allerdings das akribisch nachempfundene Design der fast improvisiert zusammengenieteten Module, aus heutiger Sicht eher primitiv als futuristisch.
Embed from Getty Images
Viel Geld ist immerhin noch in die Besetzung geflossen, darunter Kyle Chandler, Ciarán Hinds, Jason Clarke, Patrick Fugit und Lukas Haas. Die bekannten Gesichter sind aber auch notwendig, denn das Drehbuch gibt ihnen kaum Raum zur Entwicklung. Als (brüchiger) roter Faden dienen Armstrongs Hadern mit dem Krebstod seiner zweijährigen Tochter und die aus seiner nüchtern-zurückgezogene Haltung resultierenden Eheprobleme. Als seine resolute Ehefrau wirkt Claire Foy ziemlich anstrengend, was ich aber eher dem Buch als der Darstellerin anlasten möchte.
Embed from Getty Images
Ansonsten kann ich eigentlich keinen Handlungsbogen erkennen. Es werden beliebige Ereignisse aus den Jahren 1961 bis 1969 aneinandergereiht. Dabei werden hochinteressante Wegmarken im NASA-Programm ausgespart, so das erste Umkreisen des Mondes 1968 (There is no dark side of the moon, really. Matter of fact, it's all dark). Es wird auch nicht klar, welche besonderen Fähigkeiten Armstrong hatte und warum er als Kommandant von Apollo 11 ausgewählt wurde. Man sieht ihn nur ein paar Schalter umlegen und einen Joystick bedienen, was die heutige Gamergeneration sicher nicht beeindrucken wird. Es mag Absicht sein, den Thriller-Aspekt des Wettrennens zwischen UdSSR und USA zu ignorieren, ebenso die Unterspielung der heroischen Momente. Aber wenn man auf traditionelle Erzählweisen und Stilmittel verzichtet, muss man dem Zuschauer doch einen angemessenen Ersatz bieten. Ansonsten verkommt Avantgarde zum reinen Trotzexzess.
Embed from Getty Images
Kritikerliebling Damien Chazelle hat sich bei mir im Raktentempo zum unbeliebtesten Regisseur des letzten Jahrzehnts gemausert. Nach Whiplash und LaLaLand nun also Aufbruch zum Mond, nicht gerade Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten. Die technischen Herausforderungen der Raumfahrt sind viel besser in Hidden Figures thematisiert, das Abenteuer ist viel unterhaltsamer in Ron Howards Apollo 13 fühlbar, die Heldenbiographien prägnanter in The Right Stuff. Das Publikum ist diesmal auf meiner Seite, das (mittelschwere) 60-Millionen-Dollar-Projekt floppt gerade an den Kinokassen. Mit dem Oscar für Ryan Gosling wird es wohl wieder nichts, Favorit ist momentan ohnehin Rami Malek als Freddy Mercury (Bohemian Rhapsody habe ich mir ob lauer Kritiken vorerst gespart). First Man wird wohl trotzdem als Bester Film ins Rennen gehen. Für mich war's gerade noch Erträglich (4/10).
Abonnieren
Posts (Atom)